Freitag, 12. April 2013

Hanse unser – 60 Jahre Hans Krankl



Hanse unser
60 Jahre Hans Krankl

11. April − 1. Juni 2013
Sonderausstellung

Rapideum
Gerhard-Hanappi-Stadion







Am 14. Februar feierte Hans Krankl seinen 60. Geburtstag. Das Rapideum würdigt den großen Rapidler mit einer Sonderausstellung. Er personifizierte und lebte Rapid. Die Erfolge Hans Krankls als Spieler sind Legende. Ein Blick ins Rapidarchiv läßt in Zahlen ausdrücken, was er für Rapid bedeutete: 336 Pflichtspieltore in 449 Meisterschafts-, Cup- und Europacupspielen. Das sind 0,75 Tore pro Spiel.


Eigens für diese Ausstellung wurde von Rudolf Fitz von den Lords Rapid dieses schöne Gemälde „unter Anwendung typischer Maltechniken der Ultras“ angefertigt. Es verbindet das ikonographische Bild des sogenannten Turiner Grabtuchs als christlichem Kultgegenstand aus dem 14.Jh. mit einem Foto des in Ehren ergrauten Krankl und bezieht sich damit auf originelle Weise auf das geflügelte Wort von der „Religion Rapid“.


In zwei Vitrinen sind viele Erinnerungsstücke aus dem Privatbesitz Hans Krankls sowie Leihgaben von Sammlern ausgestellt. Das sind alles Stücke, die man sonst nie und nirgendwo in dieser Ballung sehen kann.


Das Dress, in dem Hans Krankl für den FC Barcelona 1979 im Finale des Europacups der Cupsieger das vorentscheidende 4:2 in der Verlängerung gegen Fortuna Düsseldorf schoß (Endstand 4:3) und Europacupsieger wurde. Im Lauf des Bewerbs hatte Krankl allein fünf der 15 Barcelona-Tore geschossen.


Der silberne Schuh für den zweitbesten Torschützen Europas 1973/74 und der goldene Schuh als bester europäischer Torjäger 1977/78, mit 41 (!) Meisterschaftstoren für Rapid. Mit 29 Toren wurde Krankl 1978/79 bei starker Konkurrenz Torschützenkönig in Spanien.


Das Finaltrikot Krankls beim ersten Europacupfinale Rapids 1985 gegen Everton, bei dem er den Ehrentreffer zum 1:3 erzielte.


Hans Krankl wurde geliebt. Als nur kleinen Ausdruck der Verehrung ist dieser ihm gewidmete Zinnteller des ältesten Fanklubs Klub der Freunde des SC Rapid für den Cupsieg 1976 zu sehen. Es war der erste Titelgewinn Krankls mit Rapid (es folgten drei weitere Cupsiege von 1983 bis 1985 sowie zwei Meisterschaften 1982 und 1983) und nebenbei bemerkt der einzige Titel, den Rapid zwischen 1972 und 1982 gewann. Der gleiche Zinnteller, mit dementsprechend anderer Namenswidmung, war vor einem Jahr in der St. Pöltner Ausstellung über Franz „Bimbo“ Binder zu sehen, der Rapid als Interimstrainer zum Erfolg geführt hatte. Diese Teller wurde also an mehrere Akteure verliehen.


Am 12. April 1974 besiegte Rapid die Austria im Praterstadion mit 4:0. Alle vier Tore erzielte Hans Krankl. Er traf in der 7., 44., 60. und 71. Minute. Der 21-jährige, langhaarige Krankl jubelte nach einem Tor an der Querlatte hängend.


Die typische Szene: Torjubel.


Fast so begabt wie als Fußballer war Hans Krankl als Austropopper, hier eine Zeichnung von Hubert Schorn aus dem Jahr 1990 zu Krankls legendärem Lied Der Bätman bin i.


Neben der Sonderausstellung verdient auch die Krankl-Präsentation in der regulären Dauerausstellung erneute Aufmerksamkeit, mit dem ersten Vertrag Krankls mit Rapid, der Cupsiegermedaille 1983 oder dem Pokal für den Rapidler des Jahrhunderts 1999.


Im großen und vielfältigen Videoangebot des Rapideums ist nun auch die sehr gut gemachte ORF-Dokumentation zu seinem 60. Geburtstag zu sehen.


Die Trainerkarriere Krankls wird in der Ausstellung nicht erwähnt − und das ist wohl auch besser so. Die Erinnerung an den Weltklassestürmer wird stärker bleiben. So wie er die Eintrittskarte ziert. Die sehr schönen Exponate des Rapideum sind auch abseits der Krankl-Schau einen Besuch wert.

Kommentare:

  1. Einmal mehr herzlichen Dank Brucki für Deinen akkuraten, informativen Bericht zur Ausstellung "Hanse Unser".

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  2. Bitte gerne. Es ist mir eine Freude.

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