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Donnerstag, 5. Dezember 2013

Saarbrücken - Borussia Dortmund 0:2 (0:1)

Deutschland, DFB-Pokal, Achtelfinale, 3.12.2013
Ludwigsparkstadion, 30.931

Nachdem der Drittligist aus Saarbrücken zuvor den Erstligisten Werder Bremen und den Zweitligisten Paderborn besiegt hatte, war Borussia Dortmund für sie dann doch zu übermächtig. Die Gäste hatten einige Spieler ersetzt, dominierten trotzdem und gewannen klar und ohne größere Mühen. Saarbrücken suchte das Glück in Verteidigung und Kontern, die aber wenig brachten. Mehr als die Toranzahl möglichst gering zu halten, war in diesem Spiel nicht drin.
Saarbrücken liegt an der französischen Grenze und hat wie das Saarland auch eine französische Geschichte. Die Selbstbezeichnung des ultraorientierten Fanblocks hinter dem Tor lautet Virage Est. Sie zeigten eine sehr schöne feurige Choreo zu Beginn, supporteten engagiert und machten einen guten Eindruck. Der alte Saarbrücker Fanblock liegt im Eck neben der Gegengerade. Wie das ganze Stadion war auch der Auswärtssektor bummvoll sowie ringsum viele weitere Schwarz-Gelbe zu sehen. Die Dortmunder Kurve hatte sich längsseitig postiert und machte ebenfalls kein schlechtes Bild.
Der heutige 1. FC Saarbrücken wurde 1903 als Fußballsektion des TV 1876 Malstatt gegründet und hieß ab 1909 FV Saarbrücken. 1943 erreichte man das Endspiel um die deutsche Meisterschaft, wo man gegen den Dresdner SC verlor. Im Semifinale hatte man den Vorjahresfinalisten Vienna geschlagen.
1945 wurde der Verein als 1. FC Saarbrücken neu gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Saarland staatlich autonom und Saarbrücken nahm so 1955/56 am Europacup der Landesmeister teil. In der ersten Runde gewann man dabei in San Siro 4:3 beim AC Milan, schied dann aber mit einer 1:4-Heimniederlage aus.
Von 1945 bis 1948 spielte Saarbrücken im westdeutschen Ligensystem, mußte dieses aber verlassen und nahm 1948/49 als FC Sarrebruck außer Konkurrenz in der französischen zweiten Liga teil. Wenn die Resultate gezählt hätten, hätte Saarbrücken die Liga gewonnen. Nachdem eine weitere Teilnahme verweigert wurde, orqanisierte der Verein einen Internationalen Saarland-Pokal mit illustren Gegnern, bevor man 1951/52 in den westdeutschen Ligabetrieb eingegliedert werden durfte. 1950 gab Rapid ein Gastspiel im Saarland-Pokal, das 3:3 endete. Die Austria spielte hier gleich zweimal, einmal auch die Admira. In einem erneuten Freundschaftsspiel 1950 siegte Rapid 4:1 in Saarbrücken.
1952 erreichte Saarbrücken zum zweiten Mal das Endspiel um die deutsche Meisterschaft; diesmal verlor man gegen den VfB Stuttgart. 1963 war Saarbrücken ein Gründungsmitglied der deutschen Bundesliga, stieg aber gleich in der ersten Saison ab. Von 1976 bis 1978, 1985/86 und 1992/93 wurde nochmals die Bundesliga erreicht, sonst spielte man zumeist in der 2. Bundesliga. Nach zwischenzeitlichen Absturz in die fünftklassige Oberliga spielt man seit 2010 in der bundesweiten 3. Liga.
Zu Rapid gab es in jüngerer Vergangenheit personelle Bezüge: So spielte hier zwischen 1997 und 1999 Franz Weber und 2001/02 war hier Heribert Weber Trainer, mit Andi Heraf als Co-Trainer.
Bereits ab 1920 spielte der Verein hier in einem Stadion im Ludwigspark. Das alte Ludwigsparkstadion wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der neugegründete FCS spielte dann im Stadion Kieselhumes bis 1953 das neugebaute Ludwigsparkstadion eröffnet wurde. 1976 wurde auf der Gegengerade mit einem oberen Rang eine zweite überdachte Tribüne errichtet. Mit Sitzplätzen an den Längsseiten und Stehplätzen in den Kurven finden hier heute etwas mehr als 30.000 Menschen Platz. Stadionrekord waren 53.000 beim WM-Qualifikationsspiel des Saarlands gegen Westdeutschland 1954 (1:3). Nach jahrelangen Diskussionen um Um- oder Neubau wurde heuer eine Sanierung samt Reduzierung der Kapazität beschlossen. So voll wie bei diesem Spiel ist das Stadion im Meisterschaftsalltag nicht. Sehr schön ist der südöstliche Anmarsch, wenn die Flutlichter und dann das Stadion zwischen den Bäumen des Ludwigsparks auftauchen.
Untertags wurden die Stadt Saarbrücken besichtigt und der FCS-Blogger Carsten getroffen, dessen Blogeintrag zum Spiel hier zu lesen ist.




























































FC-Sportfeld, Saarbrücken

3.12.2013

In Sichtweite des Ludwigsparkstadions liegt nur getrennt vom Bau der Saarlandhalle das FC-Sportfeld. des 1. FC Saarbrücken. Die Spielstätte beherbergt in der Tribüne das Vereinsheim und dient als Trainingsstätte sowie als Nachwuchszentrum. Die zweite Mannschaft des Vereins spielt hier ihre Matches in der Oberliga. 2005 wurde die Anlage zuletzt renoviert.
Die alten, heute mit Gras überwachsenen Stehplatzstufen sind von Mauern eingefaßt und lassen noch den einstigen Anblick eines schönen engen Stadions mit Haupttribüne und großem Stehplatzbereich erkennen.
1955 fand hier ein Pokalvorschlußrundenspiel des FCS gegen den 1. FC Kaiserslautern statt, bei dem sich 15.000 Menschen auf den Tribünen drängten. Sie sahen 14 Tore, das Ergebnis lautete 7:7. Elfmeterschießen gab es noch nicht, so entschied das Los und schenkte den Gästen den Aufstieg. Nachdem Saarbrücken aber Einspruch gegen den Losentscheid eingelegt hatte, wurde das Spiel in Kaiserslautern wiederholt, wo dann Saarbrücken 4:3 gewann.









Stadion Kieselhumes, Saarbrücken

3.12.2013

Das Stadion Kieselhumes wurde 1931 eröffnet und erhielt 1935 seine heute noch zu sehenden Tribünen. 1952 wurde der Kieselhumes noch einmal erweitert und bot dann Platz für 35.000 Menschen. Aus dieser Zeit stammt auch das Turmgebäude. In den Jahren der französischen Regierung nach dem Zweiten Weltkrieg hieß das Stadion Stade Jean Bart. 1943 und 1952 spielte der 1. FC Saarbrücken hier seine Heimspiele in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1943 und 1952 im damals größten Stadion der Stadt Saarbrücken. Hier fand 1955 das Rückspiel des FCS im Europacup der Landesmeister gegen den AC Milan statt. Nachdem man im Hinspiel in San Siro 4:3 gewonnen hatte, verlor man hier aber 1:4 und schied aus. Dennoch ist der Europacup-Auftritt natürlich ein fußballerischer Höhepunkt für den FCS. Auch die Saarländische Fußballnationalmannschaft des seinerzeit autonomen Staats Saarlands spielte bis 1953 hier. Dann gab es mit dem Ludwigspark wieder eine größere Spielstätte.
Heute ist das Stadion nach Renovierungen von 1999 bis 2004 ein Leichtathletikzentrum mit Platz für 6.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. Fußball gibt es hier aber weitherhin. Die Frauen des FCS spielen hier, aber vor allem auch seit 1931 Saar 05 Saarbrücken. Der älteste Vorgänger des Vereins wurde 1905 gegründet. Nach der Auflösung und Wiedergründung 1945 gehörte der Verein dann später bis zur Ligenreform 1963 der Oberliga an. Die erfolgreichste Zeit war zwischen 1950 und 1970.
2001 stiegen sie nochmals in die mittlerweile selbst nur noch viertklassige Oberliga auf, hielten sich aber nur ein Jahr. Nach einem Absturz wurde die Fußballabteilung 2008 neugegründet und der als SV Saar 05 Saarbrücken Jugend antretende Verein begann in der Kreisliga B neu. Derzeit steht bereits wieder an der Spitze der sechstklassigen Saarlandliga.