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Freitag, 22. Dezember 2023

Ballesterer 184




Rezension


ballesterer
Nr. 184
Jänner 2024
84 S.







Pelé ist Thema der Titelgeschichte von Nicole Selmer, die den Fußballstar und was ihn ausmachte in spannender Art und Weise anhand ausgewählter Körperteile in einer „Anatomie eines der besten Fußballer der Geschichte“ portraitiert: Pelés Knie, Haut, Arm, Kopf, Ohren, Penis, Mund und Hüfte. Weitere Texte im Rahmen des Schwerpunkts behandeln den FC Santos als beste Mannschaft seiner Zeit, Mythen um Pelé und den Fußballer Pelé im Vergleich.

Rapid ist mehrmals und unterschiedlich Thema im Heft. Emanuel Van den Nest analysiert Rapids Spiel im Herbst und kommt zum Schluss, dass die zu vielen Gegentore das Problem sind. Guido Burgstaller spricht im Interview über Rapid und die Themen seiner Karriere. Der Herr Dr. Pennwieser widmet sich in seiner Notfallambulanz-Kolumne dem psychischen Problem der „ständigen Enttäuschung“, von der man als Rapidlerin und Rapidler geplagt ist. Der Therapievorschlag „sich von der Hoffnung zu verabschieden“ ist allerdings nicht praktikabel.

Als „die Schaumgeborenen“ beschreibt Filip Bláha die Symbiose von Bierausschank und Sportvereinen Ende des 19.Jh. in der frühen Prager Fußballgeschichte. Stefan Kraft interviewt Sébastien Louis zu dessen nun auch in deutscher Übersetzung erschienenem Buch zur Ultras-Geschichte (davon noch später auch mehr an dieser Stelle).

Vom „Spielen unter Brücken“ in Eberstalzell berichte ich in meiner Amateurfußballserie Nebenschauplätze im Heft.


A4 / 7,50 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel

Donnerstag, 5. Juni 2008

Pelé und Garrincha


Rezension


Pelé und Garrincha - Brasilianische Fußballkönige
(Pelé, Garrincha, Dieux du Brésil)
Frankreich 2002
Regie: Jean-Christophe Rosé
81 min.




ARTE hat gestern die wunderschöne Dokumentation über die beiden Götter Brasiliens Pelé und Garrincha gezeigt. Beide aus unterprivilegierten Verhältnissen, beide keine "Weißen", Garrincha noch dazu mit verkrüppelten Beinen. Und beide wahre Wunderkicker. Die Spielszenen im Film demonstrieren das durchaus nachdrücklich (beeindruckend sind bei diesen übrigens auch die Bilder der brasilianischen Fans mit Rauch und Fahnenmeer - ein etwas anderer Anblick als bei uns in den 1950er Jahren!).

Thema des Films ist die unterschiedliche Entwicklung der beiden: Hier Garrincha, mit turbulentem Privatleben, aber herzergreifender Liebesgeschichte mit seiner zweiten Frau, der immer wieder zu seinen Wurzeln am Land, im Urwald zurückkehrt. Und auf der anderen Seite Pelé, der Geschmeidige, Geschleckte, der den Militärdiktator umarmt. "Der eine zeigt sich immer öfters in Anzug und Krawatte, der andere spielt am liebsten barfuß".

Bewegend v.a. die Sequenzen am Schluß, wo beim Karneval irgendwann Ende der 70er/Anfang der 80er der vom Alkohol gezeichnete Garrincha als trauriger Haufen Elend auf so einem Wagen sitzt, gegengeschnitten zu einem ausgelassen feiernden Pelé.

Pelé ist heute noch ein Werbestar, Garrincha ist vor 25 Jahren gestorben und fast vergessen. In 11 Freunde und Null Acht waren letztens Artikel über ihn zu seinem 25. Todestag.