Freitag, 31. Oktober 2008

When Saturday Comes, 261


Rezension


When Saturday Comes
The Half Decent Football Magazine
Issue 261, November 2008
46 S.






In einem sehr lehrreichen Artikel erzählt Henry Mance die Geschichte des kolumbianischen Vereins América de Cali. Aus Drogenmafiageldern der Brüder Rodriguez finanziert, haben sie es Mitte der 1980er Jahre an die Spitze des südamerikanischen Fußballs geschafft und dabei ab 1985 drei Mal hintereinander das Finale der Copa Libertadores verloren, was sie am ganzen Kontinent als tragische Helden beliebt gemacht hat. Und dann werden sie vom bisher von ihnen in der Liga deklassierten Rivalen Nacional (mit dem legendären Goalie René Higuita), finanziert vom anderen Drogenmafiaclan des Landes, von Pablo Escobar, übertrumpft, die in ihrem ersten Finale 1989 gleich den südamerikanischen Kontinentalcup gewinnen. 1996 hat América dann sein viertes Finale verloren.
Der Aufstieg erfolgte in einer Zeit, "before public sentiment swung heavily against the drug trade: the narcos' upwards mobility was regarded as a picaresque success story. And, by investing in a working-class club such as América, the Rodriguezes became local heroes." wie Mance schreibt. Doch diese Zeit ist vorbei und heute ist der Verein deshalb wirtschaftlich am Boden - "Whereas the Rodríguez Orejuelas' involvement in the club once meant wealth, it now means relative poverty. The Clinton administration placed the club on a list of those involved with drug-trafficking, meaning that any company that deals with them is prohibited from doing business in the USA."

Weiters gibt es im Heft Interessantes über das gespannte Verhältnis zwischen dem Platzhirsch Olympique Lyon und dem gefühlten Platzhirsch Olympique Marseille in Frankreich oder über Jimmy Sirrel, Trainerlegende von Notts County, zu lesen.

Keine Kommentare:

Kommentar posten