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Mittwoch, 1. November 2017

Campobasso - L'Aquila 0:0

Italien, Serie D, girone F, 10a giornata, 1.11.2017
Stadio Nuovo Romagnoli, 1.000

Torlos blieb das Spiel der Serie D, womit Campobasso nun sechs Punkte hinter der Tabellenspitze zurückliegt. Man hatte sich mehr erhofft, wie im Publikum zu vernehmen war. Vier Runden ist man jetzt schon ohne Sieg.
Die Curva Nord Michele Scorrano von Campobasso begann das Spiel mit rotem und blauem Rauch und ließ sich vom Spiel in ihrem Support nicht beirren. Ein mit Applaus bedachtes Spruchband gedachte den bei einem Erdbeben vor fünfzehn Jahren beim Einsturz ihrer Schule in San Giuliano di Puglia getöteten Schulkindern („31.10.02 31.10.2017 Ricordiamo i 27 angeli“). Eine weitere Botschaft („Libertà per gli Ultrà“) galt auch den Auswärtsfans aus L'Aquila, die denselben Freiheitsruf an ihre Zaun angebracht hatten. Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Francavilla hatte es Verhaftungen gegeben. Sie zeigten, dass man nicht viele Leute braucht, um einen durchgängigen Support zu zeigen.
Die Società Sportiva Città di Campobasso wurde 1919 als US Campobasso gegründet. Bereits fünfmal wurde der Verein neugegründet: Zum ersten Mal 1948, nachdem der Spielbetrieb 1935 eingestellt worden war. In den letzten Jahrzehnten gab es vier Neustarts nach Pleiten: 1990 (FC Campobasso), 1996 (AC Campobasso), 2003 (Polisportiva Nuovo Campobasso Calcio) und zuletzt 2013 (US Campobasso 1919). 1959 stieg Campobasso erstmals in die Serie D auf und gelangte nach zwischenzeitlichem Abstieg 1975 in die Serie C. Größter Erfolg des Vereins war der Aufstieg in die Serie B, in der man von 1981 bis 1987 spielte. Nach dem Neustart in der fünfklassigen Eccellenza 2013/14 stieg man gleich wieder in die Serie D auf, in der man seit 2014 als SSD Città di Campobasso antritt.
Das Stadio Nuovo Romagnoli, nach dem Stadtviertel auch Selvapiana genannt, wurde nach zweijähriger Bauzeit 1985 eröffnet. Es wurde vom selben Architekten wie jenes in Benevento geplant und ist de facto dasselbe Bauwerk. Das Stadion wird ebenso wie das Vorgängerstadion nach dem 1929 im italienischen Kolonialkrieg in Libyen getöteten Militärpiloten Giovanni Romagnoli genannt, der in Campobasso geboren worden war. Zur Zeit der Errichtung des Stadions spielte Campobasso in der Serie B am Höhepunkt seiner Vereinsgeschichte. Die Baukosten trugen aber zur finanziellen Krise und schließlichen Pleite 1990 bei. Das standesgemäße Eröffnungsspiel war das Achtelfinal-Hinspiel der Coppa Italia 1984/85 gegen Juventus, in dem Campobasso vor 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauern sensationell 1:0 gewann (das Rückspiel ging aber 1:4 verloren). Heute gibt es hier 25.000 Plätze, wobei nur eine Kapazität von 7.500 zugelassen ist.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Campobasso besichtigt. Einen schönen Ausblick hat man sowohl vom Stadion aus auf das Castello Monforte als auch von der Burg auf das Stadion herab.

Lost Ground Stadio Vecchio Romagnoli, Campobasso

1.11.2017

In der mittelitalienischen Stadt Campobasso begann das Fußballspielen nach dem Ersten Weltkrieg rund um ein benachbartes Kriegswaisenheim (Istituto degli Orfani di Guerra). Gleich daneben wurde später der erste echte Sportplatz in der Stadt gebaut. Er wurde nach dem 1929 im italienischen Kolonialkrieg in Libyen getöteten Militärpiloten Giovanni Romagnoli genannt, der in Campobasso geboren worden war.
Das Stadion besaß ursprünglich nur eine Haupttribüne und die erhaltene Kurve auf der Südseite, genannt prato, die sie um eine alte Leichtathletikbahn bog. In den 1970er Jahren wurden zusätzlich zu diesen beiden betonierten Tribünen neben der Haupttribüne und an der anderen Längsseite weitere Tribünen aus Stahlrohr mit Holzbrettern als Tritt- und Sitzflächen errichtet. Hier, auf der Distinti, entwickelte sich die Fanszene bis sie in den 1980er Jahren auf die hinter dem nordseitigen Tor neu errichteten weiteren Stahlrohrtribünen übersiedelte (Curva Nord).
Mit dem sportlichen Aufstieg in die Serie B wurde das neue Stadion außerhalb in der Selvapiana errichtet. Das alte Stadion befand sich hingegen wenige Minuten vom Bahnhof entfernt nahe dem Stadtzentrum. Durch die innerstädtische Lage hatten sich Verkehrsprobleme ergeben. Nach der Eröffnung des neuen Stadions 1985 wurde das alte Stadion noch für Amateurfußball und Rugby verwendet. Die Zusatztribünen wurden bald entfernt, schließlich auch die Haupttribüne abgerissen. Nur die Stufen der alten Kurve im Süden erinnern neben dem einfachen Spielfeld noch an das alte Stadion.
Seine größten Spiele erlebte das Stadion 1982. Am 30. Mai 1982 fixierte Campobasso mit einem 1:0 gegen die Reggina den Aufstieg in die Serie B. Hier war dann am 3. Oktober 1982 schließlich der AC Milan beim Aufsteiger zu Gast, was für den Rekordbesuch von 14.500 Zuschauerinnen und Zuschauern sorgte.



Montag, 18. Januar 2016

Sambenedettese - Campobasso 2:1 (1:0)

Italien, Serie D, Girone F, 20a giornata, 17.1.2016
Stadio Riviera delle Palme, 3.500

Die diese Saison dominierenden und die Tabelle überlegen anführende Samba hatte gegen Campobasso kein leichtes Spiel. Sambenedettese war zwar stärker, doch der zwischenzeitliche Ausgleich der Gäste war nicht unverdient. Ein Elfmeter brachte dann Führung und den Sieg. Die letzten fünf Minuten der regulären Spielzeit plus sechs Minuten Nachspielzeit war Sambenedettese nur mehr zu zehnt.
„Tradizione è custodia del fuoco, non adorazione della cenere“ („Tradition ist das Hüten des Feuers, nicht das Anbeten der Asche“) war in der Kurve zu Spielbeginn am Spruchband unter der großen Blockfahne der Ultras Samb zu lesen. Sie zeigten dann auch Feuer im Support in ihrem Tifo-Tempel, wie die Aufschrift „Tempio del tifo“ außen verkündet. Dass dies ein Viertligaspiel war, merkte man nur beim Blick auf das Spielfeld. Die Ultras Campobasso war ebenfalls in ordentlicher Anzahl erschienen und präsentierten sich gut.
Die SS Sambenedettese Calcio wurde 1923 al Unione Sportiva Sambenedettese aus einer Fusion der drei Mannschaften Fortitudo (1907), Serenissima und Forza e Coraggio in San Benedetto del Tronto (Sambenedèttë im lokalen Dialekt) gegründet. Die Farben waren zunächst grün-weiß, seit 1928 trägt man rot-blau. Die besten Jahre der SS Sambenedettese (Name seit 1941) waren die Saisonen in der Serie B von 1956 bis 1963 und 1974 bis 1989. 1994 ging man pleite und musste unten in der Eccellenza neu beginnen, schaffte es aber bis 2002 zurück in der Serie C. Eine neue Pleite folgte 2006, man durfte aber in der Liga bleiben. 2009 krachte man sowohl sportlich (Abstiegsplatz) als auch finanziell (Lizenzentzug) und musste wieder hinunter in die Eccellenza, aus der man es 2010 zumindest zurück in die Serie D schaffte.
Das Stadio Riviera delle Palme wurde infolge der Stadionkatastrophe im alten Stadio Fratelli Ballarin als Neubau 1985 eröffnet. Eine Gedenktafel erinnert an die Toten des Brands im Ballarin. Die höchste Zahl an Zuschauerinnen und Zuschauern erlebte das Stadion Riviera delle Palme 1997 bei einem mit mit 25.000 Leuten ausverkauften Freundschaftsspiel zwischen Juventus und Bayern München. Auf der Haupttribüne gibt es heute in den offenen Bereichen Plastiksitze, ansonsten sind die Plätze hier italienischer Standard der 80er Jahre: Betonstufen mit Platznummern. Daher stehen auch auf der Längsseite Wellenbrecher. Die genehmigte Kapazität wurde später aus Sicherheitsgründen auf zuletzt 7.494 Plätze reduziert. 2010 wurde das Stadion renoviert, vollständig überdacht und verfügt seither über 13.500 Plätze.
Zum Spielbesuch wurde auch die Stadt San Benedetto del Tronto besichtigt.