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Montag, 25. August 2014

Flora - Paide Linnameeskond 3:0 (1:0)

Estland, Meistriliiga, 26. ring, 23.8.2014
Lilleküla staadion, 284

Wie am Nachmittag begann auch dieses Match mit einem Tor in der ersten Minute. Diesmal traf allerdings die Heimmannschaft. Dem Spiel tat das frühe Tor für den Favoriten nicht gut.
Zu Spielbeginn war der Heimsektor noch ein kleines Häuflein. Aber nachdem alle etwa zur Mitte der ersten Halbzeit eingetrudelt waren, legte der Viies Sektor einen für die Verhältnisse ordentlichen, wenn auch nicht sehr abwechslungsreichen Support hin. Sie peppten damit die Atmosphäre im leeren Stadion jedenfalls auf.
Der FC Flora wurde 1990 in Tallinn gegründet und ist mit neun Meistertiteln (zuletzt 2011) derzeit noch knapp vor dem zuvor besuchten Levadia estnischer Rekordmeister. Sechsmal wurde auch der Cup gewonnen (zuletzt 2013). In den neunziger Jahren war die Flora-Mannschaft die Basis der estnischen Nationalmannschaft und der Flora-Trainer mehrmals auch gleichzeitig Teamchef. Der Vereinspräsident ist auch derzeit Präsident des estnischen Fußballverbands.
Das Lilleküla staadion wurde 2001 als Heimstadion für Flora und die estnische Nationalmannschaft eröffnet. Seit 2002 heißt das ursprünglich nach dem Stadtteil benannte Stadion offiziell nach einer Biermarke („A. Le Coq Arena“). Es ist ein durchaus gelungenes Neubaustadion mit 9.692 Plätzen. Überdacht ist das Stadion seltsamerweise nur an drei Seiten. Einen etwas ungewöhnlichen Anblick bot auch das anscheinend als Zusatztribüne in den Heim-Hintertorbereich gestellte Stahlrohrgerüst.
Untertags wurden zuvor die Stadt Tallinn und ein weiteres Stadion besichtigt.






































Levadia - Sillamäe Kalev 0:3 (0:1)

Estland, Meistriliiga, 26. ring, 23.8.2014
Kadrioru staadion, 158

Eine überraschende Heimniederlage erlitt der Meister und verlor damit vorerst auch die Tabellenführung. Gleich in der ersten Spielminute gingen die Gäste aus Sillamäe in Führung, agierten das Match über als wachere Mannschaft und fixierten mit einem Doppelschlag zweier weiterer Tore zehn Minuten vor Schluß das Ergebnis.
Der Großteil der Zuschauerinnen und Zuschauer fand unter dem überdachten Teil der Haupttribüne Schutz, als zwanzig Minuten vor Spielbeginn ein Regenschauer begann, der bis zur 40. Minute der ersten Halbzeit anhielt. Auf der offenen Gegentribüne ertrug ein halbes Dutzend supportende Anhänger die prasselnden Niederschläge, um anschließend den Rest der Spielzeit in der prallen Sonne zu stehen.
Der Tallinna FC Levadia entstand 1999 aus einer Fusion des 1991 gegründeten Tallinna Sadam mit Levadia Maardu, bis 1998 Maardu Olümpia, aus der 15km von Tallinn entfernten Stadt Maardu. Der Vereinsname stammt vom ukrainischen Eigentümer Viktor Levada. Zunächst spielte die zweite Mannschaft als Levadia Tallinn, während die erste Mannschaft als Levadia Maardu in Maardu spielte. Beide in der ersten Liga. 2004 zog Levadia Maardu nach Tallinn um und die zweite Mannschaft wurde aufgelöst. Zuvor hatte es noch 2002 ein internes Finale im estnischen Cup gegeben, das Levadia Tallinn mit 2:0 gegen Levadia Maardu gewann. Der heutige Verein gewann seit 1999 achtmal die estnische Meisterschaft, zuletzt 2013, und siebenmal den Cup (je drei Titelgewinne davon in Maardu).
Das Kadrioru staadion wurde 1926 als ESK staadion des Sportverbands Eesti Spordi Keskliidule mit einer Kapazität von 15.000 Zuschauerinnen und Zuschauern eröffnet. Die alte Haupttribüne wurde 1938 durch die im Mittelteil überdachte heutige Tribüne ersetzt. In der Sowjetunion hieß das Stadion Dünamo staadion (russisch Стадион Динамо). Heute ist es nach dem Stadtbezirk Kadriorg (früherer deutscher Name „Katharinental“) benannt. 1999/2000 wurde das Stadion zuletzt renoviert und hat seither eine Kapazität von 5.000 Plätzen. Bis zur Eröffnung des neuen Stadions 2001, in der anschließend ein Spiel besucht wurde, spielte hier auch die estnische Nationalmannschaft. Heute dient es auch anderen Vereinen als Spielstätte.
Untertags waren auch die schöne Stadt Tallinn und ein weiteres Stadion besichtigt worden.





































Kalevi Keskstaadion, Tallinn

23.8.2014

Das Kalevi Keskstaadion wurde 1955 in der estnischen Hauptstadt Tallinn als Stadion des sowjetischen KP-Jugendverbands Komsomol Komsomoli staadion (russisch Комсомольский стадион) eröffnet. Die Tribünen des weiten unüberdachten Ovals fassen 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauer, die auf Holzbänken an den Längsseiten Platz nehmen können.
Hier spielte der 1911 gegründete Verein Kalev Tallinn, der 1923 und 1930 Meister des unabhängigen Estlands geworden war und 1956 die Liga der estnischen Sowjetrepublik gewann. Kalev Tallinn spielte 1960 und 1961 dank einer Neuorganisation nach geographischen Gesichtspunkten sogar zwei Saisonen in der ersten sowjetischen Liga. 1963 wurde der Verein aber aufgelöst. 2002 wurde der Klub als JK Tallinna Kalev wiedergegründet und spielt seit 2005 in der ersten estnischen Liga.
Zum Zeitpunkt meines Besuchs fand hier eine Hundeschau statt. In einer Unzahl an Zelten befanden sich zahlreiche herausgeputzte Hunde.



















Daugava Rīga - Skonto 1:2 (0:2)

Lettland, Virslīga, 27. kārta, 22.8.2014
Daugavas stadions, 250

Gegen den Tabellenführer hatte Daugava Rīga hart zu kämpfen, hatte aber auch seine Szenen und Chancen. Das Match wurde eher ruppig geführt, es gab einige gelbe und eine rote Karte. Unmittelbar nach dem Ausschluss eines Skonto-Spielers erzielte Daugava den Anschlusstreffer. Sozusagen eine doppelte Bestrafung für den Stoß, der zum Platzverweis führte. Zu mehr reichte es aber nicht und Skonto ging verdient als Sieger vom Platz.
Der FK Daugava Rīga wurde 2003 in der zehn Kilometer von Riga entfernten Stadt Jūrmala als FK Jūrmala gegründet, stieg in der zweiten Liga ein und gewann diese auf Anhieb. Seit 2004 spielt der Verein in der ersten lettlischen Liga. 2012 zog der Klub in die Hauptstadt Riga um, da es in Jūrmala mit zwei anderen Vereinen eine zu große Konkurrenz gab. Der Verein zog in das Daugava-Stadion und wurde in FK Daugava Rīga umbenannt. Man knüpfte damit dem Namen nach an den zu sowjetischer Zeit von 1944 bis 1992 bestehenden Verein Daugava Rīga (Дауга́ва Ри́га) an, der hier 1948, von 1953 bis 1959, von 1963 bis 1971, 1976, von 1982 bis 1989 und 1991 in der ersten sowjetischen Liga gespielt hatte. Daugava ist der lettische Name des Flusses, an dem Riga liegt.
Das Daugavas stadions wurde 1958 als Heimstätte des sowjetischen Vereins eröffnet (russisch Стадион Даугава). Das Stadion hatte eine Kapazität von 15.000 Plätzen auf der Haupttribüne und einem Stehplatztribünen im Oval. 1974 wurde anstelle der alten einrangigen Haupttribüne die heute zu sehende Tribüne mit zwei Rängen errichtet. Der größte Blickfang sind die ebenfalls aus jener Zeit stammenden beeindruckenden Flutlichtmasten. Anfang der 1990er Jahre wurde das baufällig gewordene Oval abgerissen (historischer Blick von der Haupttribüne in das noch bestehende Oval bei einer Folklore-Veranstaltung), sodass heute nur mehr die Haupttribüne mit 5.500 Plätzen steht. Von 1991 bis 2000 hatte hier auch die lettische Nationalmannschaft ihre Heimspiele ausgetragen, bis das neue Skonto-Stadion eröffnet wurde. Auch Skonto hatte zuvor hier im Daugava-Stadion gespielt.
Vor dem Spiel wurde ein weiteres Stadion angeschaut und die Stadt Riga besichtigt.