Mittwoch, 28. Oktober 2026

Wacker Innsbruck – Wattens 3:4 i.E., 2:2 n.V. (1:1, 1:1)

ÖFB-Cup, Achtelfinale, 28.10.2026
Tivoli Neu, 16.071

Rundum schwarz-grün war das Innsbrucker Tivoli zu Spielbeginn. Nur im Süden war der Fansektor der grün-weißen Gäste aus Wattens. Vor vollen Rängen im nahezu ausverkauften Stadion gab es ein sehenswertes Tiroler Derby, in dem der Zweitligist Wacker Innsbruck zweimal eine Führung des Wattener Bundesligisten ausglich und ihn bis ins Elfmeterschießen zwang. Cup-Dramatik pur.
Schwarz-Grün sind die Farben, die alle im Land im Herzen tragen war die Botschaft der Tivoli Nord in ihrer Choreographie, die mit Zetteln nicht nur die Nord sondern auch Ost- und Westtribüne im schwarz-grünen Muster füllte. Eine so große, stadionfüllende Choreographie hatte es hier zuletzt vor einem Vierteljahrhundert, im September 2001 in der Champions-League-Qualifikation gegen Lokomotiv Moskau gegeben. Mit immer wieder Pyro und lauten Gesängen supportete die Tivoli Nord. Freunde aus Thun waren auch wieder dabei. Versuchte Provokationen von Seiten der Wattens-Fans ließ man sichtlich unberührt abperlen ohne darauf einzugehen.
Kompakten Auftritt gab es auf Gästefanseite nicht, aber ein paar versprengte Engagierte, die nicht nur ihren Verein als Tirols #1 deklarierten, sondern unbeachtet des eigenen Daseins als Swarovski-Millionärsfamilienhobbyprojekt, zu dem die einstige Werksportgemeinschaft geworden ist, auch die Verbandelung des FC Wacker Innsbruck mit dem Los Angeles Football Club (LAFC) als US-amerikanischer Investor thematisierten.
Die beiden Vereine verbindet eine Geschichte miteinander. 1971 bis 1986 spielte der FC Wacker Innsbruck in Spielgemeinschaft mit der WSG Wattens als SSW Innsbruck, was als Kürzel für SpG Swarovski Wattens-Wacker Innsbruck stand. Danach folgte der FC Swarovski Tirol 1986 bis 1992, der die Bundesligalizenz übernahm, in Innsbruck spielte und in der Swarovski-Heimatstadt Wattens trainierte. Nach der Pleite des mit nicht sauberen Finanzflüssen zum dreimaligen Meister in Serie avancierten FC Tirol mit großem Krach im Jahr 2002 verhalf eine Spielgemeinschaft mit der WSG Wattens dem als Fortsetzung der Wacker-Tradition neugegründeten FC Wacker Tirol zum Einstieg in den Spielbetrieb bereits in der drittklassigen Regionalliga West mit der vormaligen Wattener Mannschaft in der Saison 2002/03 und wurde danach aufgelöst.
Während der FC Wacker Innsbruck in den letzten Jahren in den Amateurfußball abgestürzt war und sogar eine Saison in der Fünftklassigkeit verbringen musste, konnte die Familie Swarovski die WSG Wattens in der Bundesliga etablieren. Für ihre Heimspiele nutzt sie dabei das Innsbrucker Tivoli-Stadion und benannte sich offiziell in WSG Tirol um, um Wacker Innsbruck als großen Tiroler Verein zu konkurrenzieren. Allerdings sind das zumeist bessere Geisterspiele, wo Wacker Innsbruck selbst mehrere Spielklassen darunter vor mindestens doppelt so viel Leuten spielte. Dass die Atmosphäre anders wäre, wenn in Wattens selbst gespielt werden würde, zeigte sich beim Rapid-Cupspiel gegen Wattens im Gernot-Langes-Stadion.

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