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Dienstag, 29. April 2014

Bengalen, Bier & Bosna, 3



Rezension


Bengalen, Bier & Bosna
Fanzine der Südtribüne Steyr
Ausgabe 3 (2014)
52 S.






Die dritte Ausgabe des Steyrer Fanzines bietet diesmal ein besonderes Schmankerl: Das halbe Heft füllt eine Geschichte von Vorwärts Steyr der Jahre 1919 bis 1945 als ersten Teil eines Schwerpunkts zum unrunden Jubiläum 95 Jahre Vorwärts. Eine schön bebilderte, lesenswerte Erzählung jener schwierigen Anfangsjahrzehnte, wo sportlicher Erfolg oft von den Umständen beeinträchtigt wurde. Sei es, daß Meistertitel vom Verband aberkannt wurden oder, daß Vorwärts seinen damaligen Sportplatz als Arbeiterverein aus politischen Gründen nach dem Bürgerkrieg des Februar 1934 an den Stadtrivalen Amateure Steyr verlor. Sehr spannend war besonders die Darstellung der Geschichte der verschiedenen Spielstätten des Vereins in Steyr. Aber auch viele andere Details erfreuten. Wer wußte schon, daß Vorwärts Steyr 1924 ein − wohl kurzlebiges − Frauenfußballteam gründete? Große Vorfreude auf Teil 2 wurde hier jedenfalls geweckt.

Die zweite Hälfte des Hefts berichtet von den Spielen des Herbst 2013. Die Erzählungen von den Heimspielen gegen Blau-Weiß Linz und den LASK mit je 5.000 Leuten im Stadion lassen erahnen, daß da einiges los war. „Für diese Saison war das Motto ganz klar: Wir sind gekommen, um zu bleiben!“ heißt es zum ersten Spiel nach dem Wiederaufstieg in die Regionalliga. Das stellte sich im Lauf der Saison als schwieriges Unternehmen heraus. Im Bericht über das Cupspiel in Retz wird meine Wenigkeit inkognito erwähnt und ich durfte dazu eines der abgedruckten Bilder beisteuern. Das beste Bild des Hefts ist aber mit großem Abstand das pyrountermalte Gruppenfoto mit Austrofred.

Donnerstag, 5. September 2013

Bengalen, Bier & Bosna, 2



Rezension


Bengalen, Bier & Bosna
Fanzine der Südtribüne Steyr
Ausgabe 2, Herbst 2013
72 S.






Nach der Erstlingsausgabe im Vorjahr erschien nun ein Jahr später die zweite Ausgabe des Steyrer Fanzines Bengalen, Bier & Bosna. Die inhaltliche Ausrichtung und Gewichtung wurde beibehalten − und das ist gut so, denn es ist so wiederum ein interessantes Heft geworden.

Den Hauptteil machen die Match-, Support- und Erlebnisberichte der Spiele von Vorwärts Steyr in der Saison 2012/13 aus, die in der Meisterschaft vom Wiederaufstieg in die Regionalliga Mitte gekrönt waren. Dem Rückschritt in die vierte Liga konnte auch Positives abgewonnen werden, „endlich wieder mal ein Sportplatz ohne Zaun oder Bande, Unterhaus pur!“ heißt es zum Auftakt. Überhaupt gibt es gerade in einem Verein, der schon einmal tot war und dann wiederbelebt wurde, eine andere Priorität neben dem sportlichen Lage: „Eigentlich mir persönlich ja egal, in welcher Spielklasse wir antreten, Hauptsache der Verein lebt und man hat eine gute Zeit.“

Zum möglichen Herausnehmen in der Heftmitte gibt es eine Foto-Doppelseite von einer schönen Choreo aus dem Herbst 2012, die vier Vereinslegenden (Daniel Madlener, Amarildo Zela, Rudi Strittich und Oleg Blochin) als Mount Rushmore zeigte. Auf der Rückseite gibt es Bilder von der größten Fanaktion des Frühjahrs, bei der die Innenwand der Fantribüne am Vorwärtsplatz in zweitägiger Arbeit in den Vereinsfarben ausgemalt und mit Südtribünen-Schriftzug versehen wurde.

Ein Highlight sind die historischen Beiträge. Hier gibt es einerseits einen Bericht (samt Farbfoto!) über die Reise einer mit Spielern der Amateure Steyr verstärkten Vorwärts-Mannschaft zu den kommunistischen Weltjugendfestspielen in Moskau 1957, mit Spielen gegen den Sudan in Kalinin (Twer), gegen eine UdSSR-Auswahl in Leningrad, gegen Metallurg in Dnipropetrovsk und Dynamo Kiew in Kiew. Reisen war damals ein Abenteuer.
Ebenfalls eine schöne Lektüre sind die alten Reiseberichte aus Fanzines der Jahre 1998 und 1999 von Auswärtsfahrten auf die Hohe Warte und nach Lustenau.

Freitag, 14. September 2012

Bengalen, Bier & Bosna


Rezension

Bengalen, Bier & Bosna
Fanmagazin der Südtribüne Steyr
Erstausgabe Sommer 2012
inkl. BBB-Spezial Plattform Südtribüne 2005 bis 2012
52 S. + 40 S.




Ein neues Fanzine namens Bengalen, Bier & Bosna (Anm.: letzteres ist ein regional verbreitetes Würstl) brachte die Fanszene von Vorwärts Steyr heraus. Es soll ein Sprachrohr der Steyrer Südtribüne sein. Die erste Ausgabe besteht aus einem aktuellen Heft und einer Beilage, die alle (beachtlichen!) Choreographien von 2005 bis 2012 abbildet, dazu Hintergründe erzählt und etwas zur Geschichte des (Ultra-)Supports in Steyr sowie der Plattform Südtribüne und des Fanklubs Südchaos erfahren läßt.

Das Hauptheft widmet sich den klassischen Fanzine-Themen: Berichte von Auswärtsfahrten und Spielen des Vereins, Fan- und Vereinsleben, Groundhopping, Rückblick auf große Momente wie das legendäre 5:0 gegen das damalige medial gepushte Dream Team des FC Tirol mit abwesendem Trainer Hans Krankl 1994 (ist mir noch in amüsanter Fernseh-Erinnerung) oder die traurige Stunde der Einstellung des Spielbetriebs in der Winterpause am 11. Jänner 2001. Ein halbes Jahr gab es keinen Fußball. Eine prägende Erfahrung, berichtet Andy:
„Ich erinnere mich noch manchmal an diese Zeit zurück und habe noch immer den Hohn und die Verspottung meiner Arbeitskollegen in den Ohren. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, daß eine Welt für mich zusammenbricht. Da geht man fast 20 Jahre zu fast jedem Heimspiel und fährt auch auswärts des Öfteren mit und dann gibt es den ,Herzensverein plötzlich nicht mehr. [...] Umso größer war natürlich die Freude als ich hörte, daß es wieder weitergehen wird. Allerdings in der 2. Klasse. Aber was ist schon eine Liga gegen die Liebe zum Verein. Also pilgerte ich ab August 2001 wieder zu den Spielen meiner geliebten Vorwärts. Auch wenn man heute zurückdenkt wo wir überall gespielt haben, Maria Neustift, Kleinreifling, Großraming usw., finde ich, daß diese Erfahrungen sehr viel wert sind, und wir unseren Kindern und Enkeln auch von diesen Begegnungen mit glänzenden Augen erzählen werden.“

Man kann Vorwärts Steyr nach all den Jahren im Unterhaus (nach letztjährigem Abstieg gegenwärtig wieder in der vierten Liga) nur eine Rückkehr in den Profifußball vor der genannten Generation der Kinder und Enkel wünschen. Das Fanzine ist jedenfalls schon einmal erstligareif.