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Donnerstag, 12. August 2021
Anorthosis Famagusta – Rapid 2:1 (1:0)
Europa League, 3. Qualifikationsrunde, Rückspiel, 12.8.2021
Stadio Antonis Papadopoulos, 4.000
Rapid schwamm, ging aber trotz Niederlage auf Zypern nicht baden. Der Vorsprung aus dem Hinspiel rettete den Aufstieg. Nach zehn Minuten wurde ein erster Schuss von Strebinger gehalten und es zeigte sich schon, wohin in diesem Spiel die Reise ging. Der Gegentreffer kurz vor der Pause hatte sich abgezeichnet. Nach etwas mehr als Stunde stellte sich Erleichterung angesichts des Ausgleichstreffers durch Kara ein. Etwas kurioses Tor, aber Hauptsache drin. Verloren wurde das Spiel dennoch.
Eine Delegation des Block West hatte vorab ihr Zeichen gesetzt und war erneut in der Stadt, aber nicht beim Spiel im Stadion. Aus den bekannten Gründen des UEFA-Verbots und der Einschränkung vor Ort (1G) waren nur wenige dutzend Rapidfans auf verschiedenen Tribünen beim Match. Manche mit eigens registrierter zyprischer Fancard, andere erhielten VIP-Karten. Aktive Fanunterstützung des Heimteams durch die Fankurve gibt es wie in Zypern üblich auch hier seit der Einführung der Fancard-Pflicht seit Jahren nicht mehr. Die politische Ausrichtung ist an den Graffiti rund um das Stadion unschwer zu erkennen. Das übrige Stadionpublikum auf beiden Längsseiten ging zeitweise mit Applaus oder kurzen Gesängen mit dem Spielverlauf mit.
Der Anorthosis Famagusta FC (Ανόρθωσις Αμμοχώστου) wurde 1911 in Famagusta (Αμμόχωστος, türkisch Mağusa) gegründet. Anorthosis bedeutet Wiedergeburt/Wiederauferstehung und war in seinen ersten Jahrzehnten vor allem ein kulturell um griechischen Nationalismus bemührter Verein. 1932 wurde der Verein von den britischen Behörden (Zypern war bis 1960 britische Kolonie) geschlossen und Funktionäre wegen griechisch-nationalistischer Aktivität verhaftet. Mit dem türkischen militärischen Angriff 1974 und der Besetzung und Abtrennung des Nordens der Insel als Staat der türkischen Bevölkerung Zyperns vom griechischen Rest-Staat im Süden floh die griechische Bevölkerung aus der Stadt und nahm, wie es auch anderswo geschah, ihre Sportvereine mit. Die Flüchtlinge aus Famagusta haben sich im Süden verteilt, der Verein wurde in den letzten vier Jahrzehnten in der Stadt Larnaka sesshaft.
Mit 13 Meistertiteln (zuletzt 2007/08) und elf Cupsiegen (zuletzt 2020/21) ist Anorthosis einer der erfolgreichsten Fußballvereine Zypern. Höhepunkt war 2008, als man nach Rapid auch noch Olympiakos aus der Qualifikation war und in der Gruppenphase der Champions League spielte (vierter Platz hinter Panathinaikos sowie Inter und Werder Bremen.
Das Stadion Gipedo Antonis Papadopoulos (Γήπεδο 'Αντώνης Παπαδόπουλος') wurde 1986 als Spielstätte von Anorthosis Famagusta in Larnaka eröffnet. Das Stadion ist nach einem Mäzen des Vereins benannt. Die ursprüngliche Kapazität von 6.000 Plätzen wurde später auf 13.000 Plätze erweitert un d 1997 auf 10.230 Sitzplätze reduziert. Bis zur Stadioneröffnung 1986 hatten die beiden Flüchtlingsvereine aus Famagusta, Anorthosis und Stadtrivale Nea Salamis FC (Νέα Σαλαμίνα Αμμοχώστου), in verschiedenen Stadien im griechischen Süden der Insel gespielt. Letzterer Stadtrivale spielte früher auch hier (1987 bis 1991, 2004/05), hat aber heute ebenso ein eigenes Stadion in Larnaka.
Nach Ανόρθωσις Αμμοχώστου wartet auf Rapid nun Зоря Луганськ.
Donnerstag, 5. August 2021
Rapid – Anorthosis Famagusta 3:0 (1:0)
Europa League, 3. Qualifikationsrunde, Hinspiel, 5.8.2021
Weststadion, 11.400
Guter Rapidsieg im Europacup-Hinspiel. Kara erzielte die Führung. Nicht erhöht wurde sie mit einem vom kurz zuvor eingewechselten Ersatztormann abgewehrten, eher missglückten Knasmüller-Elfmeter. Dies erfolgte dann aber kurz darauf durch ein Weitschuss-Traumtor von Fountas. Grüll erzielte das 3:0.
Vor 13 Jahren hatte das Hinspiel der beiden Vereine im Europacup auch 3:0 geendet. Allerdings war das damals eine Rapid-Niederlage. Im Rückspiel konnte sie seinerzeit knapp nicht wiedergutgemacht werden. Dies sollte diesmal im Ergebnis ebenso ablaufen.
Der Block West war gut aufgelegt und supportete laut. Die Gäste gehörten zu den besseren Auswärtsblöcken, die im neuen Weststadion bisher zu Gast waren. Zu „UEFA Mafia“-Gesängen gab es (wie auch zuletzt gegen Sparta Prag) in Minute 30 zeitgleich in beiden Fansektoren Spruchbänder, die sich gegen das Auswärtsfanverbot der UEFA richteten. Vor Minute 60 gab es wiederum zeitgleich Spruchbänder, die sich diesmal gegen die heiß umstrittene Fankarten-Pflicht richteten, die in Zypern vor einigen Jahren eingeführt wurde.
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