Dienstag, 29. Dezember 2020

Forza Rapid, 23



Rezension


Forza Rapid
Die Hütteldorfer Revue
Nr. 23, 3/2020
100 S.










Frohe Botschaft zum Jahresende: Das neue Heft von Forza Rapid ist da.
Corona prägte unzweifelhaft dieses Jahr 2020. Die Auswirkungen für Rapid werden im Heft beleuchtet. Hierzu gibt es eine Geisterspiel-Reportage und ein Artikel widmet sich den finanziellen Konsequenzen.
Ein wichtiger Schritt voran war für den Verein, dass durch Umstände der Aufstieg der Amas in die weite Liga möglich wurde. Steffen Hofmann spricht in einem Interview dazu über seine Trainertätigkeit bei Rapid II.
In meiner Serie Rapid around the world führe ich 1.034 Kilometer weit nach Xanthi.

Einer besonderen Freundschaft widmet sich Thomas Lanz in seiner Serie über Rapid-Fanfreundschaften, nämlich der Beziehung zur Fanszene des Schweizer EHC Kloten. Eishockey? Ja, genau. Im Interview erzählen Lions-Protagonisten, wie die Kontakte zum Block West vor eineinhalb Jahrzehnten bei den Ultras begannen und bei Lions/Lords zu einer Freundschaft wurden. Der Interviewer ging sein Thema gewissenhaft an und stellte zum Einstieg seinen Gesprächspartnern gleich einmal Eishockey-Regelfragen. Dass Freundschaften zwischen Fanszenen von Fußball- und Eishockeyklubs weniger ungewöhnlich sind, als es scheint, erklären die Lions: „Die Klotener sind aber nicht die einzigen Eishockeyanhänger mit guten Kontakten zu ausländischen Fußballklubs. Davos und Altach sind oder waren genauso befreundet wie die Leute vom HC Lausanne (Anm.: Section Ouest 1933) und die Südkurve von Carl Zeiss Jena.“ Ambrì und Pisa fiele mir ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Expertise noch ein. Die Frage Fußball oder Eishockey ist für ihre Freundschaft nicht bedeutend: „Ich mache das nicht von der Sportart abhängig. Sie sind genauso Ultras wie wir. Das ist das, was im Endeffekt zählt.“

In der Rubrik Fetzn-Schmankerl resumiert Thomas Lanz die Ereignisse um Andreas Ivanschitz 2005 bis 2007. In der Serie Lost Fanclubs portraitiert Kersten Bogner den 1979 gegründeten Fanclub Die Löwen und interviewt Stefan Singer zu den Nachfolge-Fanklubs Rapidfans Floridsdorf und Flotown Boys. Weiters lässt er mit „Christbaum“ einen weiteren Protagonisten jener Fangeneration erzählen. Fangeschichtlich bietet das Heft somit wieder Beachtliches an Stoff.

Waren bei den obengenannten Texten schon interessante Fotos zu sehen, so gibt es die besten Bilder des Hefts in einem Portrait des Rapidfans und Fotografen Roman Zach-Kiesling. Herrliche Bilder der Meisterfeiern 1982, 1983 und 1996. Am besten gefallen mir dabei das von Fans gefüllte Spielfeld im Hanappi-Stadion 1982 während die Tribünen im Hintergrund auch noch voller Menschen sind (verdeutlicht, welche Masse sich damals im Stadion drängte – man spricht ja von 25.000), Hans Krankls Einsatz mit Krücke bei der Verhinderung eines Platzsturms in Eisenstadt 1983 mit bereits auf dem niedergetretenen Spielfeldzaun stehenden Fans (Krankls Gesichtsausdruck!) und das Kurvenpanorama 1996.

Ein besonderes Kapitel ist wieder der Geschichtsteil. Wissenswertes und Lesenswertes findet man hier: Rapid und der Cup in historischer Perspektive, der längstdienende Kapitän Rapids Rigo Kuthan, Christian Keglevits, Leopold Nitsch, Rapids Cup-Saison 1970/71 und Gregor Labes erinnert an das doppelte Jubiläum der Rapidspiele gegen Aston Villa 2009 und 2010. Labes' Grant wegen Rudi Edlingers gerader Worte in der Jelavić-Affaire 2010 teile ich nicht. Ich fand sie damals angebracht und sie sprachen mir aus der Seele. Jedenfalls kann man an diese vier Spiele und natürlich vor allem an die beiden Auswärtsspiele nicht zurückdenken, ohne dass einem die Augen leuchten. Völlig richtig, dass man sich „Highlights à la Aston Villa abspeichern und auch wieder in Erinnerung rufen muss, um Nightmare-Zeiten zu überstehen.“

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