Donnerstag, 16. Juli 2026

Altheim – Schalchen 3:2 i.E. (2:2, 1:2)

Oberösterreich, Innviertler Cup, Achtelfinale, 16.7.2026
Achstadion, 350

Im Elfmeterschießen erreichte der SK Altheim gegen SV Schalchen das Viertelfinale des Innviertler Cups. Es war ein Duell zweier Vereine aus der oberösterreichischen Landesliga West in der zweiten Runde des Innviertler Cups. In der ersten Runde hatten die beiden Favoriten hoch gewonnen, Altheim 11:0 in Pischelsdorf und Schalchen 14:0 in Mettmach. Dieses Spiel sollte anders verlaufen. Nachdem ein erster Treffer der Gäste noch abseits gewesen war, erzielte Altheim nach 12 Minuten das 1:0. Zehn weitere Minuten darauf gab es den Ausgleich zum 1:1 und zehn Minuten vor Ablauf der ersten Hälfte die Führung für die Gäste. Dabei blieb es in der zweiten Hälfte trotz Altheimer Chancen bis dann zum Schluss doch noch der Ausgleich zum 2:2 fiel. Damit ging es ins Elfmeterschießen, das mit einigen vergebenen Schüssen Altheim 3:2 gegen Schalchen gewann.
Vor Spielbeginn gab es eine Schweigeminute in Gedenken an das verstorbene Gründungsmitglied des Innviertler Cup-Komitees Leo Kornbinder aus Antiesenhofen, der das letzte noch lebende Mitglied aus der Gründungsgeneration dieses traditionellen Bewerbs im Jahr 1959 gewesen war.
Der Sportklub Altheim wurde 1948 neu gegründet, nachdem auf einen Beschluss des Gemeinderats hin die drei in Tradition der Zwischenkriegszeit nach politischen Ausrichtungen gebildeten Sportvereine aufgelöst wurden, um einen gemeinsamen Verein ohne politische Punzierung zu bilden. Es waren dies der um 1926 gegründete Christlich-Deutsche Turnverein, der SV Altheim und der 1923 gegründete und 1934 vom austrofaschistischen Regime verbotene Arbeiterverein ATSV Altheim gewesen. Als „unpolitischen Verein“ definierte man die Neugründung. Nach dem Meistertitel der damals fünftklassigen Bezirksliga West 1967/68 stieg der SK Altheim erstmals in die höchste oberösterreichische Spielklasse auf und spielte ab 1968/69 in der Landesliga. Mit dem Meistertitel 1972/73 darin, damals „oberösterreichischer Landesmeister“ genannt, feierte man den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Auf einen Aufstieg in die Regionalliga Mitte verzichtete der Verein aber, da dies nicht zu bewältigen gewesen wäre: Sechs Spieler pendelten zur Arbeit nach Burghausen in Bayern und für sie wären die langen Auswärtsreisen in der aus Kärnten, der Steiermark und Oberösterreich bestehenden Liga nicht möglich gewesen. 1976 folgte ein dramatischer Abstieg: „Nach einem Spielabbruch wegen Unsportlichkeit eines Altheimer Spielers im letzten Saisonspiel in Grieskirchen musste der SK Altheim aufgrund einer um ein einziges Tor schlechteren Tordifferenz in die 2. Landesliga West absteigen.“ berichtet die Vereinschronik. 1978/79 bis 1983/84, 1989/90 bis 1997/98 und 2003/04 bis 2007/08 spielte der SK Altheim danach noch weitere Male in der 1. Landesliga bzw. Oberösterreich-Liga viertklassig. Zuletzt stieg man als Meister der sechstklassigen Bezirksliga West 2024/25 wieder in die fünftklassige Landesliga West auf. Den Innviertler Cup gewann der SKA 1959, 1965, 1967, 1991 und 1993 stolze fünfmal. Im ÖFB-Cup waren die Höhepunkte 1971 eine knappe 1:2-Niederlage gegen den amtierenden österreichischen Meister Wacker Innsbruck mit Meistertrainer Otto Barić vor der Rekordbesuchszahl von 3.000 Zuschauerinnen und Zuschauern im heimischen Achstadion, die ebenfalls knappe 3:4-Cupniederlage gegen den GAK 1990 vor 1.500 Leuten sowie das Drittrunden-Cupspiel gegen Rapid im April 1993, das Rapid auf seinem Weg ins Finale vor 2.000 Leuten 3:0 gewann.
Für beachtlichen Support samt Gesängen, Fahnen und Pyro sorgte in jener erfolgreichen Zeit der 1987 gegründete und 2000 aufgelöste Fanklub der Roten Teufel. Auch wenn diese Fanszenengeneration dann aufhörte, blieb der Name, unter dem sich auch später immer wieder Fans zum Support zusammenfanden. Sichtbare Hinterlassenschaft der Roten Teufel ist das Vereinswappen, in dem der 1993 zum Vereinspräsidenten gewählte Fanklubobmann Bernhard Vorich das Teufel-Logo verankerte. Die Roten Teufel sind nunmehr der Altheimer Spitzname.
Das Achstadion wurde im heutigen Zustand 1959 neueröffnet nachdem das Hochwasser des Flusslaufs der Mühlheimer Ache 1954 den Sportplatz zerstört hatte und das Klubhaus großteils neu errichtet werden musste. Die große Tribüne mit 500 Plätzen stammt aus dem Jahr 1978. Rund 2.500 Zuschauerinnen und Zuschauer haben hier Platz. Mit den Sitzbänken neben der Tribüne und gegenüber sind es samt der Tribünenplätze dabei rund 1.000 Sitzplätze.
Vor dem Spiel habe ich die Stadt Altheim besichtigt.

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