Freitag, 25. Mai 2018

Gardener 4




Rezension


Gardener
When Friday Comes #4 2018
24 S.









„Welcome to fünfte Liga“ grüßt die neue Ausgabe des Fanzines der Vienna Supporters. Nach dreijähriger Pause seit dem letzten Heft meldet man sich wieder, nachdem seither im First Vienna Football Club viel passiert war. „Richard Kristek und die Firma seines Sohnes Martin, Care Energy, retteten den Verein und sicherten die Existenz des Vereins für die nächsten 3 Jahre. Ein aufgeblasenes Budget ohne Nachhaltigkeit und ohne Lizenz für einen Aufstieg prägten die Jahre von Care Energy. Der tragische und plötzliche Tod des Hauptfinanziers stürzte die Vienna erneut in eine existenzielle Krise.
Im März 2017 stand die Vienna erneut vor dem Aus und musste Insolvenz anmelden. Gut ein Jahr später ist der Verein, dank neuem Hauptsponsor Uniqa und erfolgreichem Ausgleich im Insolvenzverfahren finanziell stabilisiert. Zumindest für die nächsten Jahre. Sportlich findet sich unsere Vienna nach einer nervenaufreibenden, aber letztendlich erfolglosen gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem WFV in der 2. Wiener Landesliga wieder.“
blickt der 2014 gegründete Fanclubdachverband Supporters auf diese Zeit zurück.
Dies hatte Auswirkungen: „Die Krise, das Scheitern und auch die Verzweiflung sind eingeschrieben in das kollektive Gedächtnis unseres Vereins und unserer Fanszene. Besonders das letzte Jahr hat viel Kraft und Energie gekostet.“ Das organisierte gemeinsame Auftreten der Fans als Dachverband dem Verein gegenüber hat sich nach ihrer Einschätzung dabei positiv ausgewirkt und man hat vereinspolitische Erfolge verzeichnen können. Dass es dennoch auch Differenzen mit der aktuellen Vereinsführung gibt, zeigte ein im Heft nachgedruckte Debatte u.a. um „vereinsschädigendes Verhalten“ durch Pyrotechnik aus dem Ballesterer 129 zwischen Fanvertreter und Geschäftsführer (bzw. „Geschürung“).

Als weiteres kritisches Thema wird ein Statement der zur Sektion Menstruation zusammengeschlossenen Frauen abgedruckt, in dem sie fehlende Sensibilität für Sexismus im Verein thematisieren: „Wir wollen zum Fußball gehen und dabei unser Team lautstark supporten, ohne dabei auf unser Geschlecht reduziert zu werden.“ Kürzlich feierten die Wanderers mit einer Jubiläumschoreographie ihr zehnjähriges Bestehen. Sie blicken hier auf das Jahr 2008 sowie die Entwicklung seither kurz zurück und umreißen ihr Selbstverständnis. Weiters wird im Heft die Idee für gärtnerische Gestaltung von Beeten im Stadionareal durch Fans beschrieben, die bisher abgelehnt wurde bzw. bei Versuchen von Guerilla Gardening durch Mähen zunichte gemacht wurde.

In einem historischen Teil werden Karriere und Leben des Vienna-Tormanns Karl Pekarna geschildet, der 1904/05 als erster österreichischer Fußballer als Profi bei den Rangers in Glasgow spielte und später bei Wacker München und Bayern München im Tor stand. 1924 traf ihn ein Schlaganfall und 1946 starb er völlig verarmt in Wien.

Im Zuge der finanziellen Krise des Vereins kam auch noch die Sperre der Tribüne der Hohen Warte durch Baufälligkeit des Daches hinzu. Das Dach wurde nach Verzögerungen abgerissen und durch eine neue Konstruktion ersetzt. Sie hat leider nicht mehr die charakteristische geschwungene Form. Auf der letzten Seite des Hefts wird mit einem Bild vom Tribünendach Abschied genommen: „1974 − 2018: forever in our hearts“

Donnerstag, 24. Mai 2018

Ballesterer 132




Rezension


Ballesterer
Nr. 132, Juni/Juli 2018
100 S.








„Wir können den Anpfiff der Partie zwischen Russland und Saudi-Arabien am 14. Juni im Moskauer Luschniki-Stadion kaum noch erwarten.“ leitet der Ballesterer sein WM-Schwerpunktheft ein. Ich teile dieses Interesse ja nicht und werde wohl auch dieses Turnier wie seine Vorgänger spurlos an mir vorübergehen lassen. Mit Nationenwettkämpfen und ihrem Auslassen von nationalistischen Minderwertigkeits- und Überlegenheitsgefühlen, dem Fußball nur ein willkürlich gewählter Anlass ist, mögen sich andere beschäftigen.

Gelesen, was zu lesen ist, wird natürlich trotzdem. Für die reflektiertere Zielgruppe der Nationalismus-Festspiele hat der Ballesterer wieder eine umfangreiche Sonderausgabe erstellt. Moritz Ablinger und Benjamin Schacherl berichten in einer guten Zusammenschau von der politischen, wirtschaftlichen und sportlichen Situation Russlands und seines Fußballs im Vorfeld der Weltmeisterschaft. Mit einem Schuss Humor, den man teilen kann aber nicht muss, sowie historischen Notizen und Fakten werden die einzelnen Gruppen vorgestellt. Die besondere Qualität der Ballesterer-Turnierhefte kommt wie immer von den einzelnen Länder-Artikeln, bei denen verschiedene Autorinnen und Autoren unterschiedliche Zugänge, Themen und Texte bieten.

Montag, 21. Mai 2018

Obergänserndorf - Guntramsdorf 2:1 (0:0)

Niederösterreich, 2. Landesliga Ost, 23. Runde, 21.5.2018
Sportplatz Obergänserndorf, 150

Nach torloser erster Hälfte geriet die Obergänserndorfer Mannschaft, die seit 2009 vom Austrianer mit Rapid-Intermezzo Michi Wagner angeführt wird, nach der Pause in Rückstand. Binnen einer Minute wurde aber der Ausgleich erzielt und mit dem zweiten Treffer kurz vor Schluss das Spiel gegen die 1. SVg Guntramsdorf gewonnen.
Die TSU Obergänserndorf wurde 1963 gegründet. In der 2. Landesliga spielte Obergänserndorf erstmals von 1997 bis 1999. 2015 stieg man aus der Gebietsliga Nord/Nordwest wieder auf und spielt seither erneut in der 2. Landesliga Ost.