Mittwoch, 15. Juli 2009

Wir sind Rapid...


Rezension

Wir sind Rapid...
CD
2009




Von einer CD mit Liedern über seinen Verein erwartet man sich von vornherein keine musikalischen Highlights.
Die CD St. Hanappi hatte 2003 aber durchaus Annehmbares. Das pathostriefende Rapid ist unsere Religion der Mannschaft, das nette Wir sind die Grünen, das durchgeknallte Balaton Kombo, das geradeaus gerockte Wir trinken auf Rapid von Alkbottle.

Die CD Wir sind Rapid... bietet 2009 Variationen aus der Kategorie Schlager wie Rockschlager, Reggaeschlager oder Technoschlager. Von Rapidfans, die eher nicht ganz zu unrecht als Musiker nicht weltberühmt sind. Textlich ist da vieles ehrlich bemüht, musikalisch oft eher ein bisserl hart.
Eine Enttäuschung die Neuaufnahme der Rapid-Hymne. Die "singenden" Spieler sind andere, aber das musikalische Arrangement wurde nicht verbessert, das Defizit der Hymne nicht behoben. Ob jetzt Didi Kühbauer oder Hannes Eder eine Passage singt, ist in Wahrheit nicht so wichtig. Aber fast alles, vom Orchester bis zum Banjo wäre als Instrumentierung besser gewesen.

Richtig reingekippt bin ich mit der Zeit in Das Herz von Wien von Anzo and the Jets. Schöne rockige Gitarren und die Zeilen "SK Rapid - das Herz von Wien / Du gibst dem Kicken erst richtig an Sinn" haben sich in meinem Kopf festgesetzt. Die Aufnahme von historischen Sachen anläßlich des 110 Jahre Rapid Jubiläums ist lobenswert. Das aufgrund des Alters gewöhnungsbedürftige Heute spielt der Uridil, der erste aufgenomme Fußballsong, oder die skurillen Humptata-Sachen von 1979 stimmen sentimental. Das Herz von Wien ist allerdings das einzige Lied der CD, das mein Herz gewinnen konnte.

Bin ich zu anspruchsvoll? Wahrscheinlich. Egal, gekauft wird's natürlich trotzdem - ist ja von und für Rapid. Ein Liebhaberstück.

Montag, 13. Juli 2009

Rapid - Schalke 04 1:2 (1:1)

110 Jahre Rapid Jubiläumsspiele, 11.7.2009
Gerhard Hanappi Stadion, 17.600

Das erste der beiden Jubiläumsspiele. Gegen den Verein, mit dem Rapid durch das Finale um die deutsche Meisterschaft 1941 das mythenumwobendste Spiel der Vereinsgeschichte verbindet - das entgegen Gerüchten ja nichts mit der Rapid-Viertelstunde zu tun hat. 4:3 trumphiert, nachdem wir eine halbe Stunde vor Schluß noch 0:3 hinten waren. Ein großer sportlicher Erfolg, auf den Rapid mit allem Recht stolz ist. Das kann aber nicht übersehen lassen, in welch düsterer Zeit er errungen wurde. Am 22. Juni 1941, dem Tag des Überfalls auf die Sowjetunion. Wieviele Menschen wurden von den Nazischergen und ihren Handlangern umgebracht, während sich 100.000 im Berliner Olympiastadion dem Fußball widmen konnten?
2009 unterliegen wir 1:2 und das ist auch in Summe okay. Verlieren ist nie schön. Aber es war ein überraschend gutes Spiel und hat trotzdem Spaß gemacht. Wichtig wird das Resultat am Donnerstag.