Dienstag, 15. Januar 2019

Dröhnbütel 42





Rezension


Dröhnbütel
Ausgabe No. 42
September 2018
132 S.







In seiner bereits 42. Ausgabe bietet das Hamburger Fanzine Dröhnbütel Berichte von den HSV-Spielen des Abstiegs-Frühjahrs 2018 und den ersten Zweitligaspielen des Herbsts sowie vor allem viel Groundhopping aus aller Welt. Wohl eines der bekanntesten deutschen Hefte.

Bei den HSV-Spielberichten ist natürlich das emotionale Mitleben des erstmaligen Bundesliga-Abstiegs eine spannende Lektüre. Man möchte nicht in dieser Haut stecken und so etwas nie selbst mitmachen.

Unter den Fußballreisen finden sich Freundschaftsbesuche mit und zu FC Kopenhagen, den Rangers aus Glasgow und Port Vale. Aus dem recht vielfältigen Groundhopping-Potpourri ragen die Ostafrika-Reiseberichte von Rakete heraus, die mir dann v.a. im Kongo-Abschnitt doch zu viel an Abenteuer gewesen wären. Weltreisender wird aus mir wohl nicht mehr. Interessant zu lesen ist das aber allemal. Das slowakische Čierny Balog ist für die Zugstrecke einer Museumsbahn bekannt, die zwischen Outlinie und Tribüne quer durch den Sportplatz verläuft. Für den Groundhoppingbesuch dort eigens eine Sonderzugfahrt zu bestellen, um ein Spiel mit Zugdurchfahrt sehen zu können, ist originell. Die Tour Spartak Trnava – Crvena Zvezda am Dienstag, Željezničar – FK Sarajevo am Mittwoch und Rapid – Slovan Bratislava am Donnerstag ist durchaus ansehnlich. Die große und großartige „Endstation Hütteldorf“-Choreographie im Block West bei letzterem Spiel war allerdings nicht, wie im Heft falsch berichtet, von den Ultras Rapid sondern von Tornados Rapid.

Manche Protagonisten des Hefts sind sehr markant, mit eigenem Schreibstil und Humorverständnis. Fängt man mit Toller-Hecht-Erzählweise und etwa stolzem Abdruck von ohne Wissen der Frauen geschossenen Fotos sexueller Eskapaden eher wenig an, fängt man auch mit dem Heft in Summe trotz allem eher wenig an.

Sonntag, 13. Januar 2019

Cattolica – Faenza 1:0 (1:0)

Italien, Eccellenza Emilia-Romagna, girone B, 19a giornata, 13.1.2019
Stadio Giorgio Calbi, ca. 150

Mit dem Goldtor kurz vor Pausenpfiff gewann Cattolica in einem ausgeglichenen Spiel gegen Faenza. Es wäre sonst ein klassisches Remis gewesen.
Von Seiten der Catulghin 1923 wurde Cattolica mit schönen Gesängen und reichlich pyrotechnischer Untermalung unterstützt. Mit der kleinen Stahlrohrtribüne auf der gegenüberliegenden Längsseite haben sie ihren eigenen Bereich.
Cattolica Calcio wurde 1923 als Polisportiva Robur gegründet. 1954 wurde die Vereinstätigkeit für einige Jahre eingestellt, 1957 aber als FC Cattolica wiederaufgenommen. 1967/68 benannte man sich in AC Cattolica um. Die besten Jahre hatte man Anfang der 1980er Jahre, als Cattolica 1980/81 bis 1984/85 fünf Saisonen in der Serie C2 spielte. Die beste Platzierung der Vereinsgeschichte war der vierte Platz im girone B der Serie C2 1981/82. Seither pendelte man zwischen fünfter und siebter Spielklasse. 2016 wurde der Verein nach Abstieg aus der fünftklassigen Eccellenza in die sechstklassige Promozione mit dem 2011 gegründeten Satellitenklub Giovane Cattolica fusioniert, der den Spielbetrieb fortführte. 2018 schaffte Cattolica Calcio den Wiederaufstieg in die Eccellenza Emilia-Romagna.
Das Stadio Giorgio Calbi ist nach einem der Vereinsgründer und späteren Vereinspräsidenten von 1957 bis 1965 benannt. Insgesamt gibt es eine Kapazität von 2.250 Plätzen, davon bietet die Haupttribüne 423 überdachte und 649 unüberdachte Sitzplätze.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Cattolica besichtigt.