Donnerstag, 30. April 2026

Jesenice – Triglav Kranj 0:3 (0:1)

Slowenien, 2. SNL, 26. krog, 30.4.2026
Športni park Podmežakla, 250

Gorenjski derbi in der slowenischen zweiten Liga NK Jesenice gegen NK Triglav Kranj. Beide Vereine sind aus der Region Gorenjska, deren deutscher Name Oberkrain nicht zuletzt aufgrund der Oberkrainer Musik bekannt ist. Der Aufsteiger aus Jesenice kämpft in seiner historisch ersten Zweitligasaison am Tabellenende hart gegen den Wiederabstieg. Einst war Jesenice als Stahlstadt und für Eishockey bekannt, doch das Stahlwerk ist lang geschlossen und der alte Eishockeyverein, der 23-mal jugoslawischer Meister gewesen war, pleite gegangen. Der Fußball hat den Eishockey an Prestige überflügelt, auf den Fußballplatz im Schatten der Eishalle und kommen mittlerweile mehr Leute und auch die im Eishockey groß gewordenen Red Steelers Ultras Jesenice sind hier und singen unverdrossen „olé olé Jesenice Šampion“. Am Fuß des Karawankengebirges muss Jesenice allerdings auch diesmal eine Niederlage hinnehmen und verliert 0:3.
Die Red Steelers Ultras Jesenice gehen auf die 1990 gebildete und 1995 aufgelöste erste Gruppe Red Steelers Jesenice und die 2004 gegründeten Ultras Jesenice zurück, die im hiesigen Eishockey mit Support in der Halle aktiv waren. Heute ist man auch im Eishockey präsent, abseits davon aber immer auch wieder im Fußball. Die Small Faces von Triglav waren wie üblich bei Auswärtsspielen nicht dabei.
Der NK Jesenice hat 1912 als Gründungsjahr, als hier aus Schülern drei Mannschaften entstanden und das erste Spiel einer lokalen Mannschaft gegen Fußballer aus Triest stattfand, die in Bled auf Urlaub waren. Nach dem Ersten Weltkrieg, dem Zerfall der Habsburgermonarchie und der Entstehung des neuen südslawischen SHS-Staats bestanden hier 1920 bis 1925 der ŠK Golica und in Dovje 1920 bis 1924 ein ŠK Triglav. Mit politischer Orientierung gab es in Jesenice 1925 bis 1929 Fußball im Rahmen des Bildungsvereins Edinost und 1927 gründete man eine Fußballmannschaft im Verein Svoboda, die 1935 als Kovinar ein eigenständiger Fußballverein wurde. Auf Golica folgte der ŠK Brastvo, aus dem später der ASK Grojenc wurde. Nachdem es unter dem Terror der deutschen Nazi-Besatzung im Zweiten Weltkrieg mit Unterdrückung, Widerstand und vielen Toten in Jesenice nur Jugendfußball gegeben hatte, wurde der Sport nach der Befreiung 1945 im neuen kommunistischen Jugoslawien zunächst in der Organisation Fizkulturno društvo Jesenice organisiert und der Fußballverein nach dem Nationalhelden Jože Gregorčič NK Gregorčič benannt. Mit dem 1951 gegründeten FD Brastvo wurde dieser Verein 1954 zu ŠD Jesenice fusioniert. Man spielte in den regionalen Gorenjska nogometna liga. Nach der slowenischen Unabhängigkeit stieg man als deren Meister 1993/94 erstmals in die 3. SNL Zahod auf, in der man sich aber nur eine Saison hielt. 2003/04 bis 2007/08 spielte man erneut hier drittklassig, musste sich aber am Ende in der laufenden Saison 2007/08 aus finanziellen Gründen aus dem Spielbetrieb zurückziehen. 2008/09 begann man als nunmehr NK Jesenice fünftklassig neu. Für eine Saison 2011/12 sowie zuletzt 2023/24 und 2024/25 spielte der Verein wieder drittklassig und schaffte als Tabellenzweiter zuletzt den historischen erstmaligen Aufstieg in die zweite Liga.
Neben dem Fußballplatz ist im Hintergrund die 5.000 Plätze fassende Eishalle Dvorana Podmežakla der für Eishockey bekannten Stadt zu sehen. Der 1948 gegründete und 2010 in Konkurs gegangene HK Jesenice war 23-mal jugoslawischer Meister und neunmal slowenischer Meister. Der aktuelle HDD Jesenice spielt gleichzeitig in der Alps Hockey League und der slowenischen Meisterschaft, die er bislang dreimal gewann.
Vor dem Spiel habe ich die Stadt Jesenice besichtigt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen