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Dienstag, 2. Juni 2026

Nové Sady – Sokol Lanžhot 1:1 (1:0)

Tschechien, 4. Moravskoslezská liga sk. E, 26. kolo, 2.6.2026
Fotbalový stadion FK Nové Sady, 150

Divize am Dienstag war die Devise in Olomouc. Aus einem Elfmeter, den die Gästebank so nicht gesehen hatte, ging der FK Nové Sady in Führung. Die südmährischen Gäste der TJ Sokol Lanžhot konnten aber nach der Pause ausgleichen. Es war ein Nachtragsspiel der vor zwei Wochen witterungsbedingt abgesagten Begegnung.
Der FK Nové Sady wurde 1922 als SK Haná Novosady gegründet. Erst seit 1919 war der früher tschechisch Novosady und deutsch Neustift genannte Ort als Stadtteil in die Stadt Olomouc (deutsch Olmütz) eingemeindet worden. Bis zur Vertreibung nach 1945 infolge der Verbrechen der Nazis war Nové Sady deutschsprachig. 1890 lebten hier 1.214 Deutschsprachige und nur 54 gaben tschechisch als Umgangssprache an. Nach der Eingemeindung in die Großstadt hatten sich die Bevölkerungsanteile bis in die 1930er Jahre durch starke Zuwanderung ausgeglichen (1930 hatte sich die Bevölkerung zur Zahl vierzig Jahre zuvor mit 2.898 mehr als verdoppelt). Eine Fusion mit dem ČSS Olomouc (Českou sportovní společností Olomouc) brachte gute Spieler in den Verein und man war lokal erfolgreich bis der Zweite Weltkrieg das Ende brachte. Nach der Befreiung 1945 wurde der Verein als DSK Haná Olomouc wiedergegründet. 1946 wurde daraus ZK Dehet und 1948 im Rahmen der Unterstellung des Sports in der Tschechoslowakei unter die Sokol-Organisation Sokol Haná Olomouc Nové Sady. Nach 1961 spielte man hier als die Fußballsektion der als 1909 gegründeten TJ Milo Olomouc.
2004 hatte der Vereinsvorsitzende Vojtěch Piňos die Spielberechtigung des 2003/04 in der viertklassigen Divize spielenden, 1954 in Králová (deutsch Königlosen) gegründeten Vereins SK Králová, der sich aus finanziellen Gründen zurückziehen wollte, und ließ sie unter dem Namen SK Královské Nové Sady hier in Olomouc spielen, während man in Králová 2005 in der untersten Spielklasse neu beginnen sollte. Nachdem der SK Královské Nové Sady 2006 aus der Divize abgestiegen war, fusionierte er mit der hiesigen TJ Milo Olomouc zum heutigen FK Nové Sady. Nachdem man im tschechoslowakischen Fußball zumeist auf Olmützer Bezirksebene gespielt hatte, schaffte man es am Ende als Meister der achtklassigen Liga Okresní přebor Olomoucka 1990/91 hinauf in die Kreis-Ebene und spielte im tschechischen Fußball nach 1993 bereits 1996/97 und 1997/98 (Hanácký župní přebor) sowie nach der Fusion 2006/07 fünftklassig, bevor man das 2013/13 und 2014/15 erneut schaffte (Přebor Olomouckého kraje). Mit dem Viertliga-Aufstieg in die Divize erreichte der FK Nové Sady den größten Vereinserfolg und hält sich seit 2015/16 nunmehr in dieser aktuell als 4. Moravskoslezská liga sk. E geführten Spielklasse. Die größte Sensation der Vereinsgeschichte ist hier noch recht jung. Im Herbst warf der kleine Stadtteilverein hier vor 1.553 Zuschauerinnen und Zuschauern im tschechischen Cup (Pohár FAČR) in der dritten Runde den großen Stadtverein Sigma Olomouc mit 3:2 aus dem Bewerb und scheiterte im anschließenden Achtelfinale hier vor 1.610 Zuschauerinnen und Zuschauern erst mit Gegentoren in der letzten Viertelstunde 0:2 an Viktoria Plzeň (die selbst wiederum in der dritten Runde bei den heutigen Gästen in Lanžhot gewonnen hatten). Von diesen großen Momenten zeugen noch aufgehängte Erinnerungsstücke.
Der Sportplatz verfügt über ein markantes Klubhaus auf der Hintertorseite. Das Juli-Hochwasser des Jahres 1997 war hier ein großer Einschnitt, da es das Spielfeld und die Kabinen zerstörte sowie bei der Überflutung der Klubräumlichkeiten auch das Vereinsarchiv vernichtete. Heute beeindruckt die ausgezeichnete Versorgungssituation des Publikums mit zwei Verpflegungsstationen mit Gastgärten bzw. Terrassen mit Spielfeldblick. Urbanes Panorama bietet der Platz mit dem Blick auf die Wohnhäuser auch.

Freitag, 21. Oktober 2022

Baťov – Nové Sady 3:2 (3:1)

Tschechien, Divize E, 12. kolo, 21.10.2022
Sportovní areál Baťov, 250

In einem guten Match gewann Aufsteiger SK Baťov gegen den FK Nové Sady aus Olomouc, die anfangs in Führung gegangen waren.
Ihren SKB besangen und supporteten hinter dem Zaun die Fans der Zaploťáky („Störenfriede“). Sie sorgen seit Jahren für Support und unterstützen den Verein mit farbenprächtigem Tifo. Auch an diesem Abend gab es Besonderes zu sehen. Baťov stand in großen Buchstaben hinter dem Tor geschrieben. Dazu wurde in der zweiten Hälfte darunter ein Spruchband angebracht und in Minute 70 eine große Menge Pyro über die ganze Länge abgefeuert. Der Wind verwehte dabei leider die Buchstaben etwas. Bei zwei weiteren Pyroaktionen war Baťov dann schön zu lesen und wurde beleuchtet. Beachtlich, was hier geboten und gezeigt wird.
Der SK Baťov wurde 1930 als SK Otrokovice gegründet. Baťov ist ein Stadtteil von Otrokovice. 1935 wurde aus dem Verein der SK Baťov und zum Fußball kamen auch noch weitere Sektionen wie Leichtathletik, Boxen, Handball, Schach, Tischtennis und Volleyball dazu. In der kommunistischen Tschechoslowakei wurde der Verein 1948 ZSJ Svit Otrokovice. 1952 ging der Verein mit anderen Sportvereinen aus der Stadt in einem einzigen Fusionsverein namens TJ Jiskra Otrokovice auf. Im Fußball wurden die größten Erfolge in dieser Zeit als Jiskra Otrokovice erzielt. Man spielte 1964/65 eine Saison in der ersten tschechoslowakischen Liga, danach noch eine Saison in der zweiten Liga und immerhin bis 1977/78 noch drittklassig. 2011 schied die TJ Jiskra Otrokovice aus dem Fußballverband aus und der SK Baťov wurde neu gegründet. Mit ihren anderen Sportsektionen ist Jiskra Otrokovice weiter aktiv. Der SK Baťov spielte seit 2014/15 zuletzt wieder fünftklassig und kam als Meister 2021/22 in der neuen Saison 2022/23 in die Divize E, womit man erstmals seit 1978/79 wieder viertklassig ist.
Überregionale Bekanntheit erlangte der Verein 2016 durch ein erst im 52. Elfmeter entschiedendes Spiel gegen den FC Fryšták. Hier in Baťov war das Meisterschaftsspiel 3:3 ausgegangen. Auf ein Unentschieden folgte nach hiesigem Reglement ein Elfmeterschießen. Es dauerte 38 Minuten und ging als Weltrekord in das Buch der Rekorde ein.
Der „Staré hřiště“ („Alter Sportplatz“), wie die Anlage früher hieß, wurde in den 1930er Jahre errichtet. Die Firma Baťa aus Zlín ließ auf einem freien Gelände eine Fabrik samt Wohnsiedlung errichten, zu der auch die Sportanlage gehörte. Höhepunkt war hier die tschechoslowakische Erstligasaison, wofür Behelfstribünen aufgebaut wurden. Mit dem Bau des Nový stadion im benachbarten Stadtteil Štěrkoviště verlor das alte Stadion an Stellenwert, wurde weniger genutzt und verkam ein wenig. 2006 kaufte es die Stadt Otrokovice. 2011 begannen Bauarbeiten zum grundlegenden Neubau, der 2012 eröffnet wurde. Das Sportovní areál Baťov bietet nun ein Klubhausgebäude mit beidseitiger Tribünenfunktion in zwei Etagen am Dach, das zwischen einem Naturrasen und einem Kunstrasenplatz steht. Der Kunstrasenplatz ist der Hauptspielort des SK Baťov.