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Mittwoch, 5. März 2025

Čarda Martjanci – Nafta Lendava 1:2 (1:2)

Slowenien, Pokal Slovenije, Osmina finala, 5.3.2025
ŠRC Martjanci, 650

Cup-Achtelfinale im Pokal Nogometne zveze Slovenije, dem slowenischen Cup, an einem sonnigen und warmen Mittwochnachmittag im März in Martjanci. Der NK Čarda, Drittligist aus der 3. SNL Vzhod, war über Siege gegen ŠD NK Križevci und ŠNK Bakovci hierher gekommen, während die Stationen des Erstligisten NK Nafta Olimpija Dolga vas und das Stadtderby gegen Graničar Lendava gewesen waren. Der Favorit aus Lendava ging zwar schnell in Führung, Čarda konnte aber zehn Minuten später ausgleichen und war auch nach der wiederum kurz danach erfolgten erneuten Führung der Gäste dran, dies wieder zu tun. Schlussendlich blieb es dann aber beim 1:2. Der Favorit kam mit Mühen weiter, Čarda kann aber mit seiner kämpferischen Leistung zufrieden sein.
Vor dem Spiel gab es eine Ehrung zum 80. Geburtstag für einen langjährigen Fan beider Vereine.
Vor einigen Jahren waren hier die Fans der Ograček boys aktiv in der Unterstützung des Vereins. Eine Gruppe Kinder supportete bei diesem Spiel mit selbstgemachtem Material.
Support von Seiten der Gäste gab es nicht. Die Angereisten standen in einem Eck zusammen und schauten gemeinsam das Spiel.
Vorige Saison war Čarda ebenfalls ins Cup-Achtelfinale vorgestoßen und dabei hier dann im großen Spiel gegen den großen Nachbarn Mura vor 1.200 Zuschauerinnen und Zuschauern unterlegen.
Die etwas mehr als 500 Einwohnerinnen und Einwohner zählende Ortschaft Martjanci liegt in der Region Prekmurje, deutsch Übermurgebiet und ungarisch Muravidék, am namensgebenden Fluss Mur (slowenisch Mura) im an Österreich und Ungarn angrenzenden Nordostzipfel Sloweniens, nahe der Stadt Murska Sobota, mit deren Verein Nafta Lendava sich im leidenschaftlichen Prekmurski derbi gegenübersteht. So war auch die Polizei hier präsent, hatte aber nichts zu tun.
Der NK Čarda wurde 1972 gegründet. Die größten Erfolge sind die Drittligasaisonen in der 3. slovenska nogometna Liga Vzhod („3. slowenische Fußballiga Ost“) 1998/99 bis 2003/04, 2008/09 bis 2017/18 und nach letztjährigem Meistertitel in der viertklassigen regionalen Pomurska nogometna liga und Aufstieg nun erneut 2024/25. 2002/03 konnte Čarda mit dem Meistertitel der 3. SNL Vzhod den Gipfelpunkt der Vereinsgeschichte erreichen. Ein weiterer Aufstieg in die zweite Liga war allerdings nicht möglich.
Das Športno rekreacijski center (ŠRC) von Martjanci wurde mit der Vereinsgründung errichtet und 1972 eröffnet. 1983 bis 1985 wurden ein Kabinenhaus gebaut. 2007 bis 2010 hat man das Klubhaus erweitert und die überdachte Tribüne mit 300 Sitzplätzen errichtet.

Sonntag, 2. Februar 2025

Mura – Nafta Lendava 0:0

Slowenien, 1. SNL, 19. krog, 2.2.2025
Mestni stadion Fazanerija, 2.754

Im Prekmurski derbi zwischen Mura und Nafta Lendava sahen die Zuschauerinnen und Zuschauer ein torloses slowenisches Erstligaspiel. Ereignisarm war das Geschehen am Spielfeld, dafür gab es auf den Rängen etwas zu sehen.
Erstmals seit zwölf Jahren gibt es in dieser Saison wieder das Prekmurski derbi in der ersten slowenischen Liga. Zuletzt waren die Vereine aus Murska Sobota und Lendava davor 2017/18 in der zweiten Liga und im unter Pandemiebedingungen vor nur 200 Zuschauerinnen und Zuschauern ausgetragenen Cupfinale 2019/20 aufeinandergetroffen. In der laufenden Saison 2024/25 hatte Mura im Herbst hier das erste Spiel vor 4.100 Leuten 1:0 gewonnen und im Rückspiel der Hinrunde hatte man sich vor 2.400 in Lendava ebenfalls 0:0 getrennt.
Zu „Brez milosti“ („ohne Gnade“) zeigten die Black Gringos (1991) von Mura zu Spielbeginn einen Mura-Fan in der Pose des Perseus aus der griechischen antiken Mythologie mit abgeschlagenem Gorgonenhaupt der Medusa. Die mythologische Anspielung richtete sich gegen die Ultras der Gäste. Im Heimsektor auch Freunde aus Ingolstadt. Es gab u.a. Wechselgesänge mit dem restlichen Stadion und am Schluss auch noch ein Spruchband. „Matic in Tilen / hvala za vse!“ („Matic und Tilen / danke für alles!“). In der Winterpause hatten Matic Maruško (nach Pinkafeld) und Tilen Ščernjavič den Verein verlassen.
Die Gorgone Lendava (1991) versahen den Auswärtssektor mit einer ungarischen Fahne, mit welcher ein Black-Gringos-Graffiti überpickt wurde, supporteten mit ihren Freunden aus dem ungarischen Zalaegerszeg und ließen u.a. „Ria ria Hungaria!“ hören. Lendava ist im Gebiet der ungarischen Minderheit in Slowenien. Die Landschaft Prekmurje liegt am namensgebenden Fluss Mur (slowenisch Mura) im Nordosten Sloweniens. Zum Beginn der zweiten Hälfte zeigte die Gorgone Lendava in einem blauen Luftballonmeer die Buchstaben A.M.F., was hier aber nicht Against Modern Football sondern „Anti Mura Fans“ hieß. Mit „elég volt“ („genug ist genug“ in ungarischer Sprache) und zahlreich präsentierten roten Karten rund um ihr Symbol des Andy Capp hatten die Gästefans am Schluss auch noch eine Botschaft in Richtung Verein. Der Aufsteiger steht am vorletzten Tabellenplatz.
Das Prekmurje, deutsch Übermurgebiet und ungarisch Muravidék, liegt am namensgebenden Fluss Mur (slowenisch Mura) im an Österreich und Ungarn angrenzenden Nordostzipfel Sloweniens und war bis zum Zerfall der Habsburgermonarchie 1918 im Unterschied zum in der Krain, Kärnten und der Steiermark und damit in der cisleithanischen Reichshälfte liegenden restlichen Teil des slowenischen Siedlungsgebiets Teil Ungarns gewesen. In der zweisprachigen Region um Lendava lebt eine ungarische Minderheit, die mit eigenem Abgeordneten im slowenischen Parlament vertreten ist, aber auch wie andere ungarische Minderheiten in den Nachbarländern durch Investition von Geldmitteln politisches Ziel der Politik des Staats Ungarn ist.
Das Mestni stadion Fazanerija hatte ich an einem eher schlechten Tag 2012 und bei einem sehenswerten Spiel 2019 in Derbys gegen Maribor bereits zweimal besucht. Seither hat man das Stadion durchaus aufgehübscht. Das Spielfeld wurde in Richtung Haupttribüne gerückt. Anstelle der Stufen auf der Längsseite gegenüber gibt es jetzt eine überdachte Tribüne, auf der sich hinter einem blau gefärbten Sichtschutznetz der Gästesektor befindet. Die Tribünensitze sind nun auch in den Vereinsfarben schwarz-weiß. Auch wenn das Stadion in der Fazanerija, dem „Fasangarten“ nahe dem Schloss von Murska Sobota, steht, ist nicht ein Fasan sondern ein weißer Storch das Vereinsmaskottchen und wird auch von den Black Gringos als Symbol genutzt. Störche sind traditionell ein Symbol des Prekmurje, da sie hier ihre Brutstätten haben und zahlreich vorkommen.