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Sonntag, 22. Juni 2025

Jeging – Eberschwang 4:0 (1:0)

Oberösterreich, Relegation Bezirksliga, Rückspiel 22.6.2025
Jeging Arena, 1.008

Bestbesuchtes Spiel und größter Erfolg der Vereinsgeschichte in Jeging. Bereits das Erreichen der Relegation um einen Platz in der Bezirksliga mit dem zweiten Tabellenplatz der oberösterreichischen 1. Klasse Südwest war das bislang beste Ergebnis gewesen, das die Jeginger je erreicht hatten. Im Hinspiel in Eberschwang schafften sie gegen einen eigentlich besseren Gegner einen Last-Minute-Ausgleich von 2:0-Rückstand auf 2:2. Im Rückspiel begann man somit wieder bei null. Der TSU Jeging gelang zum großen Jubel des Publikums gegen Ende der ersten Hälfte der Führungstreffer zum 1:0 und sie gewannen die zweite Hälfte schließlich überraschend deutlich. Damit steigen sie erstmals in die Bezirksliga auf und spielen nächste Saison sechstklassig.
Roten Rauch gab es zur Genüge. Es herrschte Partystimmung in Jeging, wozu auch der per Traktoranhänger angereiste Anhang der Spielgemeinschaft Palting/Seeham seinen Teil beitrug, die „Doppelmeister“ (Kampfmannschaft und Reserve) geworden waren und die hinter ihnen platzierten Ligakollegen aus Jeging unterstützten. Aus Eberschwang war man mit dem Bus angereist und zündete zu Spielbeginn auch, musste schließlich aber als Absteiger geschlagen heimfahren.
Die Turn- und Sportunion Jeging wurde 1967 gegründet. 1968/69 begann der Verein in der damaligen 4. Klasse H im Meisterschaftsbetrieb des Oberösterreichischen Fußballverbands. 1969/70 wurde man erstmals Meister und gewann die 4. Klasse Südwest. 1971/72 wurde Jeging Meister der 3. Klasse Südwest und stieg in die 2. Klasse Südwest auf. In der 2. Klasse, bald die unterste Spielklasse, spielte die TSU Jeging fünf Jahrzehnte bis sie 2021/22 Meister der 2. Klasse Südwest wurde und in die 1. Klasse Südwest aufstieg. Dieser bislang größte Erfolg wurde mit dem Bezirksliga-Aufstieg 2024/25 übertrumpft.
Die Sportanlage wurde vor zwei Jahrzehnten im Jahr 2003 eröffnet und bietet ein Klubhaus samt Kantine im Eingangsbereich sowie eine überdachte Tribüne auf der Längsseite. Mit über tausend Zuschauerinnen und Zuschauern waren mehr Leute am Sportplatz als die Innviertler Gemeinde Jeging Einwohnerinnen und Einwohner hat. Rund 800 Menschen leben insgesamt in der aus neun Ortschaften bestehenden Gemeinde, davon 400 im Ort Jeging selbst.

Donnerstag, 19. Juni 2025

Eberschwang – Jeging 2:2 (2:0)

Oberösterreich, Relegation Bezirksliga, Hinspiel 19.6.2025
Sportzentrum Eberschwang, 550

Relegations-Dramatik im Innviertel. Die SV Eberschwang war Drittletzter der Bezirksliga Süd gewesen, die TSU Jeging hatte sich mit der besten Platzierung ihrer Vereinsgeschichte als Tabellenzweiter der 1. Klasse Südwest für die Relegation qualifiziert. Nach zehn Minuten gingen die Eberschwanger aus einem Elfmeter in Führung und konnten diese nicht einmal weitere zehn Minuten später auf 2:0 ausbauen. 2:0 nach zwanzig Minuten ist ein sehr guter Beginn. Die Jeginger hatten zwar auch ihre Szenen, insgesamt zeigte sich Eberschwang aber als stärkere Mannschaft. Tore erzielten sie allerdings trotz Chancen keine mehr. Stattdessen blieben die Gäste sichtlich hellwach und trafen in einem Doppelschlag binnen Minuten in der Nachspielzeit zweimal ins Tor. Damit haben sie den Rückstand egalisiert und gehen so zumindest mit psychologischem Vorteil ins Rückspiel. Die mitgereisten Fans feierten und zündelten wie zu Beginn und nach der Pause.
Die Sportvereinigung Eberschwang wurde 1948 als Union Eberschwang gegründet. 1949/50 begann man mit dem Meisterschaftsbetrieb in der damaligen 2. Klasse G des Oberösterreichischen Fußballverbands. 1961 gewann man den Innviertler Cup mit einem Finalsieg gegen den SV Riedau vor 1.200 Zuschauerinnen und Zuschauern in Andorf. Nach Auf- und Abstiegen zwischen 2. Klasse und 1. Klasse im Lauf der Jahrzehnte kam man zuletzt als Tabellenzweiter der 2. Klasse West 2018/19 über siegreiche Relegation gegen Gaspoltshofen erneut hinauf in die 1. Klasse. Im größten Erfolg der Vereinsgeschichte gewann man 2023/24 die 1. Klasse West und stieg erstmals in die Bezirksliga auf, in welcher man nun 2024/25 spielte und einen bis zuletzt spannenden Abstiegskampf lieferte.
Seit 1992 gibt es den Rastelli-Fanclub Eberschwang als Förderverein der Nachwuchsmannschaften. „Enrico Rastelli war ein international gefeierter italienischer Jongleur. “ ergibt eine Google-Abfrage nach Rastelli als erstem Ergebnis. Nicht jongliert sondern für das das leibliche Wohl am Sportplatz mittels Bosna und Bratwürsten gesorgt wird hier jedenfalls im Rastelli Treff.
Das Sportzentrum Eberschwang wurde 1979 eröffnet. Das 1994 fertiggestellte Klubhaus wurde später noch ausgebaut. Die beachtlich oben am Hang platzierte Tribüne stammt aus dem Jahr 2006. Mit einem großen Forza SVE wird man eingangs empfangen. Im Klubhaus findet sich im Gastraum im ersten Stock einige Schmankerl. Nicht nur eine Schalsammlung, sondern auch ein altes Plakat vom Gastspiel der WSG Wattens in Eberschwang 1970 sieht man hier. Als Rahmenprogramm gab es eine zweiteilige „interessante Hundedressur-Vorführung“, einen Auftritt der Musikkapelle oder „Motor-Modellflugzeugvorführungen“ neben einem Schüler- und einem Frauenfußballspiel. Die Eintrittskarte war auch ein Los für die Verlosung eines Fahrrads. „Während der gesamten Veranstaltung werden laufend Länderspielberichte im Lautsprecher durchgegeben!“ Wie die Nachschau ergab, fand an diesem Tag ein Länderspiel Österreichs gegen Ungarn im Budapester Népstadion vor 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauern statt. Weder in Wattens noch in Eberschwang gibt so viele Leute. Die Innviertler Marktgemeinde Eberschwang besteht aus 33 Ortschaften, in denen zusammen 3.500 Menschen leben. Ein Eber steht in Form einer Statue vor der Kirche im Ortszentrum.