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Donnerstag, 4. Juni 2026

Amaliendorf-Aalfang – Heidenreichstein 4:1 (1:1)

Niederösterreich, 1. Klasse Waldviertel, 22. Runde, 4.6.2026
Sportanlage Amaliendorf, 300

Meisterfeier in der „Champions League des Waldviertels“, wie Gruppenobmann Vogl in seiner Ansprache bei der Siegerehrung die Liga stolz bezeichnete. Ein Nachtragsspiel der am 16. Mai witterungsbedingt abgesagten Begegnung war das hier ausgetragene Derby. Der FC Heidenreichstein hatte zwischenzeitlich mit einem Sieg über Verfolger Nondorf den SC Amaliendorf schon vorzeitig zum Meister gemacht. So war die Spannung bei diesem Spiel nur mehr beschränkt. Dennoch war etwas los, da die Gäste anfangs in Führung gingen. Dem Meister gelang kurz vor der Pause noch der Ausgleich. In der zweiten Hälfte bestimmten sie das Spiel. Die Tore zum Heimsieg erzielten sie aber erst in den letzten zehn Minuten.
Nach Feier des U14-Teams der Spielgemeinschaft des FC Heidenreichstein, des SC Amaliendorf-Aalfang und des USV Gastern, die in ihrer Liga Meister des Unteren Play-off geworden waren, stand die Meisterehrung der Amaliendorfer Kampfmannschaft an und es konnte gefeiert werden.
Der SC Amaliendorf-Aalfang wurde 1932 als Arbeiter- Turn- und Sportverein ATSV Amaliendorf gegründet und nach 1934 zum ASV Amaliendorf. Geprägt war das Leben hier im Waldviertel damals von der seit dem 19.Jh. betriebenen Heimarbeit für Webereien sowie später Maschinenstickereien. Noch 1950 gab es zwei Fabriken, in denen zusammen mehr als 200 Menschen arbeiteten. Fußball gespielt wurde zunächst auf verschiedenen Wiesen in Aalfang. In der Nachkriegszeit spielte man anfangs noch beim Bahnhof in Aalfang und dann 1954 bis 1976 am heutigen alten Sportplatz in der Amaliendorfer Hartbergstraße. 1968 wurden die zuvor selbständigen Gemeinden Amaliendorf und Aalfang fusioniert. Die größten sportlichen Erfolge waren die Meistertitel der 2. Landesliga 1985/86 und 2. Landesliga West 2003/04 mit den darauffolgenden Saisonen in der niederösterreichischen Landesliga 1986/87 bis 1997/98 und 2004/05 bis 2006/07.
Im ÖFB-Cup konnte man hier 1989 den Bundesligisten VSE St. Pölten (1:2 vor 1.200 Zuschauerinnen und Zuschauern) empfangen und spielte 1996 auswärts beim Regionalligisten Wiener Sport-Club (5:0 für den WSC).
Die Sportanlage wurde 1977 eröffnet. Es gibt eine überdachte Tribüne. Vor dem Haus dahinter mit reichlich Verpflegung und Ausschank schien der Andrang im Lauf des Nachmittags nie weniger zu werden. Der Sportplatz war mit offiziell 300 Leuten sehr gut besucht. Am Fußballdenkmal mit Meistertafel am Eingang kann man künftig 2025/26 ergänzen.

Samstag, 3. Februar 2018

Heidenheim - St. Pauli 3:1 (2:1)

Deutschland, 2. Bundesliga, 21. Spieltag, 3.2.2018
Albstadion, 12.300

„Hier gewinnt nur einer, St. Pauli und sonst keiner,“ tat der Auswärtsblock gleich am Anfang kund. Keine acht Minuten dauerte es dann zwar bis zum Führungstreffer. Doch die Hamburger Freude währte nicht lange, denn zehn Minuten später hatte Heidenheim den Spielstand in einem flotten Match gedreht. Mit dem 3:1 kurz nach Wiederbeginn nach der Pause war das Spiel vorentschieden, auch wenn noch auf beiden Seiten weitere Tore fallen hätten können.
Die Heidenheimer Ultras um die Fanatico Boys sind nicht nur mit Pickerln in der Innenstadt recht präsent sondern machten auch im Stadion gute Stimmung. Ihre Hintertortribüne haben sie mit einem rot-blauen Stoffband mit der Aufschrift Osttribüne Heidenheim sowie der zentral hängenden unmißverständlichen Botschaft Albstadion für den Traditionsnamen des Stadions geschmückt. Sie haben Verbote rechtsextremer Symbole und Politik im Stadion durchgesetzt.
Der St.-Pauli-Auswärtsblock war natürlich auch ordentlich zu hören und zeigte u.a. ein Spruchband gegen die frechen Strafen, die der NOFV gegen Babelsberg verhängt hat.
Der 1. FC Heidenheim 1846 entstand 2007 durch Abspaltung der Fußballsektion vom 1846 als Turngemeinde Heidenheim gegründeten Heidenheimer Sportbund. Der organisierte Fußball begann in Heidenheim 1910 mit der Gründung des VfB Heidenheim durch Ingenieure des Heidenheimer Voith-Werks. 1911 wurde parallel dazu innerhalb des Turnvereins auch eine Fußballabteilung gegründet, die 1922 als VfR Heidenheim austrat und 1936 zum VfL Heidenheim wurde. Der VfL fusionierte 1972 mit den Turnern zum Heidenheimer Sportbund. Nach einigen Jahren in der Oberliga pendelte der SB ein Vierteljahrhundert zwischen Verbands- und Landesliga bis 2003/04 die Rückkehr in die Oberliga gelang. Der aus wirtschaftlichen und sportlichen Gründen (Lizenzierungsverfahren) vom Gesamtverein 2007 abgetrennte 1. FC Heidenheim schaffte 2008 den Aufstieg in die Regionalliga Süd, 2010 in die 3. Liga und 2014 in die 2. Bundesliga.
Das Heidenheimer Maskottchen ist ein Teddybär der aus der Gegend stammenden Firma Steiff.
Das Albstadion auf dem Heidenheimer Schlossberg wurde 1971 eröffnet. 1973 wurde eine Sitzplatztribüne mit damals 700 Plätzen fertiggestellt, die heute noch der Kern der Südtribüne ist. Seit dem Regionalliga-Aufstieg 2008 erfolgten im letzten Jahrzehnt 2009, 2012, 2013 und 2014 Ausbaumaßnahmen, die den Charakter des Stadions von einer weitläufgen Sportanlage mit Laufbahn und nur einer Tribüne schrittweise zu einem geschlossenen reinen Fußballstadion veränderten. Heute bietet das seit 2009 verschiedene Sponsorennamen tragende Stadion 15.000 Plätze, davon eine schöne Menge Stehplätze.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Heidenheim an der Brenz besichtigt.