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Mittwoch, 12. August 2026

Rapid – Paide Linnameeskond 2:0 (1:0)

UEFA Conference League, 3. Qualifikationsrunde, Rückspiel, 12.8.2026
Weststadion, 13.705

Rapid spielt glanzlos, aber gewinnt und kommt weiter. Nach dem 4:1-Hinspielsieg im estnischen Tallinn war der Aufstieg bereits wahrscheinlich geworden und die Meisterschaft sichtlich prioritär eingestuft worden. So trat hier eine stark veränderte Mannschaft an. Wir hatten den Ball, aber gefährlich war wenig. In Minute 37 war der Ball im Tor, aber der Linienrichter hatte die Fahne oben, schien sich sicher und der Schiedsrichter schien auch kein Tor zu geben. Nach drei elendslangen Minuten Fernsehbildkontrolle durch den VAR, gab der Schiedsrichter das Tor aber doch und Rapid führte 1:0. Auch 2:0 per Elfmeter war eine minutenlange Pause des Fußballspiels vorangegangen, währenddessen der VAR auf seinen Fernseher schaute.
Zum 80-jährigen Vereinsgründungsjubiläum der UC Sampdoria an diesem Tag gratulierten die Ultras Rapid mit einem in den charakteristischen Samp-Farben gehaltenen „12 agosto 1946 / tanti augURi UC Sampdoria“ („12. August 1945 / alles Gute UC Sampdoria“).
Gästefans waren abseits der Gruppe um die Vereinsdelegation nicht zugegen. Die Mannschaft aus Paide war offensichtlich von der Stimmung beeindruckt und ging nach Schlusspfiff applaudierend zum Block West, der den Applaus auch zurückgab. Nur jubeln wollte Paide Linnameeskond nach ihrer Niederlage dann doch nicht.
Mittwoch 18 Uhr im Europacup. Nicht etwa, weil es kein Flutlicht gäbe, oder wie in anderen Ländern Strom knapp wäre, weil Atomkraftwerke nicht für die Erderhitzungs-Gegenwart tauglich sind und abgeschaltet werden müssen, oder gar weil danach das wenig spannende Ereignis einer Sonnenfinsternis ansteht, sondern weil die UEFA einen Juxkick veranstaltet und deshalb Pflichtspiele vorher beendet sein müssen.
In der nächsten Woche geht es abhängig von deren Ergebnis gegen Benfica mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum Heart of Midlothian FC (sachdienlicher Hinweis: der Heart of Midlothian Football Club ohne s in Einzahl, aber die Hearts in Kurzform in Mehrzahl). Nur knappestmöglich waren wir voriges Jahr in Schottland im Elfmeterschießen gegen Dundee United weitergekommen.

Donnerstag, 6. August 2026

Paide Linnameeskond – Rapid 1:4 (1:1)

UEFA Conference League, 3. Qualifikationsrunde, Hinspiel, 6.8.2026
Lilleküla staadion, 5.569

Nicht überzeugend, aber gewonnen. Ein Elfmeter brachte Rapid schon nach fünf Minuten in Führung. Danach war aber sehr viel Leerlauf. Erst in der Rapidviertelstunde wurde aus dem 1:1 noch ein 4:1-Sieg.
„Ruhe in Frieden, Salzi“ zeigte die SAF in Minute 12 für einen auf der Anreise nach Estland tragisch plötzlich verstorbenen Freund. Die Mannschaft spielte auch mit Trauerflor in seinem Gedenken. Ein kompakter Block West unterstützte Rapid in Estland.
„Paide“-Sprechchöre gab es von Heimfans zu hören.
Paide Linnameeskond aus der Stadt Paide wurde 1990 im wieder unabhängig gewordenen Staat Estland gegründet und spielt seit 2009 in der estnischen Meistriliiga erstklassig. Zuletzt waren sie 2025 (Jahresmeisterschaft) darin Tabellenvierter. Größter Erfolg war der estnische Cupsieg 2021/22 (Saisonmodus). Zum dritten Mal nach 2022/23 und 2024/25 haben sie nunmehr 2026/27 die dritte Europacup-Qualifikationsrunde erreicht. In der ersten Runde hatten sie heuer den litauischen FC Hegelmann und in der zweiten Runde den aserbaidschanischen FK Zirə ausgeschaltet.
Paide Linnameeskond hatte ich vor zwölf Jahren hier im Stadion bereits spielen gesehen, damals als Auswärtsmannschaft in einem estnischen Meisterschaftsspiel zu Gast beim Heimverein FC Flora. Das vor 25 Jahren eröffnete Lilleküla staadion hat sich seither etwas verändert, da die Tribünen 2016 bis 2018 vergrößert und die Hintertorseite überdacht wurde. Es war an diesem Abend auch deutlich besser besucht. 2014 war ich hier einer von 284 Zuschauerinnen und Zuschauern. 5.569 Leute ist für ein Fußballspiel in Estland eine überraschend beachtliche Zahl.
Bereits beim ersten Besuch hatte ich 2014 die Stadt Tallinn besichtigt. Die Anreise zum nunmehrigen Spiel erfolgte mit dem Schiff von Helsinki nach Tallinn.