Donnerstag, 28. Dezember 2017

Foggia - Frosinone 1:2 (1:0)

Italien, Serie B, 21a giornata, 28.12.2017
Stadio Pino Zaccheria, 12.450

Einen umjubelten Führungstreffer erzielte Foggia ein wenig gegen den Spielverlauf in der ersten Hälfte. Doch Frosinone drehte den Spielstand in der zweiten Halbzeit zum nicht unverdienten Auswärtssieg. Foggia versuchte es am Schluss nochmal, zum Ausgleich zu kommen. Doch es blieb beim 1:2.
Erst nach mehr als zwanzig Minuten traf die Frosinone-Kurve im Auswärtssektor ein, da sie vor der Stadt von der Polizei gestoppt, versammelt, alle Identitäten kontrolliert sowie alle fotografiert wurden und schließlich vom Sammelplatz aus zum Stadion eskortiert wurden, wie den Medien zu entnehmen ist. Dass sowas immer so lange dauert, bis die Heimfans alle bereits im Stadion sind weil das Match schon begonnen hat, ist wahrscheinlich kein Zufall. Der Auswärtsanhang wurde dennoch von der Curva Sud vor dem Stadion unfreundlich empfangen und es gab einen Polizeieinsatz. Im Stadion waren nur die Stiegen hinab laufende Personen zu sehen.
Die Curva Nord war schon lange vor Spielbeginn auf Betriebstemperatur, schmetterte während der Aufwärmphase ihre Gesänge ins Stadion und übertönte die Lautsprecher-Musik. Die Curva Sud stieg mit Feuer und Rauch in das Spiel ein. Beide Kurven sind für sich durchaus beachtlich, zusammen geben sie Foggia und dem Stadion eine besondere Atmosphäre. Die Aufspaltung des Supports gibt es seit den Anfängen in den 1970er Jahren, seit 1980/81 stehen die Hintertortribünen in Nord und Süd so wie heute (ich folge hier pianetaempoli.it). Es gibt immer wieder Spannungen, zuletzt gab es Auseinandersetzungen untereinander nachdem die Curva Sud 2016/17 die Tessera akzeptiert hatte, während die Curva Nord sie mit allen Konsequenzen weiter ablehnte.
Foggia Calcio wurde 1920 als Sporting Club Foggia gegründet. 1928 wurde daraus die US Foggia und 1939 die Unione Polisportiva Foggia, als man auch andere Sportsektionen betrieb. 1945/46 wurde der Verein als US Foggia in die Serie B eingeliedert stieg aber gleich in die Serie C ab und musste 1952 in die Viertklassigkeit hinunter. Erst 1958 schaffte man es nach einer Fusion mit der Gruppo Sportivo Incedit zur Unione Sportiva Foggia & Incedit daraus wieder heraus. 1964 gelang erstmals der Aufstieg in die Serie A, in der man bis 1967 sowie dann noch 1970/71, 1972/73 und 1975 bis 1978 spielte. Inzwischen hatte man 1969 den Vereinsnamen wieder auf US Foggia geändert. 1985 wurde daraus dann wieder Foggia Calcio, die mit Trainer Zdenek Zeman, der hier 1986/87, 1989-94 und 2010/11 insgesamt dreimal tätig war, 1990/91 in die Serie A aufstieg und mit ungewöhnlichem, aufsehenerregendem Offensivfußball drei Jahre die Klasse hielt. 2004 ging der Verein pleite und wurde als US Foggia wiedergegründet. 2012 war das erneut der Fall und man begann diesmal fünftklassig unter dem Namen ACD Foggia Calcio neu. Seit 2013 heißt man wieder Foggia Calcio und schaffte 2017 die Rückkehr in die Serie B.
Als Satanelli („Teufel“) wurden die Schwarz-Roten schon lange bezeichnet, in einem von 1990 bis 2007 verwendeten Vereinswappen tauchten Teufelsabbildungen auch erstmals offiziell auf.
Der Wiener Anton „Toni“ Cargnelli, der als Spieler 1914 österreichischer Meister mit dem WAF und als Trainer 1928 italienischer Meister mit Torino und 1940 mit Inter (bzw. damals Ambrosiana, da der Name Internazionale im Faschismus als politisch unerwünscht geändert wurde) wurde, trainierte Foggia dazwischen 1932/33. Ihm folgte 1933/34 der Schwechater Engelbert König.
Rapid spielte hier 1987 im Rahmen eines Winter-Trainingslagers und gewann vor 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauern 2:3. Hernán Medford, der 1990/91 für Rapid stürmte, spielte hier 1992/93.
Das Stadio Pino Zaccheria wurde 1925 eröffnet und erhielt 1928 vorerst den faschistischen Namen Campo Sportivo del Littorio. Die ersten Holztribünen wurden 1931 und 1937/38 durch Betontribünen ersetzt. 1946 wurde das Stadion nach dem in Foggia geborenen Basketballspieler Pino Zaccheria benannt, der als Soldat beim italienischen Überfall auf Griechenland 1941 im Zweiten Weltkrieg getötet worden war. Durch Überbauung der Laufbahn wurde die Kapazität zum Aufstieg in die Serie A 1964 auf 20.000 Plätze erhöht. Die Gegengerade stammt aus dem Jahr 1974, die beiden Hintertortribünen aus dem Jahr 1980 und die Haupttribüne aus dem Jahr 1991. 2015 wurden die Ränge in den Vereinsfarben rot und schwarz gestaltet. Von den derzeit 25.085 Plätzen sind rund 18.000 zugelassen.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Foggia besichtigt.



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