Spanien, Segunda División, jornada 22, 16.1.2026
Nou Castalia, 10.612
CD Castellón gewinnt in der spanischen Segunda División und mischt um den Aufstieg in die Primera División mit, wo der Verein zuletzt vor einem Vierteljahrhundert gespielt hatte. Die Albinegros („Weißschwarzen“) spielten ein starkes Match und gingen nach einer halben Stunde in Führung. Das vermeintliche 2:0 gab der Schiedsrichter wegen Abseits nicht und dabei blieb es auch nach minutenlangen Wartens auf die VAR-Kontrolle. Das 2:0 fiel so erst am Schluss aus einem Elfmeter. Dennoch ein verdientes Ergebnis für den CD Castellón, wie der Verein weiter in der spanischen Sprachvariante heißt, auch wenn die Stadt selbst seit 2019 allein katalanisch/valencianisch Castelló heißt und die Stadtverwaltung auch katalanisch/valencianisch Estadi Castalia an das Stadion angebracht hat.
Spanischer Nationalismus ist auch die Ausrichtung der Fondo 1922 benannten Kurve um die 1987 gegründeten Frente Orellut, die als politisch aktive rechtsextreme Gruppe auch schon bei diversen außerfußballerischen gewalttätigen Überfällen und Aktionen gegen antifaschistische Einrichtungen etc. auffällig wurden. Im Stadion supporteten sie im unteren Rang der Südtribüne durchgängig, mit Einsatz von Fahnen und Schals. Spanische Fahnen waren zu sehen. Als einziges politisches Statement darüber hinaus war die sportpolitische Botschaft „No al fútbol entre semana“ („Nein zum Fußball unter der Woche“) gegen den Freitagsspieltermin. Gegenüber auf der anderen Seite auf der Nordtribüne waren seit 2005 die politisch gegensätzlich ausgerichteten, linken Barricada Albinegra aktiv. Auch wenn es einmal einen Gesang mit Überkopfklatschen von einer Gruppe dort gab, war von ihnen aber nichts zu sehen.
Der Club Deportivo Castellón wurde 1922 gegründet, indem sich der seit 1919 bestehende Cervantes Fútbol Club zuerst in Castellón Club de Fútbol und kurz darauf in Club Deportivo Castellón umbenannte. 1930 sperrte der Verband nach Vorfällen in einem Spiel gegen Real Oviedo die damalige Spielstätte Sequiol für drei Monate und schrieb ein Ausweichen in das Mestalla nach Valencia vor. Das lehnte man ab, woraufhin der Verein aus dem Fußballverband ausgeschlossen wurde und 1934/35 und 1935/36 keinen Spielbetrieb hatte. Erst Jahre später begann man nach Kriegsende 1939 erneut. Die größten Erfolge waren die Saisonen in der Primera División 1941/42 bis 1946/47, 1972/73 und 1973/74, 1981/82 sowie 1989/90 und 1990/91, wobei man in der Saison 1942/43 lange um den Meistertitel mitspielte und mit dem schlussendlichen vierten Tabellenplatz die beste Erstligaplatzierung der Vereinsgeschichte erreichte. Am nähesten dran an einem nationalen Titel war der CD Castellón im spanische Cupfinale 1972/73, damals nach dem noch herrschenden faschistischen Diktator Franco noch Copa del Generalísimo genannt. Im Estadio Vicente Calderón in Madrid unterlag der Verein vor 64.200 Zuschauerinnen und Zuschauern dem Athletic Club aus Bilbao 2:0. Nach Zwangsabstieg aufgrund nichtbezahlter Schulden hatte CD Castellón zuletzt 2011/12 bis 2017/18 in der damals viertklassigen Tercera División gespielt, wechselte dann zwischen Dritt-und Zweitklassigkeit und spielt nunmehr seit 2024/25 die zweite Saison in Folge in der Segunda División.
Das Stadion Nou Castalia (spanisch) bzw. valencianisch/katalanisch Nou Castàlia wurde 1987 eröffnet Es ersetzte, wie der Name verrät, das 1946 bis 1987 bespielte alte Castalia. Verbindung wischen altem und neuem Stadio ist der 42 Meter hohe Maratonturm, der im alten Stadion hinter einer Kurve stand und sich im gedrehten neuen Stadion hinter der Haupttribüne befindet. Architektonisches Vorbild des Neubaus war das Mini Estadi von Barcelona. Bei der Eröffnung gab es hier 14.700 Plätze. 1989/90 erweiterte man auf 18.000 Plätze, verringerte die Kapazität durch Sitzplatzeinbauten auf Stehplatzrängen 1996 wieder auf 12.500 Plätze und erhöhte sie 2005 durch Spielfeldabsenkung wiederum auf 15.000 Sitzplätze.
Der Kreisverkehr Rotonda de la Afició del CD Castellón unweit des Stadions hat als Gestaltung inmitten eine Figurengruppe an Fans.
Vor dem Spiel habe ich die Stadt Castelló de la Plana besichtigt.
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Freitag, 16. Januar 2026
Sonntag, 2. Januar 2022
Real Valladolid – Leganés 1:0 (1:0)
Spanien, Segunda División, jornada 22, 2.1.2022
Estadio José Zorrilla, 11.700
Ein Match mit vielen Chancen ging dennoch nur 1:0 aus. Das entscheidende Tor erzielte dabei kurz vor der Pause per Kopf mit Shon Weissman ein vom WAC bekannter Name. Auch mit nur einem Tor Vorsprung gewinnt man aber ein Match. Daher hatten die Gäste aus Leganés, einer südlichen Vorstadt von Madrid, das Nachsehen. Freuen konnten sich die Pucelanos, wie Verein und Fans nach dem gebräuchlichen Spitznamen von Valladolid Pucela heißen.
Im Support gefielen mir die Auswärtsfans besser. Auch wenn sie genauso wie die Heimfans keine Bäume ausrissen, traten sie kompakter auf. Die Heimkurve konnte einige Male das ganze Stadion zum Klatschen animieren. Ansonsten war es manchmal beachtlich, wie leise so viele Menschen sein können.
Der Real Valladolid Club de Fútbol entstand 1928 unter dem Namen Real Valladolid Deportivo aus der Fusion zweier Valladolider Vereine, der größeren, aus katholisch-konservativem Milieu stammenden Real Unión Deportiva (1924, Vereinsfarbe rot) und dem kleinen, aus bürgerlich-progressiven Milieu stammenden Club Deportivo Español (1923, Vereinsfarbe blau). Seither spielt man ohne wesentlichen Änderungen im gleichen Dress mit weiß-violetten Längsstreifen. Nach der Gründung der Spanischen Republik wurde der dem Vorgängerverein Real Valladolid Deportivo vom spanischen König verliehene königliche Titel gestrichen und 1931 bis 1939 hieß man fortan Club Valladolid Deportivo. Nach der Zerstörung der spanischen Demokratie in dreijährigem blutigen Bürgerkrieg und der Etablierung einer faschistischen Diktatur unter Franco kehrte man zum Namen Real Valladolid Deportivo zurück. 1992 änderte man den Namen durch Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft in Real Valladolid SAD und 1998 durch Hinzufügung der Eigenschaft als Fußballverein in Real Valladolid Club de Fútbol SAD. 1948/49 bis 1957/58, 1959/60 und 1960/61, 1962/63 und 1963/64, 1980/81 bis 1991/92, 1993/94 bis 2003/04, 2007/08 bis 2009/10, 2012/13 und 2013/14 sowie zuletzt 2018/19 bis 2020/21 spielte Real Valladolid erstklassig in der Primera División. 1949/50 und 1988/89 erreichte Real Valladolid zweimal das spanische Cupfinale. 1983/84 gewann man den seinerzeitigen spanischen Ligacup. 1984/85 sowie 1997/98 konnte man am UEFA-Cup teilnehmen und 1989/90 als Cupfinalverlierer gegen Meister Real Madrid am Europacup der Cupsieger, wo man bis ins Viertelfinale kam. Seit 2018 sind 51% des Vereins im Eigentums des brasilianischen Ex-Fußballers Ronaldo, der seither auch Vereinspräsident ist.
Das Nuevo Estadio Municipal José Zorrilla wurde 1982 als Stadion für die WM 1982 eröffnet. Drei Gruppenspiele fanden hier damals statt. Der außerhalb des Stadtzentrums liegende Neubau ersetzte das innerstädtisch gelegene, 1940 eröffnete und 1987 schließlich abgerissene alte Estadio José Zorrilla (Viejo Zorrilla). Namensgeber ist nicht etwa ein Fußballer sondern ein in Valladolid geborener Schriftsteller. 1986 wurde das Stadion durch den Ausbau der Nordtribüne von 30.000 auf 33.000 Plätze erweitert, 1995 die Kapazität durch Versitzplatzung auf 26.512 Plätze gesenkt und 2019 durch Überbauung des Grabens und Absenkung des Spielfelds die Kapazität auf nunmehr 27.617 erhöht. Auffällig sind die VIP-Kobel-Ränge auf der Nordseite. Die eine niedrigere Kurvenseite erinnerte an Betis (vor der Aufstockung dort) und das kurze Dach, das nur den oberen Rang überdacht, während wenige Reihen des unteren Rangs vom überhängenden oberen Rang überdacht sind, erinnerte an das Hanappi-Stadion. Alle diese Assoziationen überlagert aber, dass das Stadion so durchgängig in den nicht vorteilhaften Vereinsfarben gehalten ist.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Valladolid besichtigt.
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