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Mittwoch, 21. Juni 2023

Hafnerbach – Markersdorf 2:3 (2:1)

Niederösterreich, Relegation 1. Klasse, Hinspiel, 21.6.2023
Sportplatz Hafnerbach, 1.100

Erstes Derby seit 30 Jahren zwischen der TSU Hafnerbach und dem USC Markersdorf in der Relegation. In den vergangenen Jahrzehnten seit 1992/93 hatte man sich nur zu Testspielen getroffen. Das zog die Massen an. Über tausend Zuschauerinnen und Zuschauer kamen auf den Sportplatz in Hafnerbach.
Das Match war abwechslungsreich und spannend. Hafnerbach ging nach nicht einmal zehn Minuten in Führung, Markersdorf glich aus, doch kurz vor der Pause gab es das 2:1. In der zweiten Spielhälfte drehten die Gäste das auf 2:3. Ein Elfmeter hätte den Spielstand noch auf 2:4 erhöhen können, wurde aber vergeben. Nach den Relegationsrichtlinien des NÖFV gilt die Auswärtstorregel.
Mit Island-Huh wurde die Heimtribüne vor Spielbeginn eingestimmt und zeigte beim Einlauf der Mannschaften eine Choreographie zur das ganze Spiel über hängenden und auch gesungenen Anfeuerung „Immer vorwärts TSU“. Zum Wiederbeginn nach der Pause gab es Rauch in den rot-gelben Vereinsfarben und ein Spruchband „Werdet die Helden der Region, gewinnt für uns die Relegation!“ Dafür muss man auf das Rückspiel am Samstag hoffen.
Aufgrund der Ligenzusammensetzung ergaben sich heuer Regelationsspiele um einen Platz in der 1. Klasse West/Mitte. Da es keinen Absteiger aus der Gebietsliga West gibt, hätte sich bei einem Aufsteiger aus der Traisental eine Ligagröße von 13 Vereinen ergeben. Daher spielen nun die TSU Hafnerbach als Tabellenzweiter der 2. Klasse Traisental/Alpenvorland und der USC Markersdorf als Tabellenletzter der 1. Klasse West/Mitte um den 14. Platz. Für die TSU Hafnerbach wäre es der erste Aufstieg in die 1. Klasse in der Vereinsgeschichte.
Die 1975 gegründete TSU Hafnerbach habe ich erst vor vier Jahren 2019 hier am Sportplatz besucht. Zwischenzeitlich begann man hier 2020 mit einem großangelegten Neubau des Klubhauses, das neben Fußball- und Tennisverein auch die Blasmusik beherbergt, und einer daran anschließenden Tribüne. Aufgrund der Anlage des Platzes steht sie mitsamt dem Haus in einem Eck hinter dem Tor. Gespielt wurde in der Bauphase in Haunoldstein. 2022 wurden Klubhaus und Tribüne eröffnet. Vor eineinhalb Jahrzehnten war der Sportplatz schon einmal in der Relegation mit vielen hundert Leuten gefüllt. Das wurde an diesem Abend noch übertroffen.

Montag, 2. August 2021

Markersdorf – Hafnerbach 8:1 (5:1)

Testspiel, 2.8.2021
Sportplatz Markersdorf, 20

Bevor für den USC Markersdorf am Mittwoch das erste Pflichtspiel im Niederösterreichischen Cup ansteht, gab es am Montag noch ein letztes Testspiel gegen die TSU Hafnerbach. Die Markersdorfer aus der 1. Klasse West/Mitte gewannen es klar gegen die Gäste aus der 2. Klasse Traisental.
Der USC Markersdorf wurde 1946 als SC Markersdorf gegründet. Fußball war hier aber schon zuvor gespielt worden, denn im Zweiten Weltkrieg befand sich hier ein Militärflugplatz der deutschen Luftwaffe für den Krieg der Nazis, der Fliegerhorst Markersdorf. Auf 640 Hektar standen hier acht Kasernen, eine Halle für Flugzeugreparaturen, fünf Hangars, zwei Heizhäuser, Kraftfahrzeughallen mit Werkstätten, Wirtschaftsgebäude, Kino, Poststation, Verwaltungs- und Ausbildungstrakte sowie (ab 1941) ein Kriegsgefangenenlager, aus dem die Gefangenen zur landwirtschaftlichen Arbeit bei Bauern der Umgebung eingesetzt wurden. 1944 wurde der Luftwaffenstützpunkt dreimal von den Alliierten bombardiert, wobei auch die Dörfer der Umgebung getroffen wurden. Beim Abzug gegen Kriegsende sprengten die deutschen Truppen angesichts der nahenden sowjetischen Armee die Militäranlagen. Eine Widerstandsgruppe im Fliegerhorst hatte beabsichtigt, die Nazi-Zerstörung von Brücken und Bahnlagen der Umgebung zum Kriegsende verhindern und richtete sich bei der Burgruine Hohenegg einen Stützpunkt ein. Eine Wehrmachtsstreife fand sie im April 1945. Manche konnten flüchten, andere wurde von einem Erschießungskommando aus Wehrmachtssoldaten umgebracht.
Im Fliegerhorst Markersdorf spielte das Personal im Luftwaffensportverein LSV Markersdorf. Als Prestigeprojekt zur Reklame für das Soldatendasein (das in Realität aus Töten und Getötetwerden und weniger aus Fußball bestand), hatte die gut geförderte Mannschaft einigen Erfolg und war zeitweise mit Starspielern und ehemaligen Profifußballern, die zum Kriegsdienst eingezogen waren, bestückt. Nach 1941/42 und 1942/43 in der Gauliga Niederdonau spielte der LSV Markersdorf 1943/44 im Verwaltungsbereich Südost Oberklasse, also der höchsten Spielklasse der Meisterschaft, wo man 1943/44 noch vor Rapid am sechsten Tabellenplatz abschloss. Für die nächste, schließlich aufgrund des Krieges abgebrochene, Saison 1944/45 wurde der Verein aus verkehrstechnischen Gründen, wie die Kriegseinwirkungen auf das Leben der Menschen von der Nazipropaganda umschrieben wurden, aus der Liga zurückgezogen und wieder in die Gauliga Niederdonau versetzt.
Nach Kriegsende war der Luftwaffenstützpunkt die in Schutt und Asche, aber der im Dorf Markersdorf an der Pielach gegründete SC Markersdorf begann in der Saison 1946/47 in der niederösterreichischen 2. Klasse Traisental mit dem Spielbetrieb. Von der Saison 2004/05 bis 2009/10 spielte der SC Markersdorf in der Gebietsliga West. 2010 trat der Verein der Sportunion bei und wurde in USC Markersdorf umbenannt.
Die neue Sportanlage außerhalb des Ortes wurde 2010 eröffnet und ersetzte den ortseinwärts in der Sportplatzgasse gelegenen, 1972 eröffneten alten Sportplatz. Im Unterschied zum mittlerweile abgerissenen und überbauten alten Gelände besitzt man hier eine Tribüne und hat mit dem Trainingsfeld viel Platz. Die Vereinstradition hat man hierher mitgenommen – und auch einen Wimpel von Rapids Europacupfinale 1985.