Posts mit dem Label Carrarese werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Carrarese werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 17. November 2019

Carrarese – Arezzo 2:2 (0:0)

Italien, Serie C, girone A, 15a giornata, 17.11.2019
Stadio dei Marmi – Quattro Olimpionici Azzurri, 1.329

Carrarese verlor am Schluss einen eigentlich sicheren Sieg, Arezzo schaffte noch den Ausgleich. Nach relativ ausgeglichener erster Hälfte ging Carrarese bald nach Wiederbeginn in Führung, setzte eine Viertelstunde später das 2:0 drauf und die Partie schien gelaufen. In den letzten fünf Minuten kam Arezzo aber mit einem Doppelschlag mit zwei Treffern doch noch zu einem Punktgewinn.
Die getrennten Gruppen der Curva Nord und der Gradinata stehen im Stadion nicht in den Kurven sondern an den jeweiligen Enden der offenen Längsseitentribüne. Die Curva Nord ist nach Lauro Perini benannt, der hier 1979 das Commando Ultrà Indian Trips (CUIT '79) gegründet hatte. Ein Spruchband erinnerte an den im November vor drei Jahren als Arbeiter in den Marmorsteinbrüchen von Carrara tragisch ums Leben gekommenen Carrarese-Ultra Mauro Giannetti (er hinterließ eine Familie). Die kleinere Gruppe am anderen Ende der Längsseitentribüne (Settore 1908 und Armata Apuana 1908) hatte ihre Fetzen umgedreht aufgehängt. Hier hing ein Gedenkplakat für Mauro Giannetti das ganze Spiel. Die dazwischenstehenden übrigen Fans mitreißen konnte keine der beiden Kurven mit ihrem getrennten Support. So riefen einmal etwa gleichzeitig die Curva Nord „tutta la curva!“ und am anderen Ende der Tribüne war „tutto lo stadio!“ zu hören, wobei dann in beiden Fällen bei den zeitgleichen unterschiedlichen Gesängen nur der eigene Umkreis mitmachte. Mit Sturm Graz verbindet die Ultras von Carrarese eine Freundschaft.
Die rund 150 Auswärtsfans aus Arezzo supporteten durchgängig auf guten Niveau. In der Pause bewegten sich Motivierte aus beiden Seiten im Puffersektor auf die Trennwände zu, es blieb aber beim Austausch von verbalen Unfreundlichkeiten.
Die Carrarese Calcio wurde 1908 als Società Polisportiva Carrarese gegründet. 1919 wurde daraus die US Carrarese, unter der faschistischen Herrschaft 1925 die US Fascista Carrarese und nach dem tragischen Tod des Spielers Pietrino Binelli 1930 in US Carrarese „Pietrino Binelli“. Unter diesem Namen stieg man 1936 in die Serie C und spielte nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach Kriegsende 1945/46 bis 1947/48 in der Serie B. Neben der Prima Divisione 1927/28 und 1938/29 sind es die einzen Saisonen auf zweitklassiger Ebene. Seit 1948 pendelte Carrarese zwischen Dritt- und Viertklassigkeit.
Berühmte Tormänner haben einen Bezug zu Carrara: Der von hier stammende Gianluigi Buffon kaufte 2010 Anteile am Klub und von 2012 bis zur Pleite 2015 besaß er ihn alleine. In der Saison 1954/55 wiederum hatte der Grazer Rudi Hiden bis Saisonende das Traineramt.
Das Stadio dei Marmi wurde 1955 eröffnet. 2005 wurde das nach dem Haupterwerb von Carrara – Marmor – bezeichnete Stadion von der Stadt offiziell nach vier erfolgreichen Leichtathleten Stadio comunale dei Marmi Libero Marchini, Achille Piccini, Paolo Vannucci, Bruno Venturini benannt, was im Alltag aber ein etwas umständlicher Name ist und wenig gebraucht bzw. zu Quattro Olimpionici Azzurri abgekürzt wird. 2013 wurde am Spielfeld ein Kunstrasenteppich verlegt. Die überdachte Tribüne bietet 600 Plätze, insgesamt wären es im Stadion alles zusammen 9.500.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Carrara besichtigt.

Samstag, 24. März 2018

Pisa - Carrarese 0:2 (0:1)

Italien, Serie C, girone A, 32a giornata, 24.3.2018
Arena Garibaldi − Stadio Romeo Anconetani, 6.722

Eine herbe Niederlage erlitt Pisa im Samstagabend-Flutlichtspiel. Die Gäste aus dem nahen Carrara gingen in der 35. Minute in Führung und das um die Rückkehr in die Serie B spielende Pisa schaffte es nicht, dies auszugleichen und das Spiel als Favorit zu drehen. Stattdessen gab es in der Nachspielzeit noch das zweite Tor für Carrarese. Ein Rückschlag für die Aufstiegsbemühungen.
Dies führte zu einem Pfeifkonzert und als die Pisa-Mannschaft nach Schlusspfiff mit hängenden Köpfen in Richtung Kurve ging und sich am Spielfeldrand aufstellte, brandete ihnen eine Auswahl aus dem wahrlichen großen Potpourri an italienischen Verwünschungsgesten und Beschimpfungen entgegen.
Bei Pisa spielte in der ersten Hälfte der Grazer (GAK) Robert Gucher, der hier seit dieser Saison spielt.
Beide Fanblöcke machten ordentlich Stimmung, zeigten immer wieder einmal Pyro und hatten einige Spruchbänder. Kurzen Diskussionsbedarf gab es nach dem ersten Torjubel bei den nur durch eine Ordnerkette abgetrennten Auswärtsfans auf der Längsseitentribüne (abseits des Auswärtssektors hinter dem Tor).
Mit Trommelwirbel marschierte vor Spielbeginn eine Folkloretruppe in Kostümen zum 450. Jubiläum der Pisaner Festivität Gioco del Ponte am Spielfeld auf und bildete ein Spalier beim Einlauf der Mannschaften.
Die AC Pisa wurde 1909 als Pisa Sporting Club in der toskanischen Stadt Pisa gegründet. 1921 erreichte Pisa das Finale um den italienischen Meistertitel, unterlag aber in Turin Pro Vercelli. 1968/69 spielte Pisa für eine Saison erstmals in der Serie A. In den 1980er Jahren schaffte man es immer wieder, wenn auch von Abstiegen unterbrochen, in der Serie A zu spielen: 1982/83, 1983/85, 1985/86, 1987/88, 1988/89 und 1990/91. Am öftesten spielte Pisa in der Serie B (insgesamt 32 Saisonen zwischen 1934/35 und 2016/17), aus der man 2017 nach einer schweren Vereinskrise wieder in die Serie C abstieg. 1994 ging der Verein pleite und wurde als Pisa Calcio wiedergegründet, 2009 nach erneuter Pleite dann als AC Pisa.
Das Stadion Arena Garibaldi − Stadio Romeo Anconetani wurde 1919 von Pisa mit einem Freundschaftsspiel gegen den späteren Derbyrivalen Livorno als Sportanlage eröffnet. Zuvor befand sich hier von 1807 bis 1887 unter dem Namen Arena Federighi und dann weiter bis zur Schließung 1913 als Arena Garibaldi ein Veranstaltungsgelände für Theateraufführungen und Pferderennen. Der Name Arena Garibaldi wurde für den Fußballplatz weiterverwendet. Der alte Torbogen steht noch. Nach Tribünenbauten mit 7.000 Plätzen wurde die Anlage 1931 als Stadion mit dem faschistischen Namen Campo del Littorio neueröffnet. Nach der Befreiung wurde das Stadion wieder Arena Garibaldi genannt. In den 1950er Jahren wurde die Curva Nord gebaut und in den 1960er Jahren die Curva Sud. 1978 wurde der Tribünenring geschlossen und 1982 die Haupttribüne neugebaut. Von 1982 bis zur Renovierung in den 1990er Jahren passten hier 35.000 Zuschauerinnen und Zuschauer herein. 1999 wurde die Curva Nord nach dem Tod des Fans Maurizio Alberti nach ihm benannt. 2001 wurde das Stadion zusätzlich nach dem langjährigen Vereinspräsidenten der erfolgreichen 1980er Jahre Romeo Anconetani benannt und trägt seither den Doppelnamen.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Pisa besichtigt.