Sonntag, 6. Oktober 2013

Podbeskidzie - Lech Poznań 0:0

Polen, Ekstraklasa, 11. kolejka, 5.10.2013
Stadion Miejski w Bielsku-Białej, 3.500

Als Tabellenletzter vor dem Spiel könnte Podbeskidzie mit einem Punkt gegen einen Mittelständler eigentlich nicht unzufrieden sein. Doch sie waren die klar aktivere Mannschaft. Die Gäste ließen zwar wenige Torchancen zu, aber in der 85. Minute und mit einer Doppelchance in den Schlußsekunden der Nachspielzeit hatten die Heimischen drei Matchbälle.
Es war das erste Spiel nach Abschluß der ersten Etappe des Stadionumbaus in Bielsko-Biała. Der bisher auf der nun geschlossenen Gegengerade platzierte Fanblock steht nun in einem Eck des oberen Rangs. Sie waren nicht zahlreich, aber doch recht aktiv in ihrem Support. Die Zettelchoreo zu Matchbeginn kann nicht gerade als geglückt bezeichnet werden.
Der Verein Towarzystwo Sportowe Podbeskidzie führt seine Geschichte auf den 1907 gegründeten Bielitzer Fussball Klub (BFK) zurück, aus dem 1911 der Bielitz-Bialaer Sportverein (BBSV) geworden war. Damals gehörte die heutige Stadt Bielsko-Biała zur Habsburgermonarchie und war eine deutsche Sprachinsel. Neben den deutschen gab es auch polnische Mitglieder, aber das hatte in der nationalistisch aufgeheizten Zeit nicht Bestand. 1936 wurde der Verein polonisiert zum Bielsko-Bialskie Towarzystwo Sportowe (BBTS) und 1939 von der nazideutschen Besatzungsmacht als polnischer Verein aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Klub wiedergegründet, hieß zunächst 1949 Ogniwo und 1954 Sparta und dann nach einer Fusion 1968 BBTS Włókniarz (Namensform ab 1971).
In der heutigen Form entstand der Verein 1997 aus einer weiteren Fusion von BBTS mit zwei anderen Vereinen, seit 2002 trägt man den Namen der Region Podbeskidzie. Von 1997 bis 2002 arbeitete man sich von der fünften in die zweite Liga hoch. 2011 folgte der größte Vereinserfolg mit dem Erreichen der Ekstraklasa.
Im Zuge des sportlichen Aufstiegs wechselte der Verein von der kleinen eigenen Anlage 1999 in das Stadion des 1922 gegründeten, traditionell bedeutenderen Stadtrivalen BKS Stal, der heute nur mehr Viertligist ist. Das Stadion hieß auch Stadion BKS Stal bis es 2006 in den Besitz der Stadt überging. Die Spielstätte wurde 1927 eröffnet und von 1954 bis 1957 zu einem großen Oval für damals 20.000 Leute ausgebaut. Seit dem Zweitligaaufstieg von Podbeskidzie erfolgten bauliche Anpassungen, Sitzplätze wurden installiert und die Kapazität auf zunächst 8.000 Plätze reduziert. Die alten Kurven des Ovals wurden 2008 abgerissen. Im Sommer 2012 begann dann das große Umbauprojekt. Schrittweise wird ein neues Stadion mit 15.300 Plätzen entstehen. Eine der beiden Hintertortribünen wurde mit diesem Spiel eröffnet. Auf der Längsseite gegenüber der Haupttribüne wurden bereits die Sitze abmontiert. Die Betonstufen werden nun abgerissen und es wird hier mit dem Tribünenbau begonnen. Das halbe Stadion hat derzeit eine Kapazität von 3.958 Sitzplätzen. Auffällig am Tribünenneubau sind die ebenerdigen Sitzplätze in der ersten Reihe, wo man wohl knapp über die Werbebande blickt und der Zaun die Sicht verstellt sowie die Sichtbehinderung einiger Plätze im oberen Rang durch die Dachstützen.
Neben einem weiteren Fußballspielbesuch wurde in Bielsko-Biała auch die Stadt besichtigt.












































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