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Dienstag, 26. August 2025

StadionheVtln 2024/25



Rezension


StadionheVtln
2024/25
Linz, Juni 2025
160 S.








„... und plötzlich standen wir oben“ ist die Saisonbilanz des FC Blau-Weiß Linz 2024/25 in wenigen Worten am Titelblatt ausgedrückt. In dieser zweiten Bundesligasaison schaffte man durch Qualifikation für das Obere Play-off frühzeitig den Klassenerhalt. Darüber hinaus stand man für einen Tag nach den Samstagsspielen der siebten Runde an der Tabellenspitze. „Das Grinsen im Gesicht wird langsam chronisch.“ war im Vorwort der Ausgabe zur achten Runde zu lesen. Ein Unterschied zur aktuellen Saisonbeginnstimmung 2025/26.

Der mittlerweile schon fünfte Sammelband vereint die jeweils zu den Heimspielen erscheinenen Ausgaben des von Fans gestalteten Matchprogramms StadionheVtl der abgelaufenen Saison. Hier gibt es wieder klassische aktuelle Informationen zu den Spielen, im Rückblick interessanter sind aber die liebevollen Rubriken wie der Fan des Monats, die lehrreichen Geschichtsstunden unVergessen oder die geheime Lieblingsrubrik Unnützes Wissen. Dazu kommt Fanleben-Berichterstattung: Vom Jubiläumsturnier zu 125 Jahren Stuttgarter Kickers im Sommer 2024, bei dem Blau-Weiß Linz und Jahn Regensburg im Zeichen der gegenseitigen Freundschaft spielten, ist zu lesen. Stahlstadt Kollektiv und ARGE ToR werden vorgestellt. In jeder Ausgabe wird auch der Text eines Fangesangs abgedruckt, die online in einer Vibel zusammengefasst sind. Man spielt hier wie schon im Heft-Namen gern mit dem an den SK Voest Linz erinnernden Buchstaben V.

Amüsant war die Geschichte vom Zustandekommen des Sommertestspiels der Blau-Weiß-Linz-Amateure gegen den italienischen Serie-A-Verein Como als Einspringer. Sie kamen am Trainingslagerort an, weil ihr Busfahrer eine Autobahnsperre abwartete, während der Busfahrer des eigentlich geplanten Testspielgegners Al-Riyadh aus Saudi-Arabien stattdessen eine ungünstige Ausweichroute nahm und diese nicht mehr zeitgerecht erscheinen konnten. Regelmäßig gibt es im Heft auch Berichte von den Frauen. Anschaulich zeichnete die Folge 50 der Geschichtsserie unVergessen den Weg der Neugründung des FC Blau-Weiß Linz 1997 nach, samt Abdruck des 1,79 Mio. Schilling umfassenden ersten Budgets für 1997/98.


A5 / 10 €
Das StadionheVtl ist bei Heimspielen von Blau-Weiß Linz erhältlich.

Mittwoch, 10. Juli 2024

StadionheVtln 2023/24



Rezension


StadionheVtln
2023/24
Linz, Juni 2024
128 S.








„Gekommen, um zu bleiben“ ist der Titel des vierten Sammelbands des von Fans gestalteten Matchprogramm StadionheVtl des FC Blau-Weiß Linz, der hier nun die Saison 2023/24 umfasst. Es war eine besondere Saison für den Verein, da er mit dem neuen Donauparkstadion ein neues Stadion bezog und erstmals seit der mit unrühmlichen Ende abgeschlossenen Saison 1996/97 in der Bundesliga spielte. Diese beiden Themen prägen auch die jeweils zu den Heimspielen erschienenen Ausgaben. „Es mag eigenartig erscheinen, doch für den Autor dieser Zeilen fühlt sich das heutige Spiel ein wenig an wie Heimkommen. Erstes Heimspiel in der Bundesliga in unserem neuen Schmuckkästchen. Eigentlich alles neu! Und doch scheint es so, als ob sich nun lediglich alles so fügt, wie es im blau-weißen Herzen eben sein soll.“ eröffnet das Editorial zum ersten Spiel.

Neben aktuellen Themen zum jeweiligen Spiel wie Kaderlisten, Liedtexte, Rückblicke auf jüngste Spiele, Hinweise auf Stadionführungen und die Möglichkeit der Weitergabe des Aboplatzes bei Verhinderung sowie den stets Platz habenden Informationen zum Frauen-Team bieten die Hefte Interviews mit handelnden Personen aus Verein und Fanszene. Würdig sind die Nachrufe auf verstorbene Fans.

Sehr gut sind wieder die historischen Rückblicke. Sei es zur Fangeschichte, wenn etwa zum Rapid-Gastspiel auf die Entstehung der Verbindung zwischen seinerzeit Grünen Teufeln hier und Blue Army dort im Juni 1979 geblickt wird, oder auf historische Spiele und Spieler. Hervorzuheben ist die kleine, aber sehr feine Rubrik Unnützes Fußballwissen.

Amüsant sind auch in den Heften dieser Saison die launigen Interviews mit Trainer Scheiblehner mit ihren ebenso ungewöhnlichen Fragen wie Antworten. So beantwortet er die Frage, welches Musikgenre Blau-Weiß Linz wäre mit „Am besten Hard Rock. Blau-Weiß soll echt sein, wie der Sound einer Gitarre oder der Drums“ (passt) und auch, welches Restaurant Blau-Weiß wäre.


A5 / 12 €
Das StadionheVtl ist bei Heimspielen von Blau-Weiß Linz erhältlich.

Mittwoch, 26. Juli 2023

StadionheVtln 2022/23



Rezension


StadionheVtln
2022/23
Linz, Juli 2023
136 S.











In seiner dritten Saison kann das Fans verfasste Matchprogramm StadionheVtl des FC Blau-Weiß Linz bereits den zweiten Meistertitel der Liga Zwa feiern. Diesmal war es ein noch besonderer Titel, da er im Unterschied zu 2020/21 aufgrund der Fertigstellung des neuen Donauparkstadions auch mit dem Aufstieg in die Bundesliga verbunden ist. „Bundesliga, wir kommen!“ heißt es demgemäß am Titelblatt des Sammelbands, der wieder wie 2020/21 und 2021/22 alle Hefte der Saison in gebundener Form zum Nachlesen präsentiert. Am Cover heißt es auch „Wir sind wieder da!“, was sich sowohl auf den erneuten Meistertitel als auch den Bundesliga-Aufstieg beziehen kann. Für den 1997 gegründeten FC Blau-Weiß Linz ist es die erste Bundesligasaison, unter Einschluss der Tradition des Vorgängervereins SK VÖEST Linz / FC Stahl Linz / FC Linz ist es die erste Bundesligasaison seit der mit unrühmlichen Ende abgeschlossenen Saison 1996/97. „Erstmals zurück“ hatte das 2012 ein schönes Buch zum Zweitligaaufstieg 2011 genannt.

Mit vielen Details und gutem Schmäh kann man hier die Saison aus blau-weißer Sicht Revue passieren lassen. „Den Auftakt in Wien hätte man sich zwar anders gewünscht, aber wenigstens wissen wir jetzt, dass der Name ‚Hohe Warte‘ von der hohen Wartezeit beim Getränkestand herrührt.“ Es gibt die bekannten und gut eingeführten diversen Serien wie den Fan des Monats oder unVergessen. Man liest vom Neustart des Stahlstadt Kollektivs ebenso wie die aktuellen Tabellen und vom Geschehen bei den Frauen in der Spielgemeinschaft mit der Union Kleinmünchen. Die Emotionalität des blau-weißen Derbysiegs in der ersten Begegnung mit dem LASK 2002 nach der Auslöschung vulgo Fusion 1997 kommt in einem Text zum zwanzigjährigen Jubiläum deutlich rüber.

Interessant ist ein Bericht zur Geschichtsaufarbeitung des FC Blau-Weiß Linz und seiner beiden Vorgängervereine Austria Tabak und VÖEST durch ein Team aus dem Umfeld der Fanszene. „Als Quellengrundlage des Projekts dienen mehrere Tausend Zeitungsmeldungen, die Michael ‚Bike Mike‘ Hummer in jahrlanger Arbeit ausgehoben hat.“ Respekt. Bei der Geschichte des SV Tabakfabrik bzw. von Austria Tabak habe man aber Lücken und man sucht nach Fotos aus den ersten Jahren des SK Eisen und Stahl 1946 bis 1949. Kontakt office @ andreaskump.at

Eine großartige Institution sind die launigen Interview mit Trainer Scheiblehner, bei denen jeweils die Wuchteln tief fliegen. Eine Bemerkung im Heft zum Spiel gegen die Rapid II ist ebenso amüsant wie interessant, zumal es um einen mittlerweile zum Rapid-Spieler gewordenen Herrn geht. „Drei bis vier Mal die Woche frühstücken wir gemeinsam im Lissfeld. Erwähnenswert ist, dass mit dem Zugang von Matthias Seidl das Frühstück immens teurer wurde. Der isst sagenhaft viel, des is a Wahnsinn!“ Auch im zweiten Gespräch ist das noch Thema und er sagt „Matthias Seidl isst immer noch wie ein Scheunendrescher. Zu Mittag müssen wir immer eine Portion mehr bestellen.“ Wer gut spielt, muss offensichtlich auch gut essen.


A5 / 10 €
Das StadionheVtl ist bei Heimspielen von Blau-Weiß Linz erhältlich.

Dienstag, 9. August 2022

StadionheVtln 2021/22



Rezension


StadionheVtln
2021/22
Linz, Juli 2022
160 S.











Erneut liegt ein Sammelband vor, der alle regulären Ausgaben und die Sonderausgabe des von Fans verfassten Matchprogramms des FC Blau-Weiß Linz umfasst. Nach der in Buchform herausgebrachten Premierensaison 2020/21 lässt sich nun auch die Saison 2021/22 im Spiegel der zum Spieltag erstellten Hefte nachlesen.

Mit dem ersten Heft zog ein neues Thema in das StadionheVtl ein, denn ab der Saison 2021/22 sind über eine Spielgemeinschaft mit der Union Kleinmünchen „unsere blau-weißen Farben nun endlich auch im Frauenfußball vertreten“. In den zu den Spielen der Männer-Kampfmannschaft erscheinenden Heften finden sich regelmäßig nicht nur Rückblicke auf deren vergangenen Spiele sondern auch Berichte über das Geschehen bei den Frauen. Eine Sonderausgabe gab es zum Auswärtsspiel der Frauen in der letzten Meisterschaftsrunde beim Wiener Sport-Club, wo sie den Zweitliga-Meistertitel und den Aufstieg in die Bundesliga fixierten.

Stets lehrreich sind die historischen Fußballgeschichtsstunden unter dem Titel unVergessen, bei denen aus Anlass des jeweiligen Gegners u.a. an legendäre Partien, an den Intertoto-Cup-Sieg des SK VÖEST 1972, die ÖFB-Cup-Saison von Austria Tabak und VÖEST 1992/93, das Intermezzo von Peter Pacult in Linz oder die Linzer Arbeiterfußballgeschichte erinnert wird. Der Höhepunkt in dieser Reihe ist das in zwei Teile (StadionheVtl 10. Spieltag und 11. Spieltag) aufgeteilte, interessante Portrait der Legende Erik Mykland. Guten Humor offenbaren die launigen Interviews mit dem Trainer Scheiblehner, der Anekdoten wie „Paul Mensah hatte gleich einen guten Einstand bei uns, als er die Gurgellösung beim PCR-Test geschluckt statt gegurgelt hat.“ loslässt und über Aberglauben im Fußball interviewt wird. Wiederkehrende Rubriken sind auch „Unnützes Fußballwissen“ oder die Vorstellung eines „Fan des Monats“ per Fragebogen.

Als Ausblick heißt es im Vorwort des Sammelbands: „Die Saison 2022/23 verspricht viel Spannung und Emotion. Alle wünschen sich mit dem Einzug ins neue Stadion auch den Einzug in die 1. Liga. Die Erwartungen sind hoch. Sollte es nicht gelingen, ist das auch kein Beinbruch. Dann halt später. ‚Geduld können wir‘. Das haben wir schon sehr oft bewiesen.“

A5 / Das StadionheVtl ist bei Heimspielen von Blau-Weiß Linz erhältlich.

Dienstag, 14. September 2021

StadionheVtln 2020/21



Rezension


StadionheVtln
Wir sind Meister 2020/21
Linz, Juni 2021
170 S.










Die Saison 2020/21 brachte dem FC Blau-Weiß Linz am Ende den Meistertitel der 2. Liga. Am Saisonanfang stand ebenfalls eine historische Tat, nämlich die Wiedereinführung eines Matchprogramms. Seither brachte eine von Fans gebildete Initiative zu jedem Heimspiel ein StadionheVtl heraus (mit dem großen V spielt man sich sprachlich in Linz gerne, es steht für den einstigen SK Voest). Beim letzten Spiel mit Zuschauerinnen und Zuschauern jener Saison durfte ich Ende Oktober 2020 eine Ausgabe im Stadion in Händen halten. Die emsige Redaktion hat aber auch danach in Lockdown- und Geisterspiel-Zeiten den Rest der Saison weiterhin trotzig eine Ausgabe produziert und dann jeweils online gestellt. Für Liebhaberinnen und Liebhaber gab es im Juni einen Sammelband in 100 Stück Auflage, der alle Stadionhevtln plus den Sonderausgaben in einem Buch vereinigt. Zur Bezugsquelle verlautete man: „Erhältlich in Linz vor den Spielen beim Fichterl und sonst bei den üblichen Verdächtigen.“

Das erste Heft erschien zum ersten Heimspiel gegen Austria Lustenau in der zweiten Runde am 20.9.2020. Es finden sich hier bereits die Elemente, die auch die weiteren Ausgaben prägen: Worte zum letzten Spiel und zum Spiel dieses Tages, Informationen zur Runde und zum weiteren Spielprogramm, Kaderlisten der Mannschaften, Informationen zum Geschehen rund um den Verein (hier die Bausteinaktion für das neue Donauparkstadion), ein Interview, ein Blick in die Geschichte namens „unVergessen“ (Auswärtsfahrt von fünfzig Blau-Weißen im Nachtzug nach Lustenau 1995) und Fanszenenrelevantes. Hier ist das ein Text über „Die Fanszene und der Lockdown“, in dem auf die Ereignisse und Aktivitäten der vergangenen Monate im Lockdown eingegangen und die Gründe für die Nicht-Wiederaufnahme des Supports unter den geltenden Umständen erläutert werden: „Sitzplatzpflicht, die Sperre von Auswärtssektoren, personalisierte Tickets und Co. machen uns ein normales Treiben – und das Ausleben unserer Emotionen in gewohnter Form – aber unmöglich, weswegen sich die Gruppen Pyromanen und Blauhelme auch dazu entschlossen haben, einstweilen nicht aktiv und lautstark zu supporten. Die Liebe zu Verein und Stadt brennt wie eh und je, sich bei Toren aber sitzend und über je 2 gesperrte Sessel hinweg zuzuwinken widerspricht in jedem Aspekt dem Fansein wie wir es lieben. Der Verein kann hierfür nichts, weswegen mit diversen Spendenaktionen auch alles unternommen wird, damit für den magischen FC kein zusätzlicher finanzieller Schaden entsteht.“

Wiederkehrende Rubriken der nächsten Ausgaben sind zumindest für Außenstehende gar nicht leichte „Rätsel zum Spieltag“ oder die Vorstellung eines „Fan des Monats“ per Fragebogen. In der Ausgabe zur 13. Runde am 11.12.2020 konnten sich die Leserinnen und Leser, die schon seit vielen Wochen nicht mehr Stadien besuchen konnten, mit vier zusätzlichen Seiten über die blau-weiße Gugl-Geschichte 1969 bis 2020 informieren und in Erinnerungen schwelgen, denn es war das letzten Antreten des Vereins im Stadion der Stadt Linz vor dessen Abriss. Spannend sind die „unVergessen“-Geschichtslektionen über ASKÖ ESV Westbahn, Union Edelweiß, ASKÖ Neue Heimat, Austria Tabak oder auch Vasas aus Budapest. In der Ausgabe zum 18. Spieltag wird die 1991 gegründete Linzer Stahlfront portraitiert, in jener zum 22. Spieltag die Szene Gutau. Dazu gibt es allerlei Informationen, Nachrufe oder Schmankerl wie Zaunfahnengeschichten u.a. der Fetzen „Tschickbuddhisten on Tour“ oder „Bierfront Ottensheim“ etc.

Drei Extra-Hefte erschienen im Lauf der Saison: Die Sonderausgabe zu Ostern 2021 beleuchtete das Innenleben des Vereins. Für das Auswärts-Entscheidungsspiel um den Meistertitel in der 30. Runde erschien eine Ausgabe – ein Auswärtsspiel-Stadionmatchprogramm ist durchaus ungewöhnlich und eine bemerkenswerte Folge der Pandemie. Die letzte Ausgabe blickt in Wort und Bild auf Herzschlagfinale und Meisterfeiern zurück und hatte den wohl schönsten Titel: „Wir sind Meister 2020/21“