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Mittwoch, 12. April 2017

Meine Mutter hat Stadionverbot


Rezension


Michael Bergschober
Meine Mutter hat Stadionverbot ...
Leben und Sterben mit Austria Salzburg
Eigenverlag 2017
404 S.







Höhen und Tiefen prägen das Leben eines Fußballfans. Michael Bergschober, Gründungsmitglied der Union '99 Ultrà Salzburg, erzählt in seinem Buch aus dem Leben als Salzburger Fußballfan, von der Kindheit, dem ersten Stadionbesuch, dem Hineinwachsen in die Fanszene, Entstehen der Ultràbewegung, dem großen Bruch als 2005 der Dosenkonzern den Fans ihren Verein raubte und dem neuem Leben der Salzburger Austria seither. Alles aus der Perspektive eines miterlebenden und schließlich auch mitgestaltenden Fans.

Das Buch gliedert sich in zwei Teile, die Zeit vor und die Zeit nach dem Neubeginn 2005/06. Im ersten Teil schreibt Bergschober vom Heranwachsen in Bischofshofen, den ersten Berührungspunkten mit dem Fußball und der Entwicklung zweier Leidenschaften im Freundeskreis: Dem eigenen Fußballspielen und dem Fahren zu den Austria-Spielen nach Lehen und schließlich auch auswärts, standesgemäß mit einem Westderby am alten Tivoli. Man erinnert sich mit ihm an die erfolgreiche Zeit der Salzburger Austria in den 1990er Jahren, als sie erst Meisterschaften knapp verpassten, dann gewannen und schließlich im Europacup reüssierten. Die Gedanken und Gefühle dabei, die er beschreibt, kennt jeder Fußballfan aus eigenem Erleben − auch wenn man mit dem hier behandelten Verein nicht sympathisiert und damals aus anderer fußballerischer Liebe heraus teils andere Meinungen hatte.

Aus eigenem Interesse wurde hier daher natürlich besonders aufmerksam gelesen, wenn es um Rapid ging. Da gab es ja im Lauf der Jahre die eine oder andere Geschichte, die hier aus der violetten Perspektive teilweise auch vorkommen. Bergschober schildert die Entwicklung italienischen Tifos in Salzburg, die sich in der Verwendung des Worts „Viola“ und der Anfeuerung „Forza Viola“ ausdrückte, was aber anfangs nicht alle teilten. „Nach dem Spiel, das übrigens 0:0 endete, wurden Fisch und ich von einem völlig besoffenen, immer noch aufgebrachten Idioten als ,Scheiß-Violas‘ beschimpft, nur weil wir unsere Fiorentina-Schals umgebunden hatten. ,Du weißt aber schon, dass mit Viola die Mannschaft oder besser gesagt der Verein gemeint ist, du armer Irrer,‘ versuchte Fisch ihm die Fakten begreiflich zu machen. Seine völlig verständnislose Miene sagte mehr als tausend Worte, diese Typen meinten doch tatsächlich, wir würden uns mit ,Viola‘ selbst feiern.“ Schließlich wurde das doch etwas und manche Buchpassagen hierzu geben Einblick in die Salzburger Fan- und Ultràgeschichte.

Ein Kapitel erzählt die Saison 2003/04 Spiel für Spiel als eine ereignisreiche „Saison mit der Union“ nach. Es folgt eine dramatische Zeit, in der um den Erhalt von Tradition und Vereinsfarben der Austria Salzburg gekämpft wird, aber man gegen die Pläne von Red Bull von Anfang an auf verlorenem Posten steht. „Ich konnte die Leute, die zwei bis dreimal im Jahr ins Stadion gingen, ja auch irgendwo verstehen, für die war einzig und allein der Erfolg wichtig, und sie wollten möglichst guten Fußball sehen. Aber warum konnte uns niemand verstehen?“ Auch wenn zu vielen Leuten die Fußballtradition egal war, gab es dann doch viel Solidarität aus dem In- und Ausland.

Im zweiten Teil des Buches geht es um die Neubelebung der nicht totzukriegenden Austria Salzburg. Seine Mutter bekam Stadionverbot von Red Bull verhängt. Die Einzelheiten dazu sollen hier nicht verraten werden sondern sind im Buch nachzulesen. Bergschober erzählt von der Zerrissenheit der Herbstsaison 2005, in der Protest organisiert wurde, Solidaritätsbekundungen eintrafen und bei Spielen schließlich die Tore des Gegners bejubelt wurden. Nach dem Bruch ging es im Frühjahr 2006 in Spielgemeinschaft mit dem PSV neu los. „Es wurde alles daran gesetzt, sich so ,heimisch‘ wie möglich zu fühlen. Und trotzdem hatte ich ein bisschen Angst. Angst davor, der Funke würde nicht überspringen und ich könnte mich mit dieser Lösung nicht identifizieren. [...] Es war genauso wie früher! Der Jubel bei den Toren, der Ärger beim Elfmeter gegen uns, die Angst vor dem Ausgleich, die Freude über die 3 Punkte! Und dann wurde mir bewusst: die Austria, das waren WIR! Wir, die wir alle daran arbeiteten, wieder ein Team, einen Verein zu haben, die Leute, die einen umgaben, all das war in diesem Moment wichtiger als das, was auf dem Papier stand.“

Im Herbst 2006 wurde nach Unstimmigkeiten ganz unten in der 2. Klasse neu begonnen und die Erzählung im Buch eröffnet eine neuen Facette, denn Bergschober beginnt in der 1b des neuen Vereins selbst mitzuspielen und führt die Reserve schließlich sogar als Kapitän an. In den Schlusskapiteln geht es um die letzten Jahre Regionalliga vor der Rückkehr in den Profifußball. Diese endete ja mit Stadionposse und lautem finanziellem Krach in der Katastrophe. Doch davon ist hier noch nicht die Rede. Das Buch endet noch freudig und hoffnungsfroh.

Die schönen Bücher Eine Saison mit Verona und Das Wunder von Castel di Sangro (wer hat sie nicht verschlungen!) nennt Bergschober als Vorbilder und dass er ein solches Werk auch für Salzburg haben wollte. Es ist ihm gelungen. Ein Salzburger Fußballfanroman.

Das Buch ist um 15 € u.a. im Fanshop der Salzburger Austria erhältlich.

Dienstag, 5. November 2013

Bienvenue en Banlieue Rouge


Rezension


Christoph Heshmatpour
Bienvenue en Banlieue Rouge
Mein Jahr mit dem Red Star FC
Wien 2013
(banlieuerouge.org)
167 S.





Paris: Angeblich die Stadt der Liebe, eher keine Stadt des Fußballs. Bienvenue en Banlieue Rouge − Mein Jahr mit dem Red Star FC erzählt von der Liebe zum Fußball in Paris, genauer gesagt in Saint-Ouen, exakt gesagt von einer Liebe zum Drittligaverein Red Star FC.

Der Wiener Christoph Heshmatpour verbringt 2011/12 ein Auslandsjahr als Student in Paris. Er trinkt in diesem Jahr recht viel Alkohol und geht zum Fußball. Unterscheidet ihn der erste Teil noch nicht von durchschnittlichen Erasmus-Studierenden, so bemerkenswert ist der zweite Teil. Er widmet sich nicht dem Lifestyle, wie dies von ihm abschätzig beschriebene andere Leute tun. Er sucht sich eine leistbare Wohnung im proletarischen Speckgürtel der Banlieues und verliebt sich dort Hals über Kopf in den Fußballverein Red Star. Nicht der gelackte PSG, sondern ein kleiner, ehrlicher Stadtteilverein mit nicht so schöner Gegenwart, aber größerer Vergangenheit − gegründet von Jules Rimet (!) und stolz auf fünf Cupsiege, von denen der letzte 1942 datierte. Es ist nicht die Welt der Businessseats, sondern diejenige der einfachen Betonstufen in einem alten Stadion und der mangels Bedarf gesperrten Tribünen. „Ausschließlich die altehrwürdige Haupttribüne ist zugänglich, auf dieser tummeln sich vielleicht 2.000 Zuseher, schätze ich. Von dieser Haupttribüne aus hat man einen Blick auf den keine zwanzig Gehminuten entfernten Montmartre und das Sacré-Cœur, die weithin sichtbare Erinnerung daran, daß Paris wirklich nicht weit weg ist.“

Heshmatpour studiert, möchte sich ansonsten aber nicht an den üblichen Erasmus-Aktivitäten und Vernetzungen beteiligen. Der Fußball bietet eine willkommenere Zeitgestaltung: „Anstatt mit anderen Ausländern Paulaner zu trinken, gehe ich lieber ins Fußballstadion, um mit Franzosen Pastis zu trinken“. Am Schluß des Studienjahres resumiert er, daß er nicht im Louvre war und keine anderen Austauschstudierenden kennengelernt habe. Auch Liebesaffäre hatte er „nur eine, und die ist eine einseitig-parasoziale Beziehung zu einem Fußballclub.“

In den nach Spieltagen gegliederten tagebuchartigen Einträgen erzählt Heshmatour in leichtem Stil von Erlebnissen in und um das Fußballstadion, aber auch von ganz anderen Dingen − von unterschiedlichen Gelegenheiten des Betrunkenseins sowie von spannenden Einsichten über das Leben in Paris. Immer wieder finden sich schöne und wahre Sätze. Eine stadionbesuchsphilosophische Verhaltensweise, die ich bei regelmäßigen Besuchen eines Stadions ganz genauso halte: „Habe ich einmal meinen Platz gefunden, setze ich mich dort immer hin.“ Eine allgemeingültige Fußballweisheit: „Das Tolle am Fußball ist, daß es auch ohne ein Tor zu schießen die Möglichkeit gibt, zumindest nicht zu verlieren.“

Er nimmt sich nicht nur ein Abo und besucht die Heimspiele von Red Star, sondern gehört auch recht bald zu den fünf bis zehn Leuten, die zu den Auswärtsspielen fahren. „Auswärts fahren ist vor allem eines. Fahren. Für zwei Stunden Fußball reist man stunden- oder gar tagelang herum.“ Oh wie wahr das doch ist. Es sind zwar keine französischen Festlanddistanzen (ganz zu schweigen von Korsika oder Übersee-Départements), aber stundenlanges Fahren zu Meisterschaftsspielen hinter den Arlberg oder in südburgenländische Dörfer zu Cupspielen sind mir ebenfalls wohlbekannt. Nach vielen Jahren und vielen zehntausenden Kilometern des Fußballreisens verliert es aber − zumindest für mich und bislang − nicht seinen Reiz. Möglicherweise liegt dies auch daran, daß weniger der Alkohol als der Städtetourismus das Begleitprogramm darstellt und ich vom Groundhoppingvirus befallen bin. Heshmatpour erlebte in diesem Jahr die exzessive, alkohollastige Variante des Auswärtsfahrens.

Die Figuren seines Buchs beschreibt Heshmatpour in kurzen Worten und gibt ihnen jeweils charakterisierende Namen. Es kommen ein Pumuckl, ein Dicker, eine Toupetfrisur oder eine Bommelmütze vor und vor dem geistigen Auge entstehen sofort Bilder von Menschen. Sie begleiten einen durch eine kurzweilige und unterhaltsame Lektüre über den Fußball und das Leben.

Christoph Heshmatpour bietet sein Buch im Internetz zum Download für PC, andere Gerätschaften und E-Books an. Als richtiges Buch gibt es sein Werk leider nicht. Als Freund des haptischen Erlebnisses und der Langlebigkeit von Druckwerken bedaure ich dies. Allerdings bietet Heshmatpour eine sehr gute Erklärung an: Der Verein wie er ihn kennen- und liebenlernen durfte und sein historisches Stadion sind bedroht. Es soll einem Immobilienprojekt weichen und der Verein seine Seele verlieren. Er sieht sein Buch als Beitrag im Kampf der Red-Star-Fans: „Ich möchte Aufmerksamkeit für eine Sache schaffen, und die meisten Menschen erreicht man, wenn man ihnen etwas kostenfrei zur Verfügung stellt.“
Mich hat er erreicht.

Freitag, 16. Oktober 2009

Der Papierene


Rezension

Sascha Dreier
Der Papierene
Das Leben des Fußballstars Matthias Sindelar
Band 1: 1903-1933
Wien 2009 (Ueberreuter)
206 S.




Ein beeindruckendes Comic-Buch über das Leben von Matthias Sindelar, des Superstars der besten Zeit des Wiener Fußballs hat der von Illustrationen in 11 Freunde her bekannte deutsche Zeichner Sascha Dreier veröffentlicht.
Dem Buch müssen umfangreiche Recherchen über österreichische bzw. Wiener Kultur und Fußballgeschichte vorausgegangen sein, denn von der Tribünenkonstruktion der Hütteldorfer Pfarrwiese über literarische Zitate von Friedrich Torberg zur Verdeutlichung des herben Wiener Charme bis zu historischen Details, hier paßt alles. Selten wird Geschichte in derart gelungener, kurzweiliger Form präsentiert.

"Graphic Novel" heißt so etwas, lernt der Unkundige. Dreier spinnt seinen gezeichneten Roman um eine junge Frau namens Roxy, die mit Sindelar zusammenkommt. 1937 spielte Sindelar in einem Kinofilm namens "Roxy und ihr Wunderteam" eine Rolle. Hieraus scheint Dreier den Namen entlehnt zu haben. Sonst ist seine Erzählung über ihre Verwandtschaft mit dem Fußballpionier Jimmy Hogan, ihre Freundschaft mit Hugo Meisl und ihre Arbeit am Bau des Praterstadions ein wunderbarer Aufhänger für die Tour durch das zeitgenössische Wien (Armut, politische Gewalt, Antisemitismus, aufkommende Nazis, Austrofaschismus) und die Anfänge des "Wunderteams", mit dem Austrianer Sindelar als Mittelstürmer.

Da Dreier offenbar das Leben Hugo Meisls studiert hat, aus dem er eine Fülle von Details präsentiert, hat mich die Szene stutzig gemacht, in der Meisl (ÖFB-Verbandskapitän 1912-1937) vom nicht minder legendären Rapid-Sektionsleiter (1910-1938) Dionys Schönecker antisemitisch verächtlich gemacht wird. Ohne tieferes Wissen um beider Biographien bin ich bisher von einem eher kollegialen bis amikalen Verhältnis der beiden ausgegangen. Da würde mich Näheres interessieren.

Das Buch ist eine liebenswürdige, assoziationsreiche Lektüre für diejenigen, die sich mit der Wiener Fußballgeschichte der Ersten Republik bereits auseinandergesetzt haben und eine spannende, aber doch weitgehend faktenbasierte Aufbereitung derselben für diejenigen, die dies noch nicht getan haben und für die ein Comic eine niedrige Schwelle ist. Für alle ist es aber in der Hauptsache eine große Freude.

Freitag, 7. November 2008

Schiedsrichter Fertig



Rezension

Thomas Brussig
Schiedsrichter Fertig
Eine Litanei
St.Pölten/Salzburg 2007 (Residenz)
96 S.





Thomas Brussig hatte sich in Leben bis Männer, seinem vorigen Buch aus der Welt des Fußballs, dem Trainer gewidmet. In seinem jüngsten Buch zum Thema widmet er sich einem weiteren Akteur, dem Schiedsrichter.

Neben einigen Parallelen zum Vorgängerbuch, der ostdeutsche Lebenszusammenhang, der Einzelkämpfer im Zentrum, überzeugt hier der dramaturgisch angelegte Vergleich des Schiedsrichters mit einem Chirurgen. Brussig kontrastiert beide Rollen, wobei es sich bei letzterer um Entscheidungen handelt, die wirklich und nicht nur im übertragenen Sinn um Leben und Tod geht. Mit einem ziemlichen finale furioso.

Schiedsrichter Uwe Fertig monologisiert über das Schiedsrichtersein, die Schwierigkeit der Tätigkeit, den Undank, daß er nie hören wird "Fünf Spieler versperren die Sicht und trotzdem ahndet Uwe Fertig dieses Handspiel, diese leichte Berührung beim Ballmitnehmen, ooch, das sieht man ja kaum in der Zeitlupe. Was für ein Auge! Ein Teufelskerl, dieser Fertig! Uwe, du bist ein Schiedsrichtergott!".

Amüsant sind wieder Passagen wie die krause politische Theorie des Egomanen (in der Demokratietheorie des Trainers wie des Schiedsrichters kommt die Demokratie als Konzept nicht gut weg). Daneben stehen fußballhistorische Anmerkungen, wie daß Belgien bei der EM 1980 mit der perfektionierten Kunst der Abseitsfalle das Fußballverständnis revolutioniert habe, da seither Regeln das Spiel nicht mehr begrenzen, sondern Regeln "gespielt" werden.
Und fußballkulturphilosophische Sätze wie "Ein Spiel muß folgenlos sein, sonst ist es kein Spiel. Wenn zwei Menschen nach einem Spiel nicht mehr miteinander reden, dann sagt man: Aus einem Spiel wurde Ernst. Fußball ist schon längst der Ernstfall schlechthin. Kein Mensch erwartet beim Fußball, daß es folgenlos bleibt. Ganze Industrien hängen da dran, Millionen von Existenzen. Nur jemand, der nun überhaupt keine Ahnung hat, sagt über Fußball: Ist doch nur ein Spiel. Mit einem Spiel hat Fußball nichts mehr zu tun. [...] Weil die sicherste Methode, eine Sache zugrunde zu richten, darin besteht, sich ihr enthusiastisch zu widmen."

Bedenkenswerte Gedankengänge. Leider ist es - zumindest mir - einfach nicht möglich, sich dem Fußball nicht enthusiastisch zu widmen. Ein rationalisierter Gentle(wo)men-Fußball ist nicht denkbar. Einen schönen Satz dazu liefert Brussig selbst (etwas aus dem Zusammenhang gerissen): "Wer sehen will, wie der Beste gewinnt, soll sich Weitsprungwettbewerbe angucken."

Freitag, 26. September 2008

Rapid, Rapid...



Rezension


Reinhold Aumaier
RAPID, RAPID...
Ein Match-Tage-Buch
samt Rückschau & ein Blick nach vorn
Linz/Wien 1999 (Resistenz)
223 S.






Der unlängst leider verstorbene Wendelin Schmidt-Dengler (für ihn und den Ex-Schiedsrichter Fahnler wurde beim letzten Heimspiel eine Schweigeminute abgehalten) hat in seiner Liebeserklärung an den Fußball und die Rapid im Band Die Eleganz des Runden Leders Aumaier erwähnt. Länger schon im Hinterkopf gehabt, war dies der letzte Anstoß, das Buch zu lesen. Schmidt-Dengler hat geschrieben, daß Aumaiers Buch "in literarischer Hinsicht gerade deswegen so gelungen ist, weil der Autor fünfzehn Monate Vereinsgeschichte anlässlich des hundertjährigen Bestehens des Vereins mit Selbstironie und doch mit der echten Überzeugung des Anhängers kommentiert, die Spieler punktgenau charakterisiert und Triumph und Enttäuschung ohne Emphase verzeichnet. Ich weiß nicht, ob je einem anderen österreichischen Verein eine so liebevolle und kontinuierliche Betrachtung durch ein Stück Literatur zuteil wurde."

Letzteres stimmt sicherlich und hebt das zum 100er Rapids vor auch schon bald zehn Jahren erschiene Buch heraus. Stilistisch steht es in einer Reihe mit den großen Werken zweier anderer Schriftsteller, Nick Hornbys Buch über Arsenal (Fever Pitch, 1992) und Tim Parks' über Hellas Verona (Eine Saison mit Verona, 2002). Der Fußball als strukturierendes Lebensthema in Tagebuchform beschrieben, verwebt mit den sonstigen Dingen des Lebens (Arbeit, Familie und andere Nebensächlichkeiten zwischen den Spielen). Leider, um das gleich zu sagen, teile ich aus meiner bescheidenen Warte das kanonische Urteil Schmidt-Denglers nicht - mich hat's in Summe nicht begeistet.

Aumaier begleitet Rapid in Tagebucheinträgen vom 31. März 1998 bis zum 3. Juni 1999. Schön zu lesen ist die Leidenschaft für Rapid, für das Spiel. Auch und gerade auch für die noch in der Stadtliga spielenden Amateure, mit dem jungen Helge Payer im Goal. Eine assoziationsreiche Rückreise in die Vergangenheit bieten die Namen der damaligen Spieler, die Aumaier erwähnt und charakterisiert. Wohlbekannt die Gefühle der Hoffnung, die er mit neuverpflichteten Spielern verbindet. Auch wenn man darüber im konkreten im Abstand von einem Jahrzehnt schmunzelt (Saler, Mitteregger, ...), hier bringt Aumaier sehr stark und gut die Emotionen des spielbezogenen Fußballfans und die Spannung von Runde zu Runde zu Papier. Leider plätschert die Erzählung allerdings zu sehr ohne Höhepunkte dahin und streckenweise stellt sich Fadesse ein.

Ein absoluter Minuspunkt, der nicht verschwiegen werden sollte, ist der Rassismus. Die in den 90er Jahren furchtbar weit verbreitete und auch heute einzeln noch hie und da aufflammende Unart, Spieler afrikanischer Herkunft mit "Affenlauten" rassistisch zu verhöhnen findet Aumaier gut, wendet sich gegen eine Aktion des Vereins gegen diesen Rassismus. Er schreibt: "In dieser Frage kann man verschiedener Meinung und Ansicht sein. Natürlich neige ich eher zur "affigen". Nur kann man dieses nach wie vor auftretende und immer wieder diskutierte Problem auch etwas lockerer sehen. Ich glaube kaum, daß ein dunkelhäutiger Mensch, der in einem Land des weißen Mannes kickt, wohnt und lebt, von verbalen Deppereien sonderlich beeinflußt oder gar gequält wird." Sorry, das ist Rassismus pur. Wer nicht erkennt, wie schmal der Grat zwischen Wort und Tat war und ist, wer den Unterschied zwischen Humor oder aus Emotionaliät hervorgerufener Beschimpfung und herabwürdigender Verächtlichmachung anderer Menschen nicht erkennt, ist blind, verblendet oder dumm. Daß dies ein gescheiter Mensch ist, ein Mann des Worts, der sich über die Abwahl Kohls 1998 freut und den Falter liest, ist schlimm. Aber wohl kein Ausreißer, wenn auch das rassistische Wort "N." einfach so verwendet wird (S.145). Immer interessant ist ja, daß dies für die eigenen selten gilt. So auch Aumaier über Charles Wittl, von dem er sich einerseits erhofft, daß er nur "ein Farbtupfer" in der Mannschaft bleibt (S.160) und andererseits meint, "Wir brauchen Leute, die sich wieder mit Grünweiß voll identifizieren; und wenn's in Frankreich aufgewachsen sind und in Afrika geboren. RAPIDler kann jeder werden, der das Zeug dazu hat und ausspielen will: als Kicker und Mensch; mit Leib & Seele, Haut & Haar." Genau! Doch scheißegal, wie er ausschaut, welche Hautfarbe er hat, welche Sprache, welche sexuelle Orientierung, welche Frisur, welchen Musikgeschmack - solange er kämpft und siegt für Rapid. Und gleiches gilt für Spieler anderer Vereine - das sind Gegenspieler, keine "Untermenschen".

Was bleibt: Es geht um Rapid, das ist gut, richtig und schön. Da hatte Schmidt-Dengler vollkommen recht. Ich glaube aber nicht, daß man das Buch lesen kann ohne übermäßig interessierter Rapidfan zu sein (ein Unterschied etwa zu Parks' Buch über einen Unsympathlerverein).

Dienstag, 27. Mai 2008

I Furiosi

I Furiosi - Die Wütenden
Fußball, Fans & Prügeleien

nach einem Roman von Nanni Balestrini
mit: Holger Schober, Sebastian Wendelin
Musik: Siegmar Aigner, Didi Bruckmayr
Regie: Thomas Gratzer
Spielfassung: Roman Freigaßner
Bühne/Visuals: Chili Galilei

Rabenhof Theater, 20.5.-6.6.2008


Die Aggression steht im Mittelpunkt des "Fußball, Fans & Prügeleien" untertitelten Stücks. In Nanni Balestrinis Roman dient die Schilderung der Gewalt zur Darstellung der Geschichte, genauso wie die Drogen und die Leidenschaft des Fanseins, des Gemeinschaftserlebnisses der Gruppe, der Kurve, der Masse. Letzters kommt, wie die sozialkritische Dimension, im Stück vor, aber mehr zur Beschreibung des Terrains (manifestiert im gelungenen Bühnenbild mit Maschendrahtzaun als Zitat einer Sektorabsperrung), in dem sich die Geschichte der Wut und Gewalt abspielt. So ist es weniger als Einführung in die italienische Ultràkultur tauglich als das Buch (mit Ausnahmen, z.B. der Bedeutung des Transparents). Die Aufführung steht eher für sich, indem sie Aspekte des Romans nimmt und sie zu etwas eigenem macht, "dramatisiert". Die Zuspitzung des Rauschs der Gewalt wird in ca. einer Stunde in der Tat beeindruckend in Szene gesetzt. Dies wird durch die laute, harte elektronische Musik, die jetzt nicht mein Fall ist, noch deutlich unterstrichen. Dafür erhält man zur Karte gleich Ohrenstöpsel dazu, was auch lieb ist. Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich nur die Hochsprache des Textes, etwas, was mir beim Lesen des Buchs nicht aufgestoßen ist, aber gehört wirkt das gleich anderes. So geschliffen redet im Fußballkontext natürlich niemand, andererseits war dies doch auch gut, um die Künstlichkeit des Gezeigten rüberzubringen.

Problematisch finde ich, daß der Abend als Kontrapunkt zur EM beworben wird, da er als "Aggressionsshow" (Rabenhof) im Fußballfankontext funktioniert, aber eben nicht zum besseren Verständnis von Fußballfans und Ultras und deren Kritik an Kommerz und Repression, wie damit impliziert wird. Das muß das Stück auch nicht, Theater muß sich nicht als Lehrstück begreifen - man sollte es dann aber nicht so bewerben, sodaß das unbedarfte Publikum hinausgeht und schaudernd denkt, etwas über Fußballfans erfahren zu haben. Das ist trotz Überrollfahne, Fackeln, Rauch, Trommeln und You'll never walk alone nicht wirklich der Fall.

"Non ci sono più non ci sono più
i Furiosi non ci sono più"




Rezension

Nanni Balestrini
I Furiosi
Die Wütenden. Roman
Aus d. Ital. v. Dario Azzellini
Berlin 22001 (ID Verlag)
141 S.





Nanni Balestrinis 1994 im Orginal erschienenen Roman habe ich als mir passend erscheinende Begleitlektüre zum Besuch des Mailänder Derbys gelesen. In elf Gesängen schildert Balestrini die Welt eines Milan-Ultras der 1980er Jahre. Er tut dies, indem er seinen Protagonisten ohne Punkt und Beistrich (es gibt keine Satzzeichen) in literarisierter Form gesprochener Sprache scheinbar sich frei von einem Thema zum nächsten hangelnd, sein Leben (definitionsgemäß deckungsgleich mit dem Ultra-Sein) erzählen läßt.

In der teilweise in Heimen und Jugendgefängnis verbrachten Kindheit erfährt Falco Halt in der Gruppe der Fans, wo er gleichzeitig seinen Lebensstil von Diebstahl, Drogen und Gewalt weiterpflegt. Die Auswärtsfahrten sind Abenteuer, sei es wegen der kaputten Busse, der auseinandergenommenen Züge und Schiffe oder den nach Alkohol und Drogen noch als zusätzlicher Adrenalinrausch erlebten gewalttätigen Aufeinandertreffen mit gegnerischen Fans. Der entscheidende Satz ist dazu, daß die Gewalt als Droge dient.

Die Schlägereien und Zerstörungsorgien sind die heroischen Raubersgschichten, quasi nebenbei gibt es aber die Essentials, "alleine gehe ich vielleicht ein Heimspiel anschauen aber bis runter nach Neapel zu rattern wie wir das zum Beispiel morgen tun sowas mache ich nur aus Lust gemeinsam mit meinen Freunden was zu machen nicht nur wegen dem Milan und dem ganzen Rest" (S.57), die Symbole, die Rituale. Balestrini bringt seine Geschichte in einen Kontext sozialer Verwerfungen, die linke (Jugend-)Subkultur Mailands in den gewaltätigen italienischen 1970er Jahren und der fließende Übergang zum Fußballfan - Balestrini erzählt en passant die Geschichte der Ultrà-Bewegung nach - und dann auch das spätere Auftauchen der Rechtsextremen in den hochpolitisierten italienischen Kurven ("bei den Jüngeren habe ich auch gesehen daß die nach rechts gingen weil es in diesen Jahren auch wirklich eine politische Leere gab eine völlige Leere in der Linken weil all die Vorstellungen die es gegeben hat die Welt zu verändern die ganze Scheiße wegzufegen diese ganzen Vorstellungen diese Hoffnungen wurden weggefegt und was haben wir an ihrer Stelle bekommen nichts wir haben noch mehr Scheiße bekommen" (S.98f.). Gab es früher viele und stolze linke Kurven in Italien, gibt es ja heute hauptsächlich rechte.

Wenig berücksichtigt wird etwa die harte Arbeit an den Choreographien und die Leidenschaft des Supports während des Spiels der Ultras und die emotionale Hochschaubahn zwischen Jubel und Niedergeschlagenheit aller Fußballfans, ganz abseits von Gewalt, mit der ja die meisten nichts am Hut haben. Es ist Literatur, nicht Realität. Aber ein sehr gelungenes Stück Literatur.

Mittwoch, 16. Januar 2008

Leben bis Männer


Rezension


Thomas Brussig
Leben bis Männer
Frankfurt am Main 2001 (Fischer)
95 S.






Nachdem Stermann in Salon Helga vor einiger Zeit (voriges Jahr oder vor 2 Jahren im Sommer?) unnachahmlich daraus gelesen gehabt hat, hab' ich mich wieder daran erinnert als letztens in 11 Freunde ein Interview mit dem Autor über dessen neues Buch gewesen ist. Das sind die Gründe, warum ich eine Bibliothek hab', wo ich dann das Buch, auf das ich grad Lust hab' aus dem Regal nehmen kann, weil alles da ist. Thomas Brussig scheint laut Klappentext ein erfolgreicher Autor zu sein, hat "Sonnenallee" geschrieben. War das nicht so ein DDR-Film? Keine Ahnung, nicht gesehen und bisher nichts von ihm gelesen.

Leben bis Männer ist jedenfalls eine netter dramatischer Monolog eines in der DDR aufgewachsenen Fußballtrainers in recht eigener Sprache, der darin sein Leben, eingebettet in die deutsch-deutsche Geschichte, und seine amüsante Weltsicht voll von maskuliner Fußballversessenheit und Misogynie darlegt. Von Detailkenntnis zeugen Brussigs Behandlung des Themas Mauerschützenprozesse und der Fußballgeschichte. Am besten sind aber die Weisheiten wie "Der Mensch ist nach fußballerischen Gesichtspunkten eine einzige Fehlkonstruktion", die das Buch kurzweilig und sehr amüsant machen.

Donnerstag, 15. November 2007

Fever Pitch - Eine Stadt. Ein Buch.


Rezension


Nick Hornby
Fever Pitch
Die Geschichte eines Fans
Wien 2007 (Echo Verlag)
363 S.






Die begrüßenswerte Aktion Eine Stadt. Ein Buch. hat dieses Mal Fever Pitch, Nick Hornbys Klassiker der Fußball-Literatur, über den ich bereits geschrieben habe, herausgegeben. Man muß schon bemerken, daß man kein besseres Buch über Fußball angesichts der nächstes Jahr drohenden Europameisterschaft hätte nehmen können. Hier geht es um das Leben des Fußballfans, nicht um das, was medial als "Fußball" transportiert wird, oder das, was kommerziell als "Fußball" verkauft wird. Textlich folgt die Ausgabe (in gleicher Ausstattung wie die bisherigen Bücher dieser Aktion) der Kiepenheuer&Witsch-Ausgabe, ergänzt neben einem Vorwort von Michael Häupl durch einen Text von Wolfgang Weisgram und ein nettes Interview mit Nick Hornby.

Weisgram, seit langem als Autor im "Standard" und gescheiter Fußballkultur-Bücher bekannt, schreibt einen netten Kurz-Essay in seinem Stil des liebenswert etwas überwuzelten Intellektualismus. Er versucht, durch Österreich-Analogie eine Brücke dazu schlagen, was das Buch dem österreichischen Publikum zu sagen haben könnte. Das ist wohl bei so einer Massenauflage von 100.000 Stück legitim, das etwas Krampfhafte hat mich aber ein bisserl an seinen, meines Erachtens mißglückten, Versuch über Materazzi und Zidane erinnert.

Schön ist, daß Hornby auch im Interview wieder auf die Problematik hinweist, daß Kinder heute in England gar nicht mehr ins Stadion gehen (darüber war auch letztens in When Saturday Comes zu lesen). Dies täten zwar aus der Working Class noch ältere Leute, aber die geben dann halt für die irrsinnig teuren Karten auch einen hohen Prozentsatz ihres Geldes aus. Hornby sagt auch, daß ihn die englische Nationalmannschaft nicht interessiert (an die diesbezügliche Passage im Buch hakt auch Weisgram ein). Dabei geht es ihm ja nicht anders als mir. Das wird wohl daran liegen, daß Hornby ein Fußballfan ist, ein Fan eines Fußballvereins, der ins Stadion geht. Da entdecke ich eine gewisse Parallelität.

Dienstag, 19. Juni 2007

Fever Pitch



Rezension


Nick Hornby
Fever Pitch
London 2000 (Penguin)
239 S.





Endlich hab' ich es geschafft, den Klassiker auf englisch zu lesen. Jahrelang schon steht das kleine Penguin-Taschenbuch (was für eine Erinnerung an die Schulzeit!) neben der deutschen Ausgabe im Regal, aber vorigen Sonntag bin ich dann doch zur Tat geschritten und hab' angefangen.

Auch wenn man die Geschichte schon kennt - es ist einfach ein ganz anderes Erlebnis, es auf englisch zu lesen. Herrlich! Ich weiß schon, es ist ziemlich banal, zu sagen, daß die Originalsprache besser ist als die Übersetzung. Ich lese ja selber aus Bequemlichkeit lieber auf deutsch. Aber es ist es wirklich wert.

z.B., über das Spiel Derby County - Arsenal vom 26.2.1972:

He scored twice, two screamers, and to the tune of Andrew Lloyd Webber's then-recent hit, we sang "Charlie George! Superstar! How many goals have you scored so far?" (to which the Derby fans, like others all over the country had done before them, replied "Charlie George! Superstar! Walks like a woman and he wears a bra!" It's hard not to laugh when people remember the sixties and seventies as the golden age of terrace wit)

das liest sich einfach viel besser als in der Übersetzung:

Charlie traf zweimal, zwei Traumtore, und zur Melodie von Andrew Lloyd Webbers Hit der damals jüngeren Vergangenheit sangen wir "Charlie George! Superstar! Wie viele Tore sind's dieses Jahr?". (Worauf die Fans von Derby erwiderten, wie andere überall im Land es vor ihnen getan hatten: "Charlie George! Superstar! Läuft wie 'ne Frau und trägt BH!" Es ist schwer, nicht zu lachen, wenn Leute die Sechziger und Siebziger Jahre als das goldene Zeitalter der witzigen Einfälle auf den Stehrängen verklären.)

Über das Buch an sich braucht man an sich ja nichts mehr verlieren. Fever Pitch war 1992 ein Meilenstein, hat einen Paradigmenwechsel im Schreiben über Fußball gebracht (quasi ein cultural turn) und es gibt bis heute nichts besseres in der Fußball-Literatur.



when I am at Highbury on a big night, or, of course, Wembley on an even bigger afternoon, I feel as though I am at the centre of the whole world. When else does this happen in life? ... there is nowhere else you can be in the entire country that will make you feel as though you are at the heart of things. Because whichever nightclub you go to, or play, or film, or whichever concert you see, or restaurant you eat, life will have been going on elsewhere in your absence, as it always does; but when I am at Highbury for games like these, I feel that the rest of the world has stopped and is gathered outside the gates, waiting to hear the final score.
Amen.



Zitate aus dem rezensierten Buch (s.50 u. S.192) bzw. der deutschen Ausgabe von Kiepenheuer & Witsch, Köln 20.Aufl. 2002, S.77

Montag, 14. Mai 2007

MarcosEinSatz


Rezension


Wolfgang Weisgram

MarcosEinSatz
oder der lange Augenblick, in dem Zinédine Zidane etwas kurz angebunden war

Wien 2007 (Egoth Verlag), 104 S.


Wolfgang Weisgram hat ein kleines Gedankenspiel darüber geschrieben, was Marco Materazzi in der legendären Szene des WM-Finales 2006 zu Zinédine Zidane gesagt hat. Mithilfe der fiktionalen Figur des brasilianischen Lippenlesers Luis Claudio Pierluigi della Ponte Perreira und dem Trick, daß Materazzi in Wahrheit viel schneller gesprochen habe als beim ersten Eindruck zu erkennen gewesen wäre, konstruiert Weisgram eine 90-seitigen Monolog in einem (1) Satz.

Das kleinformatige Taschenbuch ist mehr ein Kunstbüchlein (nur ein Drittel der Seite ist bedruckt) als ein literarischer Genuß. Die Spielereien sind mir einen Tick zu überdreht. Auch die Schlußpointe hat mich nicht überzeugt. Etsi de gustibus non est disputandum.