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Samstag, 5. September 2026
Austria Klagenfurt – Rapid 2:5 (1:2)
ÖFB-Cup, 2. Runde, 5.9.2026
Wörthersee-Stadion, 3.350
Rapid machte es etwas dramatischer, als notwendig war, indem die Gastgeber zweimal ausgleichen konnten, gewann aber dennoch und stieg in die nächste Cuprunde auf. Eine frühe Führung glich der Regionalligist Austria Klagenfurt nahezug ebenso schnell aus, der erneute Führungstreffer gelang aber noch vor der Pause. Der Stadionsprecher hatte danach der Austria-Mannschaft noch extra „Es ist nicht der FC Barcelona oder Real Madrid“ als Hilfestellung zur Information über die Gastmannschaft mitgegeben, woraufhin die Klagenfurter Austria auch prompt den Ausgleichstreffer zum 2:2 erzielte. Am Ende siegte Rapid.
„Von Spiel zu Spiel, bis zum Ziel“ gab die Choreographie der Gladiatori die Devise aus. Das Ziel wurde mit einer großen Abbildung des ÖFB-Cup-Pokals auch gleich definiert, klar aufgezeigt und pyrotechnisch untermalt. Gut aufgelegt supportete der Block die Rapid, mit reichlich Pyro, die immer wieder gezündet wurde. Zur zweiten Halbzeit erinnerten die Ultras Rapid mit Spruchband und Fackeln an ihren verstorbenen Luksus. Zur Mannschaftsverabschiedung zeigte die Rapidmannschaft das Bandl nochmal vom Spielfeld aus dem Block. Noch lange nach Schlusspfiff hallten die Rapid-Gesänge durch das sich leerende Stadion. Als Erinnerung an den Abend blieb ein Graffiti zurück.
Mit einem von oben herab ausgerollten Barrakudas-Überzieher mit „Austria“-Beschriftung, violett-weißen Fahnen und ordentlich Pyro startete die Fanszene der Austria Klagenfurt Wir.Austrianer in das Spiel. Mit dabei war mehr als ein Dutzend der Freunde von Admira Wacker. „Klagenfurt und Südstadt“ und „Admira Wacker!“-Chants waren so auch in der zweiten Halbzeit zu hören. Während der Fanblock im Regionalligaalltag im Stadion wieder auf der angestammten Nordseite stehen kann, ist dies wie zu Profifußballzeiten und im ÖFB-Cup aufgrund des dann genutzten Auswärtssektors auf dieser Seite nicht möglich und so war er wieder auf der Südtribüne des Wörtherseestadions. „Stadionkonzept neu denken / für eine Heimkurve auf der Nord!“ forderte ein Spruchband.
Seit dem letzten Rapid-Spiel hier gegen Austria Klagenfurt vor zwei Jahren ist hier viel passiert. Am Ende der Saison 2024/25 stiegen sie aus der Bundesliga nach vier Jahren wieder ab und es offenbarte sich die verbrannte Erde, die Investoren in Fußballvereinen anrichten. Sie bekamen eine Transfersperre wegen nicht bezahlter Ausbildungsentschädigung, gingen pleite und mussten aufgrund Konkursverfahren aus der zweiten Liga absteigen. So spielen sie jetzt hier in der (neuen) Regionalliga Süd.
Sonntag, 26. Juli 2026
Wienerberg – Rapid 0:3 (0:1)
ÖFB-Cup, 1. Runde, 26.7.2026
Wienerberg-Platz Kunstrasen, 1.500
Rapidsieg auch im zweiten Kunstrasenspiel dieser Woche. Allerdings trat eine gegenüber dem Match unter der Woche praktisch komplett veränderte Mannschaft an. Dennoch zeigte sich erneut eine zähe erste Hälfte. Chancen wurden nicht verwertet bzw. wurde ein Tor abseits gegeben bis dann doch kurz vor Pausenpfiff das Führungstor erzielt werden konnte. In der zweiten Hälfte wurde letztlich souverän der Sieg und damit Aufstieg in die zweite Runde erspielt.
Der Rapid-Anhang stellte auch hier den Großteil des Publikums. Man stand auf der Wiese, die mit Böschung aber taugliche Sichtverhältnisse bot. Der Block West motivierte und supportete die Mannschaft und erleuchtete den Abendhimmel schön feurig.
Der SV Wienerberg hatte 2025/26 das Wiener Double aus dem Meistertitel der Wiener Stadtliga, womit sie wieder in die Regionalliga Ost aufgestiegen sind, und dem Wiener Landescupsieg erreicht. Aufgrund des Fernsehübertragungstermins am Sonntagabend um 20:30 Uhr war ein Platz mit Flutlicht notwendig. Das von mir im November 2009 gegen den Wiener Sportklub besuchte Hauptfeld wird gerade saniert. Ausweichen und Platztausch kamen nicht zustande, sodass als beeindruckendes Kuriosum der Rapid-Cupgeschichte diese Begegnung am mit Flutlicht ausgestattete Kunstrasen-Nebenplatz ausgetragen wurde. Hier hatte ich einmal im Februar 2009 ein Testspiel besucht und mir auch nie gedacht, hier einmal Rapid in einem Pflichtspiel zu sehen.
Der SV Wienerberg wurde 1921 als ASV Wienerberg als Arbeitersportverein von Arbeitern der Ziegelfabriken am Wienerberg gegründet. 1969 wurde man nach der gleichnamigen Baufirma zum SV Wienerberger umbenannt, 1992 fusionierte man zu Wienerberger/Inzersdorf, hieß in den 2000ern nach dem Konzern des unsäglichen Herrn Stronach und heißt heute wieder SV Wienerberg. Die größten Erfolge waren die Saisonen in der zweitklassigen Regionalliga Ost 1961/62 bis 1967/68 und 1969/70 bis 1973/74 sowie in der drittklassigen Regionalliga Ost 1976/77 bis 1978/79, 2007/08 bis 2009/10 und nunmehr 2026/27. Als Stadtliga-Meister 2015/16 hätte man auch schon vor zehn Jahren aufsteigen können, verzichtete darauf aber aus finanziellen Gründen.1969/70 und 1971/72 war Wienerberg nur knapp am Aufstieg in die Nationalliga und damit höchste österreichische Spielklasse gescheitert.
Neun Spiele der Rapid-Kampfmannschaft, allesamt Freundschaftsspiele, gegen Wienerberg waren bislang im Rapidarchiv verzeichnet. „Eröffnung Flutlichtanlage“ ist dort bei der ersten Begegnung hier, einem 1:1 vor laut Medienberichten 400 Zuschauerinnen und Zuschauern am 10.2.1971, dazu im Datensatz vermerkt. Auch das Spiel Nummer 10 und erste Pflichtspiel war nunmehr ein Flutlichtspiel.
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