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Dienstag, 15. September 2026

Einspruch! 23






Rezension


Einspruch!
Nr. 23, 2026
106 S.






Sieben Jahre nach der Ausgabe 22 im Jahr 2019 und damit mit nur halb so langem Abstand davor zu Nr. 21 brachte die Union '99 Ultrà Salzburg wieder ein Fanzine heraus. Thema des Hefts im Großformat A4 ist die Rückkehr in den bundesweiten Fußball. „Wir haben endlich die Tiefe des Regional- und Salzburger-Liga-Fußballs hinter uns gelassen und uns im Profifußball etabliert.“ So blickt man hier in Berichten auf die letzten Spiele vor dem Aufstieg und die erste Zweitliga-Saison 2025/26 zurück. Als „Wegbereiter“ des Aufstiegs nennt man klar das Cupspiel gegen die Dosen 2023, das nicht nur Aufmerksamkeit und Medienöffentlichkeit brachte, sondern auch vom Verein organisatorisch bewältigt wurde und ein Umdenken in der Stadtpolitik auslöste, sodass daran gearbeitet wurde, die Spielstätte in Maxglan zweitligatauglich zu machen und eine neue Perspektive eröffnet war. 2024 klappte es infrastrukturell noch nicht, aber 2025 war es dann soweit. Die nervliche Anspannung der entscheidenden Spiele gegen den SC Imst und gegen den SC Schwaz spricht man an. Ein „Auf Nimmerwiedersehen“ richtet man jenen Unterhausfußball-Funktionären aus, welche Salzburger Gastspiele bei ihren Vereinen verkompliziert hatten, während man bei anderen gut empfangen wurde. Dabei wird zu letzterem vor allem Vorarlberg genannt.

Die 2025/26-Spielberichte reichen vom Cup-Aus in der ersten Runde über die meisten Zweitligaspiele, beginnend mit dem ersten Heimspiel und dem ersten Auswärtsspiel auf der Hohen Warte. Von jenem erzählt die Wiener Sektion Viennola, die mit einigen Spielen im Osten und in Wien nunmehr kürzere Wege hat und ihr 25-jähriges Jubiläum beim Spiel bei Admira Wacker zelebrierte. Eine Österreich-Karte zeigt die Destinationen ihrer Reisen in diesem Vierteljahrhundert. Im Frühjahr 2026 gab es u.a. das Spiel bei der Rapid II, mit großer Choreo. „Nur zum Vergleich: Der Überzieher gegen Rapid entsprach flächenmäßig mehr als drei Überziehern in unserer Heimkurve.“

Neben den Spielberichten gibt es Texte aus der Gruppe zu Mentalità und zu Kurvenliedern, ein Rückblick auf das UI-Cup-Auswärtsspiel in Lüttich 2000, ein Interview mit den Machern ihres Films Herz der Kurve, etwas zu den Freunden Barletta, Udinese und Aarau sowie zu Länderspielen.


A4-Format / 9 € / erhältlich bei der Union '99 Ultrà Salzburg

Freitag, 28. August 2026

St. Pölten – Austria Salzburg 1:0 (0:0)

2. Liga, 5. Runde, 28.8.2026
NÖ Arena, 1.976

Die St. Pöltner bleiben 1:0-Spezialisten, doch diesmal anders. Auch das fünfte Meisterschaftsspiel des SKN St. Pölten dieser Saison ging 1:0 aus. Nachdem die bisherigen vier Runden aber 1:0-Niederlagen gewesen waren, bedeutete das 1:0 hier das erste Tor, den ersten Sieg und die ersten Punkte für sie. Während sich die Austria Salzburg mit drei Siegen bei einer Niederlage in den ersten vier Runden in die Tabellenspitzengruppe nach vorn gedrängt hatten, waren die St. Pöltner, die vorige Saison bis zuletzt um Meistertitel und Aufstieg mitgespielt hatten, mit null Punkten am Tabellenende gestanden. Unter aus den Lautsprechern eingespieltem Wolfsheulen betraten die Mannschaften das Spielfeld und zeigten dann in der ersten Hälfte nur wenig. Nach einer Stunde Spielzeit fiel aber das Tor des Abends. Die Salzburger drängten danach auf den Ausgleich, aber es blieb beim 1:0.
„St. Pöltner Jungs“ war u.a. von der St. Pöltner Süd zu hören. Hier hing nur mehr die Wolfbrigade, nachdem sich die Youth Boyz mit nicht geduldeter rechtsextremer Symbolik ins Aus geschossen hatten und daher nicht auftreten. „Als Youth Boyz stehen wir für unsere Fehler ein und übernehmen dafür die Verantwortung. Ob und wann wir wieder als Gruppe präsent sein werden, zeigen die nächsten Wochen.“ schrieben sie in ihrer Stellungnahme. Die Wolfbrigade verlautete dazu „Die von den Youth Boyz ausgesprochene Entschuldigung nehmen wir zur Kenntnis und akzeptieren sie. Ebenso begrüßen wir, dass die Verantwortlichen Konsequenzen gezogen haben. Gleichzeitig ist für uns klar: Worte allein reichen nicht.“ (Stellungnahmen sind im Internetz nachzulesen).
„Forza Viola alè, wir wollen euch siegen seh'n“ sangen sie lang und laut im gut vollen Gästeblock. Der Wunsch erfüllte sich ihnen an diesem Freitagabend nicht. Aber es schaut nach einer stabilen Saison aus. Das zweite Jahr soll der Klassenerhalt ja immer schwieriger sein, sagt man. Jedenfalls wird ihnen die Saison in eineinhalb Monaten ein langerwartetes Highlight bringen.
1.976 Leute im Stadion war angesichts des St. Pöltner sportlichen Fehlstarts annehmbar, aber jedenfalls deutlich weniger als noch vorige Saison bei der Begegnung im Frühjahr hier.

Freitag, 8. Mai 2026

Austria Salzburg – Austria Lustenau 2:2 (2:0)

2. Liga, 29. Runde, 8.5.2026
Austria-Stadion, 1.566

In Salzburg konnte die Austria Lustenau noch nicht Zweitliga-Meister werden. Bessere Salzburger schlossen die erste Hälfte verdient mit 2:0 ab. In der zweiten Hälfte steigerte sich die grün-weiße Austria gegen die violette Austria, konnte nach einer Stunde Spielzeit den Anschlusstreffer und in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielen. Die Titelentscheidung fällt damit erst in der letzten Runde.
Der Aufsteiger Austria Salzburg hatte schon länger den Klassenerhalt fixiert gehabt und konnte im letzten Heimspiel – und aufgrund des Ausfalls der letzten Runde gegen Pleitier Stripfing auch letzten Saisonspiel – die erfolgreiche Rückkehr in den bundesweiten Fußball feiern. Man setzte sich dabei aber auch gleich weitere Ziele, wie die Union '99 Ultrà-Choreographie kundtat: „Gekommen, um zu bleiben … / … und bis ganz nach oben aufzusteigen!“ Zu Saisonende gab es auch Verabschiedungen von Spielern. Drei „Aufstiegshelden“ wurde dabei auch mit einer Spruchbandaktion geehrt. Da es anfangs der Woche angesichts eines Anlassfalls beim Spiel bei Admira Wacker zu verwunderlich martialischen Festnahmen aus Wohnungen in aller Früh samt zur Stürmung vorbereiteten Rammbock gekommen war, schickte die TGS ein Verwünschungs-Spruchband an die Polizei. Diese konnten den Bezug zum Gaisberg zuordnen, da sich ein Beamter dort das Leben genommen hat. Groß gefeiert samt Pyro wurde am Ende auch der abtretende Präsident Salzmann. „Danke Claus / Presidente per sempre“.
„Ob auswärts oder daheim, wir folgen unserem Verein“ sang die Nordtribüne Lustenau. Mehr als 156 Karten gab es angesichts der beschränkten Platzverhältnisse in Maxglan nicht für sie. „Den Sack zumachen“ war die hoffungsfrohe Botschaft ihrer Choreographie samt Bild eines im Trikot gekleideten Diebs, der den Zweitliga-Meisterteller entsprechend einsackt. In einen Sack, der mit UNF beschriftet war. Kürzel der gemeinsam auftretenden Gruppen Union Nord und Nordfront. Am Ende konnten sie zwar noch Tore bejubeln, zum finalen Jubel kam es aber nicht. Trotzig wurde dennoch die Mannschaft mit „Wir werden Meister!“-Chören nach Schlusspfiff verabschiedet und für das letzte Spiel eingestimmt. Es wäre für die Austria Lustenau nach 1996/97 und 2021/22 der dritte Meistertitel der zweiten Liga und das dritte Mal nach 1997/98 bis 1999/2000 und 2022/23 in der Bundesliga.
Ob, wann, wie und wo die Austria Salzburg wieder in der Bundesliga spielen wird und kann, wird die Zukunft weisen.