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Freitag, 8. Mai 2026

Diabolik 4



Rezension


Diabolik
Fanzine der Fraternité Violette
Ausgabe 4
Saison 2024/25
246 S.








Die Salzburger Regionalligameister- und Zweitligaufstiegssaison im Rückblick der Fraternité Violette. Nachdem die Austria Salzburg schon in der vorherigen Saison Meister geworden war, aber aus infrastrukturellen Gründen noch nicht aufsteigen durfte, schaffte sie es diesmal. „Schwelgt noch einmal in Erinnerung und genießt die Aufstiegssaison 24/25“ ist so auch die Aufforderung im Vorwort. Verschiedene Autoren erzählen von den Spielen der Austria Salzburg sowie gewohnt oft von den zahlreichen Besuchen beim 1. FC Saarbrücken. Ein Drittel der Spielberichte handelt von Saarbrücken. Eine stets beachtliche Intensität der Besuche. Weiters ist auch wieder von Spielbesuchen beim FC Aarau zu lesen. Über das Bündnis Fanszene Deutschland liest man Informationen aus Saarbrücken. Lehrreich ist darüber hinaus auch ein Jugendsprache-Lexikon, von dem ich als alter Mann keinen der vorgestellten Begriffe kannte. Aber vielleicht ist das ja auch Salzburger Sprache. Erzählt wird im Heft noch von Veranstaltungen abseits des Spieltags und es gibt Graffiti-Bilder zu sehen.

Der unterschiedliche Schreibstil der Autoren tritt in den Beiträgen deutlich zu Tage und gibt den Texten stets eine persönliche Note. Es gibt kaum einen Text von Grinch, der einen nicht an zumindest einer Stelle schmunzeln lässt, nicht nützliche Informationen oder einen Bezug zu Musik enthält. Er schließt das Heft auch ab mit persönlichen Worten nach dem finalen Erfolg des Meistertitels und der Aufstiegsfixierung im letzten Spiel der Austria Salzburg gegen den SC Schwaz.

Vom Tief mit frühem ÖFB-Cup-Ausscheiden gegen Reichenau und dem schweren Schlag der Testspiel-Absage gegen den FSV Zwickau zum Saisonbeginn bis zur Euphorie am Ende beschreibt das Heft die erstaunliche Bandbreite des Fußballs.


A5 / 8 € / erhältlich bei der Fraternité Violette

Samstag, 7. Juni 2025

Diabolik 3



Rezension


Diabolik
Fanzine der Fraternité Violette
Ausgabe 3
Saison 2023/24
290 S.








Die Nummer drei des Fanzines Diabolik der Salzburger Fraternité Violette erschien in optischer Verbesserung im Layout und kleinen inhaltlichen Modifikationen wie Autorenkennzeichnungen der Texte. Den Schreibstil mancher wie die Musik-Referenzen und der oft herrlich amüsante Anekdotenreichtum eines Autors waren auch vorher gut erkennbar, jetzt steht auch für alle ersichtlich der Name bzw. das Pseudonym dabei.

Das Heft – bzw. bei 290 Seiten: das Buch – erzählt in Beiträgen verschiedener Autoren von den Spielen der Austria Salzburg, den wieder überaus zahlreichen Besuchen beim 1. FC Saarbrücken sowie auch beim FC Aarau und es gibt Berichte von diversen Aktivitäten wie Turnieren und Feiern. Das Spieltagserlebnis steht im Vordergrund der lesenswerten Texte. Dazu gibt es sehr gute Fotos zu den Beiträgen.
Das größte Spiel der Saison ist auch am Titelblatt abgebildet: Das ÖFB-Cup-Spiel gegen Red Bull. „Das ungewollte Spiel“ nennt es die Kapitelüberschrift im Heft. Die rundherum diskutierten Thematiken werden hier auch in einigen Screenshots aus Onlinemedien, Chats und Foren dagestellt. Teils kurios, teils unglaublich. In letztere Kategorie fällt ein abgedruckter offener Brief mit Vorschlägen zu einer „Versöhnung“ wie einem halb-halb violetten und dosenfarbenen Trikot. Es fällt schwer zu glauben, dass dies alles nicht erfundene Satire ist. Ich fürchte, es ist aber wahr.
Für Freundinnen und Freunde von Statistiken gibt es am Ende eine nette Auswertung mit Punktebewertungen zu den Umständen der Auswärtspiele der Saison. Es wird hier nochmal klar, warum man sich die Rückkehr in den Profifußball ersehnt. Womöglich ist es ja das vorletzte Heft, das von einer Amateurfußballsaison der Austria Salzburg berichtet.


A5 / 8 € / erhältlich bei der Fraternité Violette

Samstag, 14. September 2024

Diabolik 2



Rezension


Diabolik
Fanzine der Fraternité Violette Ausgabe 2
Saison 2022/23
234 S.








In der zweiten Ausgabe ihres Fanzines Diabolik berichtet die Salzburger Fraternité Violette von 70 Fußballspielen der Saison 2022/23, davon 38 Spielen der Austria Salzburg, 25 mit dem 1. FC Saarbrücken, fünfmal FC Aarau, zweimal Barletta und einem Groundhoppingspiel in Uganda. Wer sich jetzt denkt, dass ich nicht zählen und rechnen kann, hat zwar grundsätzlich sogar recht, im konkreten Fall liegt die sich nicht deckende Summenzahl aber am Spiel von Barletta und Austria Salzburg im Dezember 2022. Das war schon ein beeindruckendes Ereignis damals, an das hier noch einmal erinnert wird.

Auffällig ist in der in diesem Heft nun chronologischen Abfolge der Spielberichte (ich unterstütze das) der hohe Anteil an Saarbrücken-Berichten. Allein hierin zeigt sich schon die starke Verbindung. 19 Autoren haben am Heft geschrieben, ist aus dem Vorwort zu erfahren. Das drückt sich auch in unterschiedlich gehaltenen Texten aus, die manchmal informativ, manchmal unterhaltsam, manchmal als Fan gut nachvollziehbar und oft alles zusammen sind. Eine gute Sache ist die neue Rubrik „Fremddiagnose“, in welcher Eindrücke von Auftritten der Salzburger Curva Viola aus anderen Fanzines gesammelt werden. Das zweite Heft bietet mehr Lesestoff als Ausgabe 1 und weiterhin viele aussagekräftige Fotos.

Im ÖFB-Cup hatten die Salzburger 2022/23 zwei extreme Lose. Vor dem Highlightspiel bei Sturm Graz in der zweiten Runde, das manch Beobachter mit der Zunge schnalzen ließ und dem hier zu Recht zwanzig Seiten gewidmet sind, hatten sie in der ersten Runde im Tiroler Telfs ein Geisterspiel zu absolvieren. Da die Behörden eine sinnvolle Austragung vor Zuschauerinnen und Zuschauern mit Auflagen verunmöglichte, verfolgte der Anhang das Spiel aus einem Wald auf einem Bergrücken heraus (Titelblatt). Fanzines sollen neben der Unterhaltung vor allem auch der Wissenserweiterung und Bildung dienen. Diesem Bildungsauftrag kommt das Heft mit einem österreichischen Geisterspiel-Ranking (abseits der Pandemie sondern aufgrund von Strafen gegen Fanszenen oder anderen Umständen) nach. Wenig überraschend ist im Ranking mit vier Geisterspielen Austria Salzburg „Meister der Geister.“


A5 / 8 € / erhältlich bei der Fraternité Violette

Samstag, 14. Januar 2023

Diabolik 1





Rezension


Diabolik
Fanzine der Fraternité Violette Ausgabe 1
Saison 2021/22
230 S.









Ein neues Fanzine aus Salzburg. Die italienische Comicfigur Diabolik findet sich im Logo der 2007 gegründeten Fraternité Violette, stand im Zentrum der am Titelblatt zu sehenden 15-Jahres-Choreographie und ist jetzt auch der Titel ihres Hefts.

Die Saison 2021/22 ist das Thema des Fanzines. Die Herbstsaison 2021 wird mit einem 58 Seiten starken Block an Fotos dargestellt. Was dazu zu sagen war, hatten sie bereits im TGS-Sonnenkönig 18 geschrieben, sodass hier optische Eindrücke geboten werden. Der viele Platz dafür wird genutzt, neben typischen Kurvenfotos auch zahlreiche Detailaufnahmen abzudrucken, welche die FV-Fotografen gekonnt eingefangen haben. Zur Frühjahrssaison 2022 kann man dann neben Fotos auch Spielberichte zu den Matches der Austria Salzburg lesen. Da sind Schmankerl dabei, wie der unerwartete Empfang der Auswärtsfans durch den Telfser Obmann mit Schnaps für die Gäste (Spoiler: Schlussendlich entwickelte sich aber alles suboptimal und in der nächsten Saison war das Cupspiel ein Geisterspiel). Auffällig sind dabei zwei Dinge: Einerseits, dass man nicht nur lobt sondern mit Selbstreflexion auch Kritik an eigenen Auftritten übt. Andererseits, dass Spielberichte nicht nur von den FV selbst geschrieben wurden sondern auch von Freunden stammen.

Den Freundschaften ist ein weiterer Teil des Hefts gewidmet. Mit Berichten über die mit ihnen besuchten Spiele im Frühjahr 2022, vor allem mit dem 1. FC Saarbrücken (7x) und dem FC Aarau (4x). Dazu gibt es jeweils einen Bericht von Spielen von Udinese und Barletta. Wie bei den Salzburg-Matchberichten sind die Texte persönlich gehalten geschrieben, lassen die Umstände daher gut nachfühlen und geben einen guten Einblick. Interessant ist die an polnische Verhältnisse erinnernde, penibel genau Angabe von Besuchszahlen bei Spielen der Freunde (allerdings nur bei jenen Spielen, wo FV präsent war, wie eingangs klargestellt wird).

Nach einer Graffiti-Fotostrecke kommt am Schluss der spannendste Part des Hefts. In einem „Gruppengespräch“ plaudern drei FV-Mitglieder zu Hintergründen der Entstehung und Umsetzung der Jubiläumschoreographie und über die Regionalliga-Frühjahrssaison. Auch hier wird offen gesprochen, etwa über Abläufe oder Erwartungshaltungen und Realität geht.

„Der Fokus der Erstausgabe lag am Geschehen der Spieltage. Die ersten Überlegungen für die Zweitausgabe gehen in eine größere Breite, somit auch abseits des Spieltags.“ schreiben die FV. Das klingt gut.