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Sonntag, 19. Februar 2017

Siófok - Zalaegerszeg 1:1 (1:0)

Ungarn, NB II, 21. forduló, 19.2.2017
Siófoki Városi Stadion, 300

Kaum war der Anpiff des Schiedsrichters verhallt, schon führte Siófok mit 1:0. Nach dem Führungstreffer in der ersten Minute hatten sie meist mehr vom Spiel, doch da ein Spiel 90 Minuten dauert kamen die Gäste vom Zalaegerszegi TE FC kurz vor Schluss tatsächlich noch zum Ausgleich. Siófok muss noch Punkte sammeln, um sich von den Abstiegsplätzen fernzuhalten. Zalaegerszeg, ungarischer Meister von 2002, hat weder mit dem Aufstieg noch mit dem Abstieg etwas zu tun.
Ein dutzend Heimfans hinter dem Tor feuerte Siófok ein wenig an, wobei ein Beschimpfungsgesang gegen Zalaegerszeg am leidenschaftlichsten vorgebracht wurde. Im Auswärtssektor verfolgten 13 Personen das Spiel.
Der heutige BFC Siófok wurde 1921 als Siófok SE gegründet. 1956 wurde daraus der Bergarbeiterverein Siófoki Bányász SE. Unter diesem Namen spielte am vier Jahrzehnte, bis der Verein 1998 in Siófok FC umbenannt wurde, kurzzeitig 2004/05 wieder Siófoki Bányász SE, 2005 wieder Siófok FC, 2006 nach Fusion mit Bodajk FC dann BFC Siófok und 2012 bis 2015 FGSz Siófok. Bis 2000 waren die Vereinsfarben rot und schwarz, dann gelb-blau-grün und jetzt sind sie gelb-blau.
Größter Erfolg des Vereins war der ungarische Cupsieg 1984 als Zweitligist und das darauffolgende Antreten im Europacup der Cupsieger. Dort schied man in der ersten Runde gegen AE Larisa aus. 1985 bis 1994, 1996 bis 2000, 2002 bis 2004, 2007 bis 2009 und 2010 bis 2013 spielte Siófok in der NB I.
Das städtische Stadion Városi Stadion wurde 1961 eröffnet. Es liegt an einer nach dem in Siófok geborenen Psychologen Géza Révész benannten Straße und wird daher auch Révész Géza utcai stadion genannt. Es hat eine Kapazität von 10.550 Plätzen wobei die Haupttribüne und die Stufen der gegenüberliegenden Längsseite fest gebaut sind, während die Hintertorseiten und der Vorbau der Haupttribüne Zusatztribünen aus vergangener Erstligazeit sind. Stadionrekord waren 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauer gegen Ferencváros 1997.
Vor dem Spiel wurde Siófok besichtigt.

Sonntag, 2. März 2014

Ajka - Zalaegerszeg 1:1 (1:1)

Ungarn, Nemzeti Bajnokság II, 17. forduló, 1.3.2014
Városi Szabadidő- és Sportcentrum, 500

Ein recht ausgeglichenes Spiel ging auch entsprechend ausgeglichen aus. Beide Tore fielen binnen einer Minute. Erst traf Ajka und in schnellem Gegenzug sofort vom Anstoß weg trafen anschließend die Gäste, der einstige Meister von 2002 Zalaegerszegi TE.
Die Auswärtsfans waren mangels Heimsupport Alleinunterhalter in Sachen Stimmung. Das machten sie auch ganz gut. Ich habe nicht mitgezählt, wie oft der Ruf „szeg szeg szeg Zalaegerszeg“ zu hören war. Zwei oder drei Mal feuerte jemand aus dem Publikum die Heimmannschaft mit „Hajrá Ajka“ an.
Im Jahr 1923 wurde der Verein Ajka SE gegründet, 2001 spaltete sich die Fußballsektion zum heutigen FC Ajka ab. 1978 stieg man erstmals in die NBII auf und wechselte seither mehrere Male zwischen zweiter und dritter Liga hin und her. Größter Erfolg waren zwei vierte Plätze in der NBII 1980 und 2010. Von 1968 bis 1987 lief der Klub als Ajkai Alumínium SK als Werksverein des hiesigen Aluminiumwerks auf. Dieses wurde überregional bekannt als 2010 eine Giftschlamm-Lawine 40 km² überrollte und dabei neun Menschen tötete und 120 verletzte.
Das städtische Stadion wurde 1948 eröffnet. Seine große Tribüne wurde an den Abhang eines Hügels betoniert. Hinter der letzten Stufe waren Bäume umgeschnitten und Pfostenlöcher ausgehoben – hier wird gebaut. Auf der gegenüberliegenden Seite befinden sich Klubhaus, eine Sporthalle und ein umzäunter Gästesektor. Auf der anderen Straßenseite gibt es einen weiteren Sportplatz, der vor dem Spiel ebenso wie auf die ungarische Kleinstadt Ajka kurz besichtigt wurde.












































Montag, 9. April 2012

Zalaegerszeg - Ferencváros 2:3 (1:0)

Ungarn, Nemzeti Bajnokság I, 23. forduló, 8.4.2012
ZTE-Aréna, 4.286

ZTE hat, wie jemand sowas einmal treffend nannte, „Scheiße am Fuß“. In einem dramatischen Spiel beginnt der Praktisch-fix-Absteiger aus Zalaegerszeg gleich mit einer frei vor dem Goalie vergebenen Torchance. Die Heimischen spielen ganz und gar nicht ihrer Rolle gemäß, lassen die Gäste zu wenig gefährlichen Chancen kommen und gehen per Elfmeter noch vor der Pause zurecht in Führung. Als sie in der zweiten Halbzeit noch ein Tor drauflegen, scheint die Sensation perfekt. Es wäre der erste (!) Saisonsieg der Blau-Weißen, kümmerliche acht Punkte aus ebensovielen Unentschieden haben sie bisher nur gesammelt. Doch alles an Klasse, welche die Mannschaft des Ferencvárosi TC in eher lahmen Spiel bisher vermissen ließ, trumpft sie jetzt auf, schießt in der letzten halben Stunde den Anschlußtreffer, den Ausgleich und schließlich in der Nachspielzeit noch das Siegestor. Wie Fradi die Partie noch gedreht hat, das war schon sehenswert. Während bei den Gästen nach dem Anschlußtreffer zum 2:1 ein Ruck durch die Mannschaft ging, schien ZTE fortan wie gelähmt und spielte einige haarsträubende Fehlpässe.
Die heimischen Fans machten sich nur selten bemerkbar, da hat die Seuchensaison wohl tiefe Spuren hinterlassen. Der starke Auswärtsmob von Ferencváros zeigte sich launisch. Wenn sie aber losgelegt haben, dann war das schon guter Support.
Der Zalaegerszegi Torna Egylet Football Club, kurz ZTE, wurde 1920 gegründet. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte war der Meistertitel von 2002. 2010 stand man im Cupfinale. Seit 1972 ist der Verein nicht mehr aus der ersten Liga abgestiegen. Das wird sich zum 40-jährigen Jubiläum heuer ändern, nachdem man seit Saisonbeginn Stockletzter ist.
Die ZTE-Aréna wurde 2002 fertiggestellt. Sie ersetzte das 1972 eröffnete alte ZTE-Stadion, in das einst einmal 22.000 Menschen gepaßt hatten. Drei Tribünen wurden dabei neu gebaut, während auf der Nordseite die alte Stehplatztribüne erhalten blieb. Leider ist sie seit 2008 aufgrund Statikproblemen behördlich geschlossen. Von der Gesamtkapazität von 14.000 Plätzen stehen daher nur 9.000 zur Verfügung. Schade, denn die drei baugleichen Tribünenseiten sind guter Standard, doch mit der Stehplatztribüne auf der Längsseite hat das Stadion einen eigenen Akzent. Die Wellenbrecher dienen dort heute nur mehr zum Aufhängen von Werbetransparenten.
Vor dem Spiel wurde ein Blick in die Altstadt des westungarischen Zalaegerszeg geworfen.