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Montag, 31. Oktober 2016

HSV-Museum

Volksparkstadion, 31.10.2016

Beim Spielbesuch mit Rapid 2009 im Hamburger Volksparkstadion konnte das Museum des HSV nicht besucht werden. Das wurde anlässlich eines weiteren Aufenthalts in der Stadt Hamburg nun nachgeholt.


Vor dem Stadion wurde 2015 ein aus Spenden von Fans finanziertes Denkmal für den verstorbenen langjährigen HSV-Masseur Hermann Rieger aufgestellt. Es zeigt ihn mit der für ihn charakteristischen Handbewegung: Daumen hoch.


Das HSV-Museum ist Teil der Rautenwelt mit Fanshop und Restaurant.


Werbeträger am Museumsprospekt ist Ernst Happel, erfolgreicher HSV-Trainer von 1981 bis 1987. Es gibt tatsächlich ein Foto, auf dem er lächelte.


Museums-Entrée


Im ersten Gang werden Emotionen thematisiert.


Der HSV wurde 1888 als Hamburger Fußball-Club von 1888 gegründet, der sich 1914 in Hamburger Sport-Verein von 1888 umbenannte. Wenig später schlossen sich der SC Germania von 1887 und der FC Falke von 1906 dem Verein an.


Sein erstes Stadion eröffnete der HSV 1904 am Rothenbaum. Es wurde mehrmals ausgebaut. 1937 gab es bereits zwei überdachte Längsseitentribünen. Mit der Gründung der Bundesliga 1963 spielte der HSV ab dann im Volksparkstadion, der Sportplatz Rothenbau wurde neben der Amateurmannschaft zeitweise weiter von der ersten Mannschaft bespielt. Das letzte HSV-Spiel am Rothenbaum 1989 war wie viele HSV-Spiele der 1980er Jahre von Gewalt auf den Rängen begleitet. Die große überdachte Stehplatztribüne wurde von einem Orkan zerstört. 1997 wurde das Stadion gegen den Willen des HSV abgerissen und das Gelände verbaut.


Das weite Oval des alten Volksparkstadions war von den sechziger Jahren bis Anfang der 2000er Jahre die Spielstätte des HSV.


Hier feierte der HSV mit Ernst Happel seine großen Erfolge. Daran erinnert eine Trainingsjacke Happels als Ausstellungsstück.


Das neue Volksparkstadion, wie es sich nach dem Umbau seit nunmehr einem Jahrzehnt präsentiert.


Auch die Fangeschichte des HSV ist Thema der Ausstellung. Gewalt und Rechtsextremismus der 1980er Jahre ist dabei aber genausowenig im Fokus wie die heutige Fankultur. Einzelne Szenen sind in einem zehnminütigen Film in einem Kinosaal zu sehen. Da gäbe es mehr zu erzählen.


Unter den präsentierten HSV-Legenden finden sich u.a. der Popstar der 1970er Jahre, Kevin Keegan, sowie Uwe Seeler.


Ausdrücklich nicht in die Reihe der Vereinslegenden aufgenommen wurde Otto „Tull“ Harder, auch wenn er einer der erfolgreichsten HSV-Spieler war (u.a. dreimal deutscher Meister). Harder war Nazi, bereits ab 1932 in der NSDAP und ab 1933 in der SS. Ab 1939 nahm er als SS-Mann in KZs an den NS-Verbrechen teil und war 1944/45 sogar Lagerführer im KZ Hannover-Ahlem.


Ein interessanter Bereich beschäftigt sich mit der Geschichte des HSV unter der Nazi-Herrschaft.


In einzelnen Sportsektionen des HSV gab es als Sportler, Mitglieder und Sponsoren des bürgerlichen Hamburger Sportvereins auch bedingt durch die räumliche Nähe zum jüdischen Viertel Hamburgs verhältnismäßig viele jüdische Mitglieder. Unter der Nazi-Herrschaft waren alle Vereine ab 1933 aufgefordert, Jüdinnen und Juden auszuschließen. Viele jüdische HSVlerinnen und HSVler traf das emotional hart, einzelne konnten 1938 noch Sport betreiben. 2010 machte der HSV den Ausschluss seiner jüdischen Mitglieder formell rückgängig.


In den 1920er Jahren feierten der Norweger Asbjörn Halvorsen und Otto „Tull“ Harder miteinander als HSV-Spieler Erfolge. Nach 1939 war der Nazi Harder als SS-Mann Wachmann und später Kommandant in KZs, während Halvorsen in Norwegen wegen Widerstands gegen die deutsche Besatzungsmacht in ein KZ eingesperrt und schwer gesundheitlich geschädigt wurde. Halvorsen überlebte, verstarb jedoch 1955 an den Folgen. Während sich der HSV um Halvorsen nicht kümmerte, wurde der als Kriegsverbrecher verurteilte, aber bereits 1951 begnadigte Harder nach kurzzeitigem Ausschluss wieder in den HSV aufgenommen und nach seinem Tod mit einer HSV-Fahne über seinem Sarg beerdigt.


Die einzelnen Jahrzehnte der HSV-Geschichte werden einzeln dargestellt, u.a. die siebziger Jahre mit den berühmten rosanen Dressen.


Die achtiger Jahre sind mit dem Namen Ernst Happel verbunden. Der Rapidler kam 1981 als Trainer zum HSV, nachdem er in den 1970er Jahren in den Niederlanden und Belgien vom Europacup der Meister abwärts bis hin zu mehreren nationalen Titeln und dem knappen Scheitern im WM-Finale 1978 mit der holländischen Nationalmannschaft Erfolge errungen hatte. Er setzte dies mit dem HSV fort, führte den Verein zu zwei deutschen Meisterschaften, einem DFB-Pokalsieg und dem Gewinn des Europacups der Meister. Der letzte Titel, den der HSV errungen hat, ist der letzte Titel mit Ernst Happel in seiner letzten Saison hier, der DFB-Pokalsieg 1987 vor bald dreißig Jahren.


Europacuperinnerungen


Trophäensammlung. „Sechs mal deutscher Meister, drei mal Pokalsieger, immer erste Liga − HSV“ singen sie hier. Es schaut derzeit eher danach aus, dass sich der dritte Punkt in dieser Aufzählung verändern wird.


Ein Beispiel der Vielzahl an historischen Stücken, die im HSV-Museum zu bewundern sind.

Uwe-Seeler-Denkmal, Hamburg

Volksparkstadion, 31.10.2016

Die 2005 vor dem Volksparkstadion aufgestellte Skulptur des rechten Fußes von Uwe Seeler ehrt den berühmtesten Fußballer des HSV. Von 1946 an war er im Verein, von 1953 bis 1972 in der ersten Mannschaft. Der Mittelstürmer war in den 1960er Jahren einer von Europas besten Fußballern, verließ aber trotz Angeboten Hamburg und den HSV nicht. Allein in Meisterschaftsspielen erzielte er in 476 Spielen für den HSV 404 Tore. Mit dem HSV wurde von 1955 bis 1963 neunmal in Folge norddeutscher Meister sowie 1960 deutscher Meister und gewann 1963 den DFB-Pokal. Mit der westdeutschen Nationalmannschaft kam er 1966 ins WM-Finale und 1968 sowie 1970 ins Semifinale. Als Vereinsfunktionär war er in seiner Zeit als HSV-Präsident 1995 bis 1998 glücklos.
Die überdimensionale Fuß-Skulptur wurde nach einem Abguss von Seelers Fuß angefertigt und ist 5 Meter breit und 3,5 Meter hoch. Sie steht in einem mit Bodenplatten markierten Oval, das an das alte Volksparkstadion erinnert. In den Reihen des Ovals gibt es einen Walk of Fame von HSV-Berühmtheiten. Sofern sie noch lebten, ist hier auch jeweils ihr Fuß verewigt.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

HSV - Rapid 2:0 (0:0)

Europa League, Gruppe C, 2.12.2009
Volksparkstadion, 45.737

Nur ganz am Anfang und in Aktionen der zweiten Halbzeit schien was zu gehen. Sonst war das eine ganz glasklare Niederlage. Soweit zum Positiven. Denn großteils war das fürchterlich anzusehen, wie wenig das war, was bei uns zusammengepaßt hat. Das erste Spiel war ein sehr guter Tag, dies ein schlechter. Schade. Auch weil ein Torjubel der unglaublichen Zahl von 8.000 Grünen im 1998-2001 um- bzw. de facto neugebauten Stadion sicher nett gewesen wäre. Man hofft, man träumt - manchmal wird es wahr, immer nicht.

Vor dem Spiel wurden das Stadion des FC St. Pauli und die Stadt besichtigt.