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Samstag, 12. Januar 2019

Bologna – Juventus 0:2 (0:1)

Italien, Coppa Italia, Ottavi di finale, 12.1.2019
Stadio Renato Dall'Ara, 15.469

Schnell ging Titelverteidiger Juventus (zuletzt 2014/15, 2015/16, 2016/17 und 2017/18 viermal in Folge Doublegewinner) in Bologna in Führung und gewann schließlich standesgemäß und eher ohne gröbere Anstrengung das Achtelfinale der Coppa Italia. Seine wenigen Chancen konnte Bologna nicht nützen. Im leider auch hier wenig geschätzten Cupbewerb wurde bei Juve der teuren Neuverpflichtung der Saison, einem gewissen Cristiano Ronaldo, bis zur 60. Minute eine Pause gegönnt.
Der Bereich der Ultras in der Curva Nord blieb in der ersten Spielhälfte leer. Zwei etwa acht Minuten lang gehaltene und dann bis zur Pause auf die Sitzreihen gelegtes Spruchbänder verkündeten den Beweggrund des Protests: Fuori dai coglioni i tre moschettieri / belle parole ... quando ascolti le nostre? („Aus den Kugeln die drei Musketiere“ / „Schöne Worte ... wann hörst du uns zu?“). Mit den drei Musketieren ist das Manager-Dreigespann des Vereins gemeint und mit dem zweiten Spruchband wurde der Präsident kritisiert. Abgesehen von den Banden von Forever Ultras und Freak Boys hingen in der Kurve auch alle Fetzen umgedreht. Nach der Pause begann nach einem Böller der Support in dem nun vollen Sektor der Ultras in der zweiten Halbzeit.
Im Juve-Auswärtssektor war wenig los, auch wenn er wie üblich auch ohne supportende Ultras voll war. Fetzen am Zaun waren keine zu sehen und der Anteil aus Umlandfans aus der Emilia-Romagna wird hoch gewesen sein. Im Kurvenbereich neben dem Auswärtssektor wurden die Juventus-Tore ebenfalls zahlreich bejubelt.
Zu lautem elektronischem Bummbumm, dass man glauben hätte könnten, in Holland zu sein, gab es während der Aufwärmphase eine vom Vereinssponsor inszenierte und deplatziert wirkende Feuerwerksshow.
Das Stadio Renato Dall'Ara war zuletzt vor acht Jahren bei einem Spiel Bologna-Lazio besucht worden. Damals in prallem Sonnenschein, an diesem Abend war es im Schein des Flutlichts. Titel sind seit damals für den 1909 gegründeten Bologna Football Club nicht hinzugekommen, man hält weiter bei sechs Meistertiteln (1925, 1929, 1936, 1937, 1939, 1941 und 1964). Die Coppa Italia wurde 1970 und 1974 gewonnen. Dafür hat das Stadionrund 2015 und 2018 eine Renovierung bekommen und besitzt nun frische rote und blaue Plastiksitze in den Vereinsfarben, was für italienische Verhältnisse Luxus ist. Die oberen Reihen von Gegengerade wurden mit einer bedruckten Plane abgedeckt.

Montag, 24. Januar 2011

Bologna - Lazio 3:1 (2:1)

Italien, Serie A, 21a giornata, 23.1.2011
Stadio Renato Dall'Ara, 14.295

Die Dramaturgie des Spiels lieferte einen für den Beobachter perfekten Verlauf mit einer frühen Führung der Gäste, welche die Heimmannschaft wiederum mit einem Doppelschlag umdrehte. Es war ein spannendes Match mit guten Szenen auf beiden Seiten. Was überraschend ist, denn es war nichts davon zu bemerken, daß Lazio in der Tabelle oben und Bologna unten rangiert. Als Draufgabe wie am Vortag in Rom das dritte Tor in der Nachspielzeit. Bereits zuvor kleinere körperliche Auseinandersetzungen unter den Spielern am Feld samt zweier roter Karten dafür.
Die Bologna-Kurve machte einen guten Eindruck. Das Transparent Benvenuto Christian wurde wohlwollend zur Kenntnis genommen. Der Löwengraben zwischen Tribüne und Stadioninnenraum wurde mehrmals als akustischer Verstärkerraum für ohrenbetäubende Böller eingesetzt. Da möchte ich echt nicht in der Nähe stehen. Eine seltsame Aufteilung des Lazio-Anhangs gab es auf der gegenüberliegenden Seite. Im Auswärtssektor waren Tesserati, denn nur sie waren vom Einlaßverbot für in der Region Latium Wohnhafte ausgenommen. Im frei zugänglichen Nebensektor fanden sich noch einmal so viele (wenige) Laziali ein. Ob die wohl wirklich alle außerhalb wohnen? Jedenfalls gab es so keinen organisierten Auswärtssupport. Die Anwesenden machten sich trotzdem einige Male lautstark bemerkbar.
Der 1909 gegründete Bologna Football Club verzeichnet bisher sechs gewonnene Meisterschaften (1925, 1929, 1936, 1937, 1939, 1941 und 1964). Mit der Ausnahme des letzten Scudetto fielen sie alle in die Zeit des Mussolini-Faschismus, was ihnen nicht zuletzt einen gewissen Hautgout verleiht, da der damalige Verbandspräsident hier Faschistenführer war und den Verein favorisierte. Vier dieser Titel wurden unter dem österreichischen Trainer Hermann Felsner errungen, der hier 1920−1931 und 1938−1942 arbeitete. Ein anderer Österreicher, György Garics, versucht sich hier derzeit als Verteidiger im harten Abstiegskampf. Das Spiel gegen Lazio sah er von der Bank aus.
1932 (im Finale gegen die Vienna) und 1934 (im Finale gegen die Admira) gewann der Bologna FC den Mitropacup.
Das Stadio Renato Dall’Ara wurde 1927 als faschistischer Prestigebau eröffnet und erhielt damals den der faschistischen Ikonographie entsprechenden Namen Stadio Littoriale. Bei seiner Eröffnung wurde ein Attentat auf den Diktator Mussolini verübt, was zum Anlaß genommen wurde, die letzten Reste von Meinungsfreiheit zu beseitigen. Der Arkadengang, der unter dem charakteristischen Turm am Stadion vorbeiführt, gehört zu einem 3,5 Kilometer langen Gang mit 666 (!) Arkaden, der zur Wallfahrtskirche San Luca führt.
1983 wurde das Stadion nach dem langjährigen Vereinspräsidenten Renato Dall'Ara benannt. Seit dem Umbau zur WM 1990 hat es eine Kapazität von 39.444 Sitzplätzen.
Vor dem Spiel stand ein kurzer Rundgang in der Altstadt Bolognas auf dem Programm.