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Sonntag, 3. Juli 2022
ASV Gösting – LUV Graz 3:4 (2:1)
Grazer Stadtpokal, Gruppe A, 3.7.2022
Sportplatz Gösting, ca. 50
30°C
Torreiches Spiel im Grazer Stadtpokal zwischen dem ASV Gösting und dem LUV Graz. Beide Vereine spielten in der abgelaufenen Sasion 2021/22 in der steirischen Gebietsliga Mitte. Der ASV Gösting schloss die Saison am neunten Tabellenplatz ab, LUV Graz als 14. hingegen als Tabellenletzter und stieg in die 1. Klasse Mitte B ab, in der man 2022/23 spielen wird.
Der Arbeiter Sportverein Gösting wurde 1919 gegründet. Viele Mitglieder arbeiteten in der Göstinger Glasfabrik. Als 1920/21 die erste Steirische Meisterschaft ausgetragen wurde (1923/24 in Grazer Meisterschaft umbenannt), nahm daran der ASV Gösting neben dem Grazer Amateursportclub, der Hakoah Graz, Rapid Graz und der Grazer Sportvereinigung in der 2. Klasse teil (die 1. Klasse bestand aus Sturm Graz, dem GAK und dem Arbeiter Athletik Club (AAC). „Die weiße Elf“ nannte man den ASV Gösting damals. Nachdem man bislang in der Göstinger Au gespielt hatte, wurde 1929 nach jahrelanger Arbeit die erste meisterschaftstaugliche Sportanlage eröffnet und dabei erstmals in den Vereinsfarben Weiß-Grün gespielt. Mit dem Verbot und der behördlichen Auflösung sozialdemokratischer Arbeitervereine und des Arbeiterfußballverbands VAFÖ durch den Austrofaschismus kam im Februar 1934 auch das Ende für den ASV Gösting. 1936 begann man als Sportklub Bewegung Gösting neu. Nach der Machtübernahme der Nazis schickten diese auch die Göstinger als Soldaten in ihren Krieg, in dem 45 Vereinsmitglieder getötet wurden. Der Spielbetrieb musste 1944 eingestellt werden. Nach der Befreiung 1945 konnte der ASV Gösting wiederbeginnen. Zuletzt spielte man nach dem Aufstieg als Meister der 1. Klasse Mitte B 2009/10 bis 2017/18 in der Gebietsliga Mitte, schaffte nach Abstieg in der 1. Klasse Mitte A 2018/19 den Wiederaufstieg und ist seither erneut in der Gebietsliga Mitte.
Gösting ist heute der 13. Stadtbezirk von Graz, bis zur Eingemeindung 1938 war es aber eine eigene Gemeinde. Das Sportplatzgebäude wurde 1986 eröffnet. In jenem Jahr beendete Savo Ekmečić nach neun Jahren seine Spielerkarriere beim GAK. 1977 war er vom FK Sarajevo zum GAK gewechselt, wurde hier als Stammtormann 1977/78 bis 1984/85 zur Legende, gewann mit dem Verein 1980/81 den ÖFB-Cup, was der erste Titel eines steirischen Vereins war, und wurde zum hundertjährigen GAK-Vereinsjubiläum 2002 zum „Spieler des Jahrhunderts“ gewählt. Seit 1996 betreibt er am Göstinger Sportplatz die Kantine.
Donnerstag, 30. Juni 2022
Austria Puch Graz – Grazer Sportklub Straßenbahn 4:3 (1:3)
Grazer Stadtpokal, Gruppe B, 30.6.2022
Austria-Platz, 70
„Schienenderby“ im Grazer Stadtpokal zwischen den Eisenbahnern des FK Austria ASV Puch Graz und dem Grazer Sportklub Straßenbahn. Ein Grazer Derby, das in den 1950er Jahren schon in der zweitklassigen Staatsliga B gespielt worden war. Heute sind beide Vereine in achtklassigen 1. Klassen. Der Grazer Stadtpokal wurde im Pandemiesommer 2021 erstmals ausgetragen und findet nunmehr im Pandemiesommer 2022 zum zweiten Mal statt. Vorjahresfinalist GSC trat de facto mit der 1b an, die aber sehr gut ins Match startete und nach 25 Minuten schon 2:0 führte. Nach dem Austria-Anschlusstreffer zum 1:2 ging es nach einem Elfmeter mit 1:3 für die Gäste in die Pause. In narrischen drei Minuten erzielte die Austria nach Wiederbeginn drei Tore, das letzte ebenfalls per Elfmeter, und stellte damit den Spielstand auf den Kopf. Der GSC war ab dann gebrochen und die Heimmannschaft gewann sicher.
Das freute die Heimfans hinter dem Tor, die das eine oder andere Mal „Austria!“-Rufe hören ließen und „Populaere Front Graz“ mit Anarchie-A, altem ÖBB-Logo und Puch-Wappen aufgehängt hatten. „GSC!“ erschallte es demgegenüber von den Tramway Funatix an diesem heißen Sommerabend.
Der FK Austria ASV Puch entstand 2004 durch Fusion des traditionsreichen Eisenbahnervereins ESV Austria Graz, gegründet 1921 als SC Südbahn Graz, mit dem 1935 gegründeten Puch-Werksverein ASV Puch, dessen Geschichte Frank Stronach mit dem Verkauf des Werksgeländes durch seine Magna und dem damit verbundenen Verlust des Sportplatzes beendet hatte. Südbahn stieg 1925 erstmals in die steirische Landesliga auf, in der man ab 1931 durchgehend spielte. 1943/44 gewann der unter der
Nazi-Herrschaft als Reichsbahn Graz antretende Verein erstmals die steirische Landesmeisterschaft. Nach der Befreiung hatte man in der Nachkriegszeit die besten Jahren. 1948 wurde Südbahn in ESV Austria Graz umbenannt. 1950 stieg man in die neueingeführte Staatsliga B, die zweithöchste Liga auf. 1955 qualifizierte sich die Grazer Austria für die Relegationsspiele zum Aufstieg in die Staatsliga A. Nach 2:2 und 3:3 gegen den FC Dornbirn musste vor der Einführung der Auswärtstorregel ein Entscheidungsspiel entscheiden. Auf neutralem Boden in Linz gewann die Austria Graz glatt 4:0 und war erstklassig. Die beiden ersten Runden hatten es in sich, doch man gewann zum Auftakt gegen den GAK 2:1 und gleich darauf in der zweiten Runde gegen Sturm mit 2:1. Rapid gewann gegen Austria Graz am damaligen Platz des GSC 0:1 und auf der Pfarrwiese 7:0. In Summe reichte es dann mit 15 Punkten aus 26 Spielen in der Saison 1955/56 nicht zum Klassenerhalt und man stieg wieder ab. Gespielt wurden die Erstligaspiele nicht hier sondern im Liebenauer Stadion, am GSC-Platz oder an der Körösistraße. Bis 1962 spielte Austria Graz erst in der Staatsliga B und nach deren Auflösung 1959 in der Regionalliga Mitte noch zweitklassig, wanderte aber dann langsam die Ligen nach unten.
Der Austria-Platz wurde 1932 eröffnet. Er liegt im 4. Grazer Stadtbezirk, Lend, im Nordwesten der Stadt Graz. Böschungen erinnern an ein einstiges Stadion. Ein altes Signal signalisiert die Eisenbahnervereinstradition.
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