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Mittwoch, 21. Januar 2009

Calcio Italia, 161



Rezension

Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
January 2009 (No 161)
97 S.





Ein kleiner Schwerpunkt über Milan hat mich wieder einmal zu Calcio Italia greifen lassen. Ronaldinho und die Anfangsschwierigkeiten, Pippo Inzaghi, Daniele Bonera - und Gennaro Gattuso, bei dessen Artikel in der beigefügten Statistik aufgefallen ist, daß er seine meisten Meisterschaftstore pro Saison, nämlich sieben, beim Gastspiel in Glasgow bei den Rangers 1997/98 gemacht hat. Für Tore ist er jetzt nicht zuständig, aber das ist doch auffällig. Die zweittrefferreichste Meisterschaftssaison hatte er 2005/06 mit drei Toren bei Milan. Beigefügt ist auch eine nette Auflistung von Italienern, die in Schottland gespielt haben.

Hart, der Artikel, daß das ja wirklich großartige Mailänder San Siro Stadion über kurz oder lang Geschichte sein werde und Milan wie Inter in eigenen Stadien spielen werden. Inter hat das ja schon als fix angekündigt - kein Problem, aber so schnell geht da eh nichts und ich hoffe, daß Milan in San Siro bleibt.

Überraschend ein Artikel über den Trend, daß Spieler immer höhere Rücknummern haben. Überraschend, weil die Zeitschrift ja eher nicht fußballkulturelle Betrachtung, sondern Sportreportage und unkritisches Abfeiern in seinem Repertoire hat. Nett die Auflistung der gesperrten Nummern der einzelnen Vereine samt der jeweiligen Begründung sowie die Information, daß von den 99 möglichen Nummern nur 13 in Serie A und Serie B nicht verwendet werden (56-60, 62, 64, 67, 92-95 und 98).

Freitag, 12. September 2008

Calcio Italia, 157



Rezension

Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
September 2008 (No 157)
112 S.





Die September-Ausgabe zum Saisonstart bietet detaillierte Portraits aller Mannschaften der Serie A, mit Daten, Fakten, Transfers und Vorschau, und auch ein bisserl was zur Serie B. Dazu was über die Großen und die Neuen.

Carlo Ancelotti ist mit seiner seit November 2001 bestehenden Tätigkeit bei Milan der Längstdienende der aktiven Trainer der Serie A. Der Zweitplatzierte, Edy Reja von Napoli, ist "erst" seit Jänner 2005 im Amt. Zeigt einerseits wieder einmal die diesbezügliche Ausnahmeerscheinung von Milan, andererseits vor allem aber auch die Kurzlebigkeit des Geschäfts. Wäre schön, auch bei Rapid einmal einen guten Trainer über viele Jahre zu haben; drei Jahre kommen einem ja hier eh fast schon wie eine Ewigkeit vor.

Interessant im Heft sonst auch noch ein Artikel über Wechsel von der englischen Premier League nach Italien. Das waren heuer im Sommer mit Mellberg, Zarate, Flamini (da bin ich gespannt), Riise und Muntari im dankenswerterweise angestellten langjährigen Vergleich nicht nur verhältnismäßig gute, sondern auch viele direkte Ligenwechsel. Dazu dann auch noch Mourinho. Wird hier nicht übermäßig als Trendwende oder ähnliches beschrieben, aber dennoch vorsichtig gefeiert. "The money is clearly better in the land of St George, but maybe the standard and variety of competition in Serie A makes it more attractive proposition." Überzeugt mich nicht.

Dienstag, 20. Mai 2008

Calcio Italia, 153


Rezension

Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
No 153, May 2008
96 S.






Es war bemerkenswert, daß die Serie A erst am Sonntag, in der letzten Runde, entschieden worden ist, nachdem Inter lange ziemlich uneinholbar ausgeschaut hat. Fast hätte ich noch recht haben können mit meinem Risikotip zu Saisonbeginn, daß die Roma den 4. Titel ihrer Vereinsgeschichte macht.

Nett im Heft ist ein kleiner Schwerpunkt über die beiden Mannschaften aus Genua, Genoa und Sampdoria. Die Geschichtsserie ist mittlerweile beim aktuellen Jahrzehnt angelangt (wie Christiane Rösinger kürzlich treffend bemerkt hat: Schade, daß sich der Begriff "Nullerjahre" dafür nicht durchgesetzt hat).

Sehr positiv ist, daß Calcio Italia darauf hinweist, daß heuer nicht nur Inter 100 Jahre alt wird, sondern auch Venezia, Bari und Lecce. Venezia, 1987 mit Lokalrivalen Mestre zu Venezia-Mestre fusioniert, hat vor kurzem Konkurs und Neugründung erlebt und ist ja deshalb ein Begriff, da aufgrund einer Fanfreundschaft mit den Ultras Rapid bei uns ja des öfteren "Venezia-Mestre!" zur Begrüßung des Besuchs gesungen wird. Zu Lecce fällt natürlich ein, daß dort mal der Michi Hatz, Teil der unvergesslichen 96er-Meistermannschaft und mittlerweile zum ÖVP-Landtagsabgeordneten in Pröll's own country verkommen, war. Zu Bari fällt mir ja immer die Beschreibung des ja gemeinhin als futuristisch gefeierten Stadions (zur WM 1990 erbaut) von Tim Parks ein:
"Innen ist das Stadion ebenso riesig und hässlich, wie es von außen beeindruckend ist. Die Tribünen sind zu steil. Man muss fürchten, die hohen Stufen hinunterzustürzen. Der Wind weht unangenehm heftig durch die weiten Zwischenräume zwischen den einzelnen Segmenten. Er pfeift und bläst in plötzlichen Wirbeln durch das Stadion und treibt den Abfall vor sich her, der überall herumliegt."
Tim Parks, Eine Saison mit Verona. München 2003 (Goldmann), S.61

Mittwoch, 16. April 2008

Calcio Italia, 152


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
No 152, April 2008
96 S.





Es gibt diesmal ein bisserl was über AS Roma (unlängst war ja der Martin bei denen), Juventus, die italienische und französische Nationalmannschaft vor der anstehenden EM, aber mit Torino wird auch mal ein "kleinerer" (historisch groß gewesener) Verein ein wenig gefeatured. In der Geschichtsserie sind diesmal die 1990er Jahre dran, wobei wieder deutlich vor Augen geführt wird, wie dominant der italienische Klubfußball damals war, als zwischen 1990 und 1998 nur zwei Meistercup/CL-Finali ohne eine italienische Mannschaft stattgefunden haben und es im ganzen Jahrzehnt sieben italienische UEFA-Cup-Siege und noch drei Cupsieger-Cup-Siege gegeben hat.

Samstag, 22. März 2008

Calcio Italia, 151


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
No 151, March 2008
96 S.





Schwerpunkt dieser Ausgabe ist das 100-jährige Jubiläum von Inter. Jetzt nicht gerade ein mir besonders sympathischer Verein, aber so umfassende (27 S.) Portraits mit vielen historischen Artikeln mag ich doch sehr gerne. Eine wirklich schöne Sache, die Geschichten von Helenio Herrera, dem Trainer der Grande Inter der 1960er Jahre, die damals alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gegeben hat, oder den Vereinspräsidenten Moratti Vater und Sohn, die beide eine Trainerrausschmeißquote haben, bei der selbst die Austria schlecht ausschaut. Und natürlich die gegenwärtige Inter-Mannschaft von Roberto Mancini, die grad dabei ist, nach dem nach Calciopoli nachträglich zuerkannten Titel 2006 und der überwältigenden, aber mit dem Hautgout der mit Punkteabzug bzw. Zwangsabstieg sanktionierten Konkurrenten behafteten, Meisterschaft 2007 den 3. Scudetto in Folge zu machen und sich eigentlich nur selbst schlagen zu können.
In der Geschichte-Serie geht's diesmal um die 1980er Jahre - die WM 1982, Maradona und Van Basten.

Mittwoch, 20. Februar 2008

Calcio Italia, 150


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
February 2008 (Nº 150)
112 S.




Aus Anlaß der 150. Ausgabe der Zeitschrift bietet Calcio Italia eine hübsche Tour d'horizon über den italienischen Fußball seit 1992, wie in diesem Heft gewohnt aber leider sehr Star-orientiert und wenig hintergründig. Andererseits ist das ja auch nett, so über den Dingen stehend bin ich dann ja auch nicht. Über die vielen Spieler oder eine Gegenüberstellung von Fabio Capello und Marcello Lippi zu lesen ist ja auch durchaus interessant. Sonst gibt's etwa was über Fabio Capello als England-Trainer. In der Geschichte-Serie geht's um die 70er Jahre. Meine anfängliche Begeisterung über die Serie hat sich gelegt - gut, daß sowas für ein breiteres Publikum gemacht wird und verschlingen tu ich's eh auch, aber nach John Foots Calcio kann anscheinend echt nur mehr wenig dazukommen.

Freitag, 18. Januar 2008

Calcio Italia, 149


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
January 2008 (No 149)
96 S.




Eine Zusammenfassung vom 5:2 von Milan gegen Napoli hab' ich am Sonntag in La domenica sportiva gesehen, Ronaldo hat überraschenderweise triumphiert - und auch der neue 18-jährige Brasilianer Alexandre Pato. Der ist ja schon länger als der kommende Superstar angekündigt, was einen ja an und für sich skeptisch macht. Zumindest vom TV-Matchbericht her dürfte er aber ein gutes Debut gegeben haben und die mediale Resonanz nachher war ja sehr himmelhochjauchzend. Kaká ist sowieso ein Wahnsinn. Zuletzt hat er ja eher wegen seiner Zugehörigkeit zu einer evangelikalen Sekte mediales Aufsehen erregt, deren Führungsehepaar gerade in den USA im Gefängnis sitzt. Kaká ist ja auch schon vorher mit dem Berufswunsch Prediger, "I belong to Jesus" und ähnlichem Schmafu ungut aufgefallen. Er soll sich auf's Kicken konzentrieren. Calcio Italia hat einen nette Reprise von Ronaldos Karriere, hab' seine Saison bei Barcelona total vergessen gehabt. In meiner Erinnerung ist vor Inter nur der PSV Eindhoven vorhanden gewesen. Ansonsten ist's keine übergroße Ausgabe von Calcio Italia. Die Geschichtsserie widmet sich diesmal den 1960er Jahren, immer wieder nett. Nett auch, beim Portrait von Vincenzo Iaquinta zu lesen, daß der 1998-2000 2 Saisonen bei Castel di Sangro war. Castel di Sangro ist ja durch das schöne Buch von Joe McGinniss "berühmt". Amüsant der Poster mit Kurzüberblick über die EM-Teams: bei Österreich ist der "Star Player" René Aufhauser und "One to watch" Gyuri Garics. Letzterem muß man ja wirklich Anerkennung zollen, hätte echt nicht gedacht gehabt, daß er wirklich ein Leiberl bei Napoli haben wird.

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Calcio Italia, 148


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
December 2007 (No 148)
96 S.




Calcio Italia beschäftigt sich auch mit der Gewaltwelle im November, nachdem ein Polizist einen auf der Rückbank eines Autos auf einer Raststation sitzenden Fußballfan erschossen hatte, bleibt dabei aber schrecklich oberflächlich. Einzig Susy Campanale hinterfragt in ihrer Kolumne, ob noch einmal mehr und immer härtere Repression wirklich die Lösung des Problems ist.

Die Geschichtsserie widmet sich diesmal den 1950er Jahren, als viele Skandinavier in Italien zu spielen begonnen haben nachdem Schweden bei den Olympischen Spielen 1948 das erste große Fußballturnier nach Kriegsende gewonnen hatte und Dänemark dort Dritter geworden war. Einer von diesen Spielern war der kürzlich verstorbene Nils Liedholm, eine Milan-Legende, von dem erzählt wird, daß er so perfekt gespielt hat, daß nach einem Fehlpaß das ganze San Siro Stadion aufgestanden ist und applaudiert hat, weil er zum ersten Mal seit 45 Spielen einen Ball verloren hat. Auch wenn da jetzt wohl nicht jedes Detail dieser Geschichte stimmt :-) ist sie dennoch sehr nett. Niedholm war dann auch lange Trainer beim AC Milan und bei AS Roma, mit der er 1983 deren historischen 2. Meistertitel erreicht hat (wichtiger Spieler damals ein gewisser Herbert Prohaska).

Sonst gibt's im Heft noch Interessantes u.a. über Zlatan Ibrahimović, Massimo Ambrosini und Sébastien Frey zu lesen sowie ein Porträt vom etwas seltsamen Livorno-Präsident Aldo Spinelli, dazu gibt's auch ein Interview mit dem aktuellen Livorno-Trainer Camolese (während ich das schreib', müßt ich aber gleich nachschauen, ob ihn Spinelli nicht auch schon wieder entlassen oder zumindest in den Medien beschimpft hat). Livorno hab' ich ja damals 2006 bei ihrem historisch ersten Europacup-Auswärtsspiel im verblichenen Pasching sehen können, hab' dafür die Spitzenkandidaten-Elephantenrunde im Fernsehen gespritzt und das nicht bereut.

Mittwoch, 21. November 2007

Calcio Italia, 147


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
November 2007 (No 147)
96 S.




Am interessantesten ist in Calcio Italia diesmal neben Portaits der Roma-Spieler Alberto Aquilani, Daniele De Rossi und Philippe Mexes ein Schwerpunkt zu italienischen Fußballern im Ausland, mitsamt Interviews mit Cristiano Lucarelli über Donezk ("The diet here is a little strange... The thing that most shocked me when I arrived was the caviar for breakfast!") und Luca Toni über Bayern München ("I speak to Ribery in Modena dialect, which is quite similar to French, so he has great fun with that.").

Die Geschichtsserie widmet sich diesmal den 1940er Jahren und damit logischerweise Grande Torino und dessen Tragödie - wie Giancarlo Rinaldi über den Flugzeugabsturz des Serienmeisters 1949 schreibt: "It is hard to imagine just what that disaster signified at the time. The closest thing camparable in the modern era might habe been if Arrigo Sacchi's Milan side had been wiped out in a similar tragedy. At a stroke you would have lost the future Coaches of Italy, Holland, Milan and Barcelona. Not to mention losing a huge slice of the career of the likes of Franco Baresi, Paolo Maldini and Alessandro Costacurta. The impact of Superga is almost impossible to overstate."

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Calcio Italia, 146


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
October 2007 (No 146)
96 S.





Calcio Italia glänzt diesmal durch Spielerportraits von Antonio Cassano, Emerson und Cicinho - allesamt von Real Madrid (zurück) nach Italien gewechselt - und der Diskussion, was von ihnen diese Saison zu erwarten ist. Vor allem die zweischneidige Beschreibung von Emersons Rückkehr in die Serie A für Milan ist in ihrer auch auf zwei Artikel aufgeteilten Bewertung: einerseits ein durchaus abwägendes "Welcome back Emerson" von Antonio Labbate und andererseits ein "Milan's decision to sign Emerson is a step backwards" von Richard Godden. Seine Qualität ist unbestritten, aber diskutiert wird, ob der 31-Jährige die richtige Ergänzung in der ohnehin überalterten Milan-Mannschaft ist. Emerson hab ich ja 2005 in der Champions League noch für Juventus gegen Rapid spielen gesehen.

Sehr gefreut hat mich, daß Calcio Italia eine Serie über die Geschichte des Fußballs in Italien gestartet hat. Giancarlo Rinaldi widmet sich diesmal den 1930er Jahren. Ich lese ja so was immer mit großer Freude. Diesmal trifft es sich auch sehr gut, weil ich jetzt schon seit längerem das großartige Buch Calcio. A History of Italian Football von John Foot lese (mehr darüber später in diesem Theater). Eine herrliche Ergänzung! Ein Artikel ist in dieser Ausgabe auch "Italiens George Best" Gigi Meroni gewidmet. Der Superstar von Torino - ein für seine Zeit "langhaariges" Enfant terrible - ist vor fast genau 40 Jahren (15.10.1967) in Turin von einem Auto überfahren worden. Fahrer des Unfallautos war ein 19-jähriger Torino-Fan, der ein großer Meroni-Fan mit dessen Poster über'm Bett war. Bizzarrerweise ist dieser, Attilio Romero, 2000-2005 dann Torino-Präsident geworden. Vor ein paar Tagen ist in Turin ein Denkmal für Meroni aufgestellt worden. Eine weitere Episode in der an Tragödien reichen Geschichte von Torino, dessen Serienmeistermannschaft der 40er Jahre, nur Grande Torino genannt, ja zwei Jahrzehnte zuvor bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Das nahegehende Kapitel bei John Foot hab' ich erst vor ein paar Tagen gelesen. Eine wirklich arge Vereinsgeschichte, die Sympathien weckt.

Freitag, 14. September 2007

Calcio Italia, 145


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
September 2007 (No 145)
96 S.





Calcio Italia widmet sich diesmal natürlich vor allem der Saisonvorschau für die Serie A und den Perspektiven von Milan, Inter, Juventus und Roma für den Titel. Wenn ich einen Tip abgeben würde, dann würd' ich ja auf Roma tippen. Milan wird stark sein und Kaka ist ein Fußballgott (es gibt im Heft auch ein zweiseitiges Porträt über ihn), ich glaube, daß Milan aber weiterhin eher eine Cup-Mannschaft ist, wie ja letzte Saison bis hin zum Champions League Finale bewiesen, als eine über ein Jahr konstante Mannschaft. Ronaldo ist hier die große offene Frage, im Frühjahr hat er gezeigt, daß er schon noch sehr gut ist (7 Tore in 14 Partien), wenn er wieder verletzungsfrei ist, abnimmt und Milan ihm ein Wohlfühl-Umfeld vermittelt, dann kann der schon noch ordentlich was zeigen (ja, wie war das schön im März). Inter ist ohne Zweifel verdammt gut, sie müssen aber diesmal vor allem in Europa was erreichen, nachdem ihr Meistertitel letztes Jahr ja vom Milan-Triumph überstrahlt worden ist (wie schon beim letzten Mal 1989, harharhar). Juventus kann ich mir noch nicht vorstellen, obwohl sie sicher vorne dabei sein werden. Und Roma ist einfach konstant gut.

Die Verein für Verein der Serie A ausführliche (jeder Verein eine Doppelseite) Saisonvorschau ist wieder einmal sehr nett und v.a. informativ. Interessant sonst noch ein Artikel über Christian Vieri anläßlich seines Transfers zu Fiorentina - sie schaffen es tatsächlich ihn trotz bisher 13 Klubs (er ist 34) als gar nicht mal unsympathisch dastehen zu lassen.

Mittwoch, 22. August 2007

Calcio Italia, 144


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
August 2007 (No 144)
96 S.





Calcio Italia widmet sich in seiner August-Ausgabe der Saisonvorschau. Besonders natürlich den Traditionsvereinen Genoa, Napoli und Juventus, den Aufsteigern in die Serie A.

Interessant ein Porträt über Lazio-Präsident Claudio Lotito, in dem auch der Konflikt mit den Fans bzw. deren mafiaartiger Ausartung und rechtsextremen Gehabe zur Sprache kommt. In Summe ist der Artikel von Lorenzo Zacchetti aber leider etwas zu unkritisch geraten. Sehr aufschlussreich hingegen sein Text über die zunehmende Rivalität zwischen Milan und Inter, auch und gerade auch auf Vereinsebene. Zuletzt war das ja rund um den Transfer von David Suazo aufsehenerregend. Und das, wo die Mailänder Rivalität sich in den letzten Jahrzehnten grosso modo durch überraschende Zivilisiertheit ausgezeichnet hat. Milan wird auch ein Artikel über seine Politik des langjährigen Bindens von Spielern und Ex-Spielern an den Verein gewidmet.

Auch hervorhebenswert ein Porträt von Fabio Capello und seinem "less than entertaining but extremely efficient style" sowie ein Artikel über die geringe Anzahl der ZuschauerInnen in Italien. Letzte Saison hatte die Serie A ja einen Schnitt von 18.230 pro Match - zum Vergleich hatte die Rapid 15.200 und unsere Bundesliga 8.011. Italien hat da also ein großes Problem, auch wenn es mit dem Aufstieg von Juventus (wenig Besuch bei Heimspielen, aber bei ihren Auswärtsspielen kommen viele Leute "Juve-schau'n") und Napoli (Hexenkessel in einer Riesenschüssel in Neapel) dieses Jahr hier etwas besser aussehen wird. Aber wen wundert's eigentlich. Angesichts des Riesenskandals "Calciopoli" und der lächerlichen Konsequenzen daraus würd's mich ja wohl auch nimmer freuen oder ich wäre zumindest schwer frustriert. Ob die getroffenen "Sicherheitsmaßnahmen" wie das (wieder abgeschwächte) Verbot von Spruchbändern, Megaphonen und Trommeln da Abhilfe schaffen, ist zu bezweifeln. Aber auch der intendierte Zweck "mehr Sicherheit" erscheint hier schon sehr fragwürdig. Fußball in Italien soll große Oper sein. Das müssen sie wieder schaffen. Also in den Büros und Hinterzimmern zumindest so Falschspielen, daß man's nicht merkt (vulgo "Glaubwürdikeit wiederherstellen"), am Platz guten Fußball und in den Stadien beeindruckende Stimmung.

Mittwoch, 18. Juli 2007

Calcio Italia, 143


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
July 2007 (No 143)
96 S.





Die Juli-Ausgabe von Calcio Italia beinhaltet u.a. ein nettes Interview mit Milan-Pensionist Alessandro Costacurta und ein gescheites mit Zdeněk Zeman. Dieser kritisiert, daß Luciano Moggi immer noch um Rat gefragt wird und meint nicht Falsches, wenn er sagt "I have nothing against Milan. My point is that Silvio Berlusconi has highlighted a wrong way to go about football, based on money and business. Many clubs who tried to follow him are now ruined."

Breites Grinsen hat sich eingestellt über den Schlußsatz der Kurzmeldung über Sophia Lorens Ankündigung, bei einem Aufstieg von Napoli strippen zu wollen: "It was maybe for the best that she backed out of her promise, although it may have increased the chances of a shock Wayne Rooney transfer to Naples."

Absoluter Höhepunkt des Heftes sind aber natürlich die 29 Seiten Saisonrückschau. Klub für Klub der Serie A wird beleuchtet und portraitiert. Da erfährt man dann nette Fakten, wie daß Alexander Manninger einer von nur zwei Spielern ist, die jedes Ligaspiel absolviert haben (der andere ist Fiorentinas Goalie Sebastien Frey). Manninger ist ja ein Phänomen, v.a. nachdem man ihn 2005/06 bei Redbull ausschütten gesehen hat. Das war gut, denn jedes Jahr, in dem das zerstörerische DMSEH-Marketingprojekt nicht Meister ist, ist ein gutes Jahr für den Fußball (bedauerlicherweise ist aber jedes Jahr, in dem die Austria Meister ist ein schlechtes Jahr - das trübt das ganze doch ziemlich).

Großartig sind auch zwei emotionale Bilder aus Genua, vom Spiel Genoa - Napoli in der letzten Runde der Serie B (0:0), mit dem beide den Aufstieg fixiert haben. Schade, daß wir das Stadion im März nur von außen gesehen haben. Wohl einmalig ist die Zahl der summierten 38 Meistertitel der Aufsteiger in die Serie A (Juventus 27x, Napoli 2x und Genoa 9x.)

Mittwoch, 27. Juni 2007

Calcio Italia, 142


Rezension


Calcio Italia
Your Complete English Guide to Italian Football
June 2007 (No 142)
96 S.





Das englische Magazin über italienischen Fußball widmet sein Juni-Heft dem Dreigestirn Champions League Sieger Milan, Meister Inter und Wiederaufsteiger Juve. Diese Zeitschrift berichtet jetzt weniger fußball-kulturell, wie ich es bei Ballesterer, 11 Freunde und WSC so gern hab', sondern ist ein klassisch-sportjournalistisches Medium. Aber die Artikel sind gut und bieten eine Fülle von Informationen über das Opernhaus des Fußballs. Da sich mein Italienisch auf ein paar Fan-Gesänge und ein paar Vokabel der Preisklasse "buon giorno. un caffè per favore. grazie" beschränkt, kann ich leider italienische Medien hierzu nicht wirklich heranziehen (obwohl etwa die Gazzetta zu lesen zu versuchen, mit dem Hintergrund von Fußball-Kenntnissen, Latein-Restbeständen und ein bisserl Einfühlungsvermögen, schon sehr Spaß macht - im März hab' ich Italien mit dieser Technik sogar Gesprächen teilweise folgen können). Mich im Internetz herumzutreiben, um Informationen zu sammeln, ist mir auf die Dauer zu blöd. Ich will was Gedrucktes, zum in die Hand nehmen. Und dafür ist Calcio Italia wirklich ideal. Als piccolo Milanista find' ich dank des CL-Siegs genügend Stoff. Und für's politische Gemüt gibt's was über Lucarelli zu lesen.

Die sportjournalistische Herangehensweise hat natürlich ihre Nachteile. Nur zwei Seiten zum 80er von AS Roma sind mir eindeutig zu wenig. Da verlangt der Historiker entschieden nach mehr und der Fußballkulturlektüre-Aficionado will viel mehr Tiefe als das bisserl Text. Aber die Bilder sind dafür sehr schön, so z.B. u.a. ein fröhlicher Prohaska zur Illustration des Meistertitels 1983 ("Roma won their second Scudetto in 1983 thanks to the midfield performances of Austrian ace Herbert Prohaska"). Konsel kommt leider nicht vor.