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Sonntag, 29. Januar 2017

UD Almería - Real Oviedo 3:0 (0:0)

Spanien, Segunda División, Jornada 23, 29.1.2017
Estadio de los Juegos Mediterráneos, 7.123

Bald nach der Pause ging Almería in Führung und gewann mit zwei weiteren Toren in den letzten zehn Minuten verdient das Spiel, was für sie drei wichtige Punkte im Abstiegskampf bedeutet.
Die Fankurve Grada Joven marschierte singend zum Stadion und supportete in einem Längsseiten-Eck mit oftmals eingesetzten roten und weißen Fahnen. Eine Handvoll Fans aus Oviedo am anderen Ende der iberischen Halbinsel litt ohne besondere Anfeuerung bei der Niederlage.
Die UD Almería wurde 1989 als Almería CF gegründet. Seit der Gründung des ersten Fußballvereins in der Stadt 1909 hatte es hier immer wieder Vereine gegeben, die einige Zeit existierten und dann wieder verschwanden. Die 1971 bis 1982 bestehende AD Almería spielte 1979 bis 1981 immerhin in der Primera División. 2001 benannte sich der Almería CF in Unión Deportiva Almería um, um eine Vereinigung des Fußballs unter seinem Dach zu symbolisieren, da der 1983 gegründete CP Almería seinen Betrieb eingestellt hatte. Dieser Verein wurde aber 2003 wieder ins Leben gerufen und besteht nach einer zweiten Einstellung von 2007 bis 2013 derzeit im Amateurfußball. Der Almería CF begann in der fünftklassigen Regional Preferente de Almería und schaffte es 1995 bis 1997 bereits erstmals in die Segunda División, stürzte danach aber wieder in die Viertklassigkeit ab. Ab 2002 spielte die UD Almería wieder in der zweiten Liga sowie 2007 bis 2011 und 2013 bis 2015 in der Primera División.
Der Ex-Rapidler Mate Bilić spielte hier 2002/03 vor seiner Zeit bei Rapid (2006 bis 2007).
Das Estadio de los Juegos Mediterráneos wurde 2004 als Stadion der Breitensportveranstaltung der XV. Mittelmeer-Spiele von 2005 in Almería eröffnet. Hauptnutzerin des Stadions mit einer von 15.200 auf 20.000 Plätzen ausgebauten Kapazität ist seither die UD Almería. In den Kurven wurden auf die Laufbahn Stahlrohrtribüne gestellt und der Abstand der Zuschauerinnen und Zuschauer zum Spielfeld hier so verkürzt. Die beiden Längsseiten hat man ebenfalls mit Stahlrohrtribünen nach unten bis fast auf Spielfeldhöhe vergrößert. Durch den hohen Abstand zwischen den Tribünen und dem ovalen Stadiondach erinnert das Stadion von außen an St. Pölten.
Vor dem Spiel wurde die Stadt Almería besichtigt.

Freitag, 25. Dezember 2015

11 Freunde, 169


Rezension


11 Freunde
Magazin für Fußballkultur
Nr. 169, Dezember 2015
114 S.






„Warum kaufen 40.000 Fans aus aller Welt Aktien des spanischen Zweitligisten Real Oviedo? Weil sie den Fußball lieben.“ Der Fußballjournalist Sid Lowe erzählt, wie er sich selbst in den 1990er Jahren in den Verein aus der asturischen Stadt Oviedo verliebte, wie der Klub in den 2000er Jahren in finanzielle Krisen taumelte, abstürzte und von der Stadt bereits abgeschrieben wurde. Aber 2003 und nocheinmal 2012 wurde Real Oviedo zweimal von seinen Fans gerettet. Zuletzt wurden 2012 mit einer Aktienkauf-Kampagne zur Rettung die nötigen Millionen aufgebracht, wobei sich über Social Media zehntausende Leute aus dem Ausland beteiligten und Kleinanlegerinnen und Kleinanleger aus mehr als 140 Ländern (!) Geld investierten. Die letzte Rettung war dabei allerdings dann das Geld eines mexikanischen Milliardärs bzw. seines Schwiegersohns. Jedenfalls kam es aber zu einem bemerkenswerten Kulturwandel: „Der Fatalismus der spanischen Fußballfans, ihre Passivität, wich einem neuen Geist.“ berichtet Lowe. Man nimmt am Vereinsleben teil und die Menschen strömen ins Stadion. „In den 14 Jahren seit dem Abstieg aus der ersten Liga hat Oviedo nie weniger als 10.000 Dauerkarten verkauft, in dieser Saison in der zweiten Liga sind es sogar mehr als 20.000.“ Das sind höhere Zahlen als bei einigen Vereinen in der Primera División und war für die Spiele in der viertklassigen Tercera Division und der drittklassigen Segunda B einsame Spitze.

Weitere Artikel erzählen von ener Fußball-Sammlerbörse („Ich habe gedacht, ich wäre der Einzige, der nicht ganz dicht ist, aber es gibt sogar noch Schlimmere.“), einem seit 35 Jahren tätigen Trainer einer Gefängnis-Fußballmannschaft oder die unglaubliche Geschichte eines flämischen SS-Manns, der nach dem Krieg in Belgien zum Tod verurteilt wurde, aber in Süddeutschland leben konnte und dort allein (!) in zehn Jahren Arbeit (6.499 protokollierte Arbeitsstunden) ein Stadion baute. „Ich habe das vermutlich gebraucht, damit ich nicht dauernd daran denken musste, was ich falsch gemacht hatte“ erinnert sich der heute 100-jährige.