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Donnerstag, 6. Februar 2020

irgendwo 3



Rezension


irgendwo
Ausgabe 3
Januar 2020
148 S.










In der dritten Ausgabe des Groundhopping-Fanzines von Sebastian W. aus Saarbrücken berichtet er von seinen Abenteuern und Erlebnissen bei Fußballreisen quer durch Europa und einmal um die Welt nach China und Nordkorea.

„Da reist man als Groundhopper durch die halbe Welt, immer auf der Suche nach neuen Länderpunkten, coolen Grounds oder geilen Spielen und vergisst dabei manchmal, dass man doch selber in einem Land lebt, in dem die Fan- und Ultrakultur gerade mitten in seiner Blütephase steckt.“ heißt es einleitend quasi als Erklärung, warum das Spiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Hansa Rostock besucht wurde. Für Spielbesuche in Deutschland entschuldigt sich Sebastian geradezu im Vorwort des Hefts, „der Deutschland-Anteil ist mit 26% für meinen Geschmack etwas zu hoch ausgefallen“. Das muss meiner Meinung nach nicht sein. Es spricht gar nichts gegen Spielbesuche im eigenen Land − sage ich mit meinem Österreich-Anteil von 61% im Jahr 2019. Allerdings sind darin natürlich auch meine Rapid und das, was hier als „Haferspiele“ bezeichnet wird, enthalten. Eine Blütephase der österreichischen Fankultur kann man auch nicht gerade attestieren. Den 1. FC Saarbrücken lässt Sebastian in seinem Heft außen vor und schreibt nur vom Groundhopping.

Highlight ist, dass er noch das Stadion von Pogoń Szczecin vor dem Abriss- und Umbaubeginn gesehen hat (das ging sich bei mir leider nie aus). Nach Island im vorigen Heft stand im hohen Norden Europas 2019 Norwegen am Programm. Sonst gibt es insgesamt Berichte aus 19 Ländern. Viel zu erzählen und zu lesen gibt es dabei von einer Ostasienreise nach China und Nordkorea und von einer Touristentour in die atomare Sperrzone von Tschernobyl anlässlich einer Ukrainereise. Beim Lesen stelle ich erneut fest, dass meine eigene Abenteuerlust wohl vergleichsweise am Nullpunkt liegt. Denn keine der beiden Touren hätte ich um viel Geld der Welt unternommen. Abseits davon habe ich aus den Berichten wieder einige Anregungen mitgenommen (etwa den Coupe de France).

Ich selbst komme im Bericht über den Besuch beim Europa-League-Achtelfinalspiel von Inter gegen Eintracht Frankfurt vor, da ich ihm auf seine Anfrage mitgeteilt hatte, dass bei Inter-Rapid im Sechzehntelfinale zuvor keine Österreicher auf der Längsseite erlaubt wurden. Er kam dann als Deutscher beim SGE-Spiel trotzdem hinein, nur die kleine Kamera sorgte für Probleme am Einlass.

Bemerkenswert ist erneut der umfangreiche Rezensionsteil, in dem Sebastian 26 Groundhoppinghefte rezensiert, die er im abgelaufenen Jahr gelesen hat.

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