
Rezension
ballesterer
Nr. 203
Februar 2026
84 S.
Tschernobyl 1986 als Schwerpunktthema eines Fußballmagazins überrascht. Tatsächlich informiert das Heft lehrreich, welche Auswirkungen die Nuklearkatastrophe auf den Fußball hatte und wie es um ihn in jener Zeit bestellt war. Schlimme Fakten – „spätere Schätzungen gehen von 4.000 bis 16.000 Todesfällen aus“ – und Absurditäten, wie der Ausnahme vom aus Strahlenschutzgründen verhängten Salzburger Rasenmähverbot im Lehener Stadion für die Abhaltung eines Länderspiels samt fragwürdiger Empfehlung, nicht den Beton abzuschlecken um vor der Strahlung sicher zu bleiben, haben Jan Mohnhaupt und Nicole Selmer zusammengestellt. Über den Lost Ground des Stadions von Prypjat, das aufgrund der Katastrophe nie eröffnet wurde, gibt es einen Reisebericht von Hubert Herzog. Fredy Bickel gibt ein Interview über seine Zeit in der Schweiz und bei Rapid, bleibt aber im wesentlichen auch nach der Lektüre frei nach Oscar Wilde eine sphinx without a secret. Weitere Artikel handeln u.a. von der österreichischen Bundesliga, Ost-Timor, Kap Verde oder Marokko. Vom eher in der negativen als in der positiven Wortbedeutung verrückten Ilčo Naumoski gibt es einen Auszug eines wohl stärker die zweitere Variante betonenden Buchs über ihn. In der alljährlichen Umfrage unter den Leserinnen und Lesern des Hefts belegt meine Serie einen guten vierten Platz im Ranking der Rubriken und in der offenen Frage, was ihr oder ihm im Heft fehle, antwortete jemand „ab und zu ein Blick ins Unterhaus (Regionalligen und darunter) – die Dorfplatz-Serie ist aber super“. Das freut mich! In der diesmaligen Folge geht es zum FC Egg in den Vorarlberger Bregenzerwald.
A4 / 9,00 € / erhältlich im Zeitschriftenhandel
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