Übersichtsseiten:

Freitag, 11. September 2020

1899fm – Folgen 36 und 37




Rezension


Heinz Deutsch
1899fm
Rapidfunk
1899fm.net







rapidarchiv.at ist womöglich die unscheinbarste und zugleich großartigste Seite in diesem Internetz. Einer der Masterminds, Gerald Pichler, ist in Folge 36 des Podcasts von Heinz Deutsch zu Gast. Er erzählt von seinem ersten Rapid-Stadionbesuch 1977: „Mich hat die Atmosphäre gleich beeindruckt. Auch wenn nicht so viele Leute da waren.“ 1980 habe er begonnen, Zeitungsberichte über Rapid bzw. den ganzen Sportteil der Zeitungen aufzuheben und das tue er bis heute. Die Rapidspieldaten erfasste er erst mit Schreibmaschine und dann per Computer, mit dem er dann auch Auswertungen machte. Für den historischen Rückblick habe er die über Rapid erschienenen Bücher gelesen und dabei festgestellt, dass sich die Schilderungen wiederholen. Ihn habe aber auch interessiert, was nicht drinnen stand. So habe er Recherche begonnen, um aus alten Zeitungen die Daten zu erfassen. Denn die Angaben in den Büchern waren nicht genug. „Ich bin dann draufgekommen, dass vieles falsch ist und auch manches fehlt.“ Es gäbe aber auch heute noch genügend Rapidspiele, von denen weder Torschützen noch Aufstellungen bekannt seien, weil auch Zeitungen damals darüber nicht berichteten.
Herbert Pawlek hatte er Anfang der 1990er Jahre beruflich kennengelernt und Pawlek organisiert die technische Umsetzung der Website, während Pichler die Daten liefert. Seit März 1998 ist das Rapidarchiv online, seit 2002 mit eigener Domain.
Die Freundschaftsspiele würde er gerne noch vervollständigen. Ein anderes Projekt sind die Jahreschroniken in Tagebucheintragsform. Ein Wunsch sei auch die Erfassung der U21 bzw. Amateure. Er selbst, so Pichler, verwende das Archiv täglich. „Ursprünglich habe ich das Archiv ja für mich gemacht, weil ich mir nicht alles merken kann, was passiert.“

Zoran Barišić ist in Folge 37 zum zweiten Mal nach Folge 9 zu Gast. Er analysiert das wichtige Europacupspiel bei Lokomotiva Zagreb und den damit verbundenen Druck. Themen waren auch der Kader, verschiedene Spieler und der Abschied von Stefan Schwab oder die Rapid II in der zweiten Liga. Gefragt nach dem Einsatz von Statistiken, wie es von Barnsley bekannt sei (zu nennen wäre auch Midtjylland), antwortet Barišić, Rapid arbeite auch mit Datenanalyse. Dies sei aber nur ein Hilfsmittel. Livebeobachtung eines Spielers im Spiel und beim Training sei wesentlich zur Einschätzung auch des Charakters.
„Jeder Tag ist eine neue Herausforderung.“ sagt er zu seinem Aufgabengebiet und Barišić hält auch fest, dass Rapid „auf Notbetrieb“ ist und vorsichtig agieren müsse. Wie immer, wenn man ihm zuhört, merkt man, dass das Hand und Fuß hat, was er sagt und tut.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen