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Freitag, 1. Mai 2026
LASK – Altach 4:2 n.V. (2:2, 1:2)
ÖFB-Cup, Finale, 1.5.2026
Wörthersee-Stadion, 22.000
Ganz in schwarz-weiß war das Wörthersee-Stadion zum Cupfinale. Da ja beide Vereine diese Farben haben. Der LASK-Anhang hatte zum Dresscode Schwarz aufgerufen und der SCR Altach zur Farbe Weiß. Im Gegensatz dazu spielte die LASK-Mannschaft ganz in weiß und die Altacher Spieler waren ganz in schwarz. Somit ergab sich bei beiden zusammengenommen Schwarz-Weiß. Mit 5.000 hatten sich ebenso viele Leute auf den weiten Weg nach Klagenfurt gemacht, wie im Schnitt zu einem Altacher Heimspiel kommen. Im Stadion dominierte dennoch die größere Masse der dreimal so vielen LASK-Fans.
Für die Altacher begann das Spiel bestmöglich mit früher Führung in Minute 5. Es entwickelte sich ein offenes, spannendes Match. Tor Altach, Tor LASK, vom VAR aberkanntes LASK-Tor, erneutes Führungstor Altach, Tor LASK, erstickter Torjubel nach wegen Abseits nicht gegebenem Tor beim LASK, Tor LASK in der Nachspielzeit und viertes Tor zur Entscheidung für den LASK. Ein Finalspiel ist manchmal vorsichtig geprägt, um es nicht zu verlieren. Hier spielten zwei Mannschaften Fußball, die es gewinnen wollten.
„Die Karten stehen gut“ war in der Choreographie der Landstrassler auf der Südseite des Stadions zu Spielbeginn zu lesen. Eine freundliche Hexe deckte nacheinander Karten auf, die den Cupsieg vorhersagten: Jubelnde Spieler, Pokal, jubelnder Fan. Umrahmt wurde das ganze von über den Oberrang verteilten Kerzen, die zur Verkündung der Vorhersagung mit Fackeln zum Leuchten gebracht wurden. Danach hing einzig der große Landstrassler-Fetzen im oberen Rang und unten ein großes Linzer Athletik Sportklub. Am Stadionvorplatz hatte man sich hier bereits lange vor Spielbeginn ausgebreitet und den Süden vor dem Stadion vorfeierend in Beschlag genommen. Die größte Jubelexplosion gab es wohl auf Seiten des LASK beim vermeintlichen Tor zum 3:2 in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit, bei dem aber der Schiedsrichter gleich abwinkte und auf Abseits entschied. „Wir gedenken aller LASKla, die von uns gegangen sind. Dieser Tag ist euer Tag!“ verlautete ein Spruchband und widmete den Finaltag schon vor dem Cupsieg den Verstorbenen. Auch ohne die beabsichtigt gewesene Aktion zur zweiten Hälfte war die LASK-Masse oft laut. „ASK! Cupsieg für uns!“ erschallte es von der Tribüne und am Ende „Cupsieger, Cupsieger, Linzer ASK“. Die zahlreichen LASK-Fans auf der Längsseite nahm man auch einmal im Support mit.
Der LASK regiert – ganz Bern gratuliert“ gab es am Ende noch ein Berner Spruchband im LASK-Sektor. Mit Young Boys beim LASK und Grasshoppers bei Altach waren auf beiden Seiten Schweizer Freunde vertreten.
„Wia Löwa kämpft für des historische Ziel – krönand üsre Geschichte im entscheidenden Spiel“ stand im großen Altacher Spruchband zu ihrer Choreographie auf der Nordseite des Stadions. Eine Überrollfahne überdeckte den ganzen unteren Rang und bildete entsprechend einen stolzen Löwen ab, ebenso wie den Pokal für den ÖFB-Cup. Als der Überzieher runterging zeigte sich der Sektor in schwarz und weiß gekleidet. Nach einer Viertelstunde wurde das große Spruchband dann entfernt. Eingerahmt von Rheindorf Altach links und Altacher Jungs rechts hingen in der Mitte die Gruppen und Freunde vom GCZ. Auffällig waren die hochformatigen schwarz-weißen Schwenkfahnen. Nach einer Stunde Spielzeit stieg erst weißer Rauch aus dem Sektor auf und schoss darauf ein cupfinalwürdiges und mittlerweile cupfinaltypisches Feuerwerk gen Himmel. Vom Klagenfurter Hauptbahnhof, wo ein Sonderzug aus Vorarlberg angekommen war, war der Altacher Anhang voller Vorfreude mehrere Kilometer hinaus zum Stadion marschiert. „Hörst du die Kurve? SCR Altach!“ erschallte es u.a. aus der Kurve. Auch ohne Cupsieg zur Krönung ihrer Geschichte war es der historisch größte Tag des SCR Altach. Höhepunkt der Vereinsgeschichte waren bislang die Saisonen in der Bundesliga 2006/07 bis 2008/09 und seit 2014/15 sowie die Europacup-Teilnahmen 2015/16 und 2017/18. So nah wie an diesem Tag war man noch nie an einem nationalen Titelgewinn dran.
Der nunmehr zweimalige ÖFB-Cup-Sieger LASK hatte den Cup bisher einmal in seiner Double-Saison 1964/65 gewonnen und stand 1962/63, 1966/67, 1969/70, 1998/99 und 2020/21 auch noch fünf weitere Male im Cup-Finale. Da das letzte Finale des LASK 2021 ein Coronapandemie-Geisterspiel war, war es für den LASK-Anhang das erste Cupfinale seit 1999, bei dem sie dabei sein konnten. Vor 27 Jahren gab es für sie damals eine Niederlage im Elfmeterschießen gegen Sturm Graz vor 8.500 Zuschauerinnen und Zuschauern im Wiener Ernst-Happel-Stadion.
LASK-Trainer Didi Kühbauer hat vorige Saison mit dem WAC den Cup gewonnen und wäre mit nur einem weiteren Tor in der letzten Runde mit ihnen auch Meister geworden. Heuer steht er mit dem LASK ebenso da, ist Cupsieger und führt die Bundesligatabelle an. Mit einem Verein, den er im Herbst in der laufenden Saison als Abstiegskandidat übernommen hat, während der WAC nach ihm ganz nach unten abgestürzt ist. Das muss man anerkennend hervorheben.
Es war das bereits 14. ÖFB-Cup-Finale im Klagenfurter Wörthersee-Stadion, das sich als Standort dafür etabliert hat.































































































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