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Samstag, 20. August 2022

Altach – Austria Lustenau 1:2 (1:1)

Bundesliga, 5. Runde, 20.8.2022
Stadion Schnabelholz, 8.500

Ein sehenswertes Vorarlberger Derby. 22 Jahren nach den Begegnungen von SC Austria Lustenau und Schwarz-Weiß Bregenz in der Saison 1999/2000 gab es wieder ein Spiel zweier Vorarlberger Vereine in der österreichischen Bundesliga und erstmals seit 2014 (noch in Liga Zwa) trafen der SCR Altach und der SC Austria Lustenau wieder aufeinander. Der Aufsteiger Austria Lustenau begann gut, in Führung gingen aber die Altacher. Austria Lustenau glich schnell aus. Altach hätte mit guten Chancen noch in der ersten Hälfte in Führung gehen können. In der zweiten Halbzeit verflachte das Match mit zunehmenden Regenfällen, blieb aber spannend. In Minute 90 erzielten die Gäste das Tor zum Derbysieg. Der Altacher Ausgleich in der Nachspielzeit scheiterte knapp. Zu diesem Zeitpunkt war die seit dieser Saison von Miroslav Klose trainierte Mannschaft nach gelb-rotem Ausschluss von Adthe Nuhiu nur mehr zu zehnt.
Spannend war das Derby auch auf den Rängen und es hielt dabei, was es versprochen hatte. Die Altacher Fanszene hatte sich am historischen Ort der Sportanlage Riedle im Ortszentrum getroffen, wo der SCR Altach 1950 bis 1990 gespielt hatte. Von dort aus ging es in einem beachtlichen Corteo ins Schnabelholz. „Anti Lustenau“ war die Devise, die nicht nur auf Leiberln zu lesen war sondern auch an einem großen Graffiti an der Autobahn-Lärmschutzwand nahe dem Stadion prangte. Altacher Höhepunkt war eine sehenswerte Choreographie zu Spielbeginn mit einem Kartenspiel-Motiv. Zuerst war zum ganzen Blatt „Mir hond da Trumpf uf da Hand – Altach isch sit über 90 Jahr d Nummer 1 im ganza Land“ am Spruchband zu lesen. Danach gab es zum Motiv eines blutig geköpften grünen Schweins „... und da Trumpf sticht immer die grüane Sau – scheiß Luschnau!“ Die ganze Südtribüne war dabei mit Überziehern in die Vereinsfarben Schwarz und Weiß gehüllt. Die Pyroaktionen sahen gut aus. Mit den Spruchbändern „Clermont, Augsburg, Fenerbahçe, Galatasaray, / viel ,Luschnou‘ isch do numa dabei“ sowie „Against modern football – immer und überall / immer no würd nur über Cashpoint glacht / beim Verkauf von eurem Verein hondr aber brav mitgmacht“ zielte man auf den Verkauf von Anteilen an Austria Lustenau an den Besitzer des französischen Clermont Foot in Gegenüberstellung zum omnipräsenten Altacher Sponsor.
„Chiquita Banana, Scheiß Austrianer!“ rief die Altacher Kurve mit einem aus Wien wohlbekannten Spruch. Der Auswärtsblock von Austria Lustenau konterte mit „Chiquita Banana, wir sind Austrianer!“ und hatte dies sogar auf einen Fetzen geschrieben. Eine gut gebaute kleine Truppe, mutmaßlich Augsburg hatte ich angenommen – aber wenn nicht, dann eine Fehlannahme von mir – stand im Auswärtssektor seitlich am Rand unten am Zaun, neben dem Kern der Lustenauer Szene. Zu Spielbeginn zeigte die grün-weiße Überrollfahne über dem Sektor auch ein schlagkräftiges Motiv. Danach stieg grüner und weißer Rauch auf und es wurde laut und gut zu eingängigen, bekannten Melodien supportet. Pyro wurde ebenfalls sehr schön zum Einsatz gebracht. Ein Spruchband thematisierte vergangene (Davos, die aus Graubünden kommen) und gegenwärtige (Grasshoppers) Altacher Schweizer Freundschaften („Nach dem (Grau)Bündnis für die Ewigkeit / macht ihr für die nächsten Schweizer die Beine breit?!“) und ein anderes einschlägige Themen („Gürtel, Flasche, Steine / Ehre hat der Altacher keine“). Das Spielergebnis konnte vom Auswärtssektor mit den zahlreichen weiteren Austria-Fans in den umliegenden Sektoren auf Hintertortribüne (mehr) und Längsseite (weniger) und „Derbysieger“-Banner gefeiert werden.
Schon seit zwei Wochen war das Stadion ausverkauft gewesen. Es war das erste ausverkaufte Spiel im 2019 auf die heutige Größe ausgebauten Stadion Schnabelholz.

10 Kommentare:

  1. Super zusammengfasst. Kleine Korrektur Augsburg war gestern nicht im Stadion hatten selber Spiel das auf dem Foto sind alles Lustenauer

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    1. Danke! Die Gleichzeitigkeit hatte mich tatsächlich unsicher sein lassen.

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  2. Die oben ohne alles lustenauer

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    1. 80% Augsburger Anteil 10% Fenerbacha und Lalatasary

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  3. Eine Abordnung aus Augsburg war beim Spiel, rede keinen Scheiss.

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  4. Wie kommt es eigentlich zu der Freundschaft mit zwei Türkischen kontrahenten ?

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    1. Dort geht alles. Das klein Istanbul Vorarlbergs. Viel "Luschnau" isch döt num dabei...

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  5. Schöne Fotos und wie immer gut recherchiert, thumbs up!

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