Montag, 23. März 2020

Blick über den Lahmannhügel, 17



Rezension


Blick über den Lahmannhügel
Ausgabe 17
Januar 2020
108 S.









Eine gewohnt gute Mischung von Spielbesuchsberichten beim eigenen Verein (Arminia Hannover) und Groundhopping im Unterhaus sowie internationalen Touren bietet das Heft. Fünf Autoren erzählen von ihren Erlebnissen und Eindrücken von über 90 Spielen in zwölf Ländern, der überwiegende Anteil findet wie immer in Deutschland statt.

Die Freude am Amateurfußball und seinen Austragungsstätten ist jedesmal wieder schön zu lesen. „Geboten wird einem eine kleine überdachte Tribüne, links und rechts davon jeweils 15 Sitzschalen sowie zwei Holzbänke auf der einen und sieben Holzbänken auf der anderen Seite. Flutlicht ist vorhanden und ebenso Umkleidekabinen sowie ein kleiner Kiosk direkt am Platz. Das Vereinsheim ist einige Meter weiter. Das Abendessen bestand aus einer Bratwurst (2€) und einer Cola (1€). 10€ hingegeben, 8€ wiederbekommen ☺. Fantechnisch gab es von ein, zwei Schalträgern einmal abgesehen nichts weiter.“ notiert Torsten etwa auszugsweise zum Spiel SV Viktoria Gesmold gegen TSV Wallenhorst in der Bezirksliga Weser-Ems am Sportpark an der Else.

Die Niederlande und Belgien sowie auch Dänemark sind in diesem Heft immer gut vertreten. Bekanntermaßen treibt sich dort aus geographischen Gründen ein Gutteil der tausenden deutschen Hopper herum. In zwei Berichten wird erwähnt, wie sich dabei ungute Gestalten schlecht benahmen. „Während wir an der Haltestelle warteten, wurden wir von einer vierköpfigen Gruppe stark alkoholisierter Hopper belästigt, die wirklich jeden der ca. 15 Wartenden fragte, ob dieser Bus tatsächlich zum Bahnhof führe. Im Fahrzeug fühlten sich die Zeitgenossen dann offenbar dazu berufen, deutsche Fangesänge zu grölen (‚Super Deutschland Olè Olè…‘ bzw. ‚Ohne Holland fahr’n wir zur WM‘). Das kam bei den anderen Fahrgästen erwartungsgemäß nicht allzu gut an und wurde auch so zurückgespiegelt.“ wird aus dem holländischen Tilburg berichtet und aus dem dänischen Hvidovre von einer „Gruppe deutscher Suff-Touristen welche auf der Haupttribüne immer wieder lautstark Malle-Mallorca-Gesänge wie zum Beispiel ‚Eine Straße, viele Bäume…‘ anstimmten und einzelne Spieler wahlweise als ‚Schwuchtel‘ oder als ‚Fotze‘ beleidigten. Ich habe mich nur geschämt, vor allem als ich am Bierstand gefragt wurde, ob ich ebenfalls dazugehören würde.“ Von solchen Leuten wird späteren Fußballreisenden an diesen Orten leider verbrannte Erde hinterlassen.

Im Rahmen einer Reise nach Kanada und die USA erfährt man im Bericht auch etwas über die Ligensituation in Kanada, wo es in der US-Liga spielende Vereine und eigene teils verbundene und teils voneinander abgekapselte kanadische Ligen gibt. So gibt es keine zweite kanadische Liga, aber eine erste und zwei dritte Ligen und parallel zum offiziellen Geschehen eine ehemalige erste Liga, die nach Aberkennung ihres Status nun als inoffizieller Wettbewerb außerhalb des Fußballverbands durchgeführt wird .

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