Freitag, 18. Oktober 2019

1899fm – Folgen 8 und 9




Rezension


Heinz Deutsch
1899fm
Rapidfunk
1899fm.net







Daniel Mandl, Gründer des Austrian Soccer Board und Chefredakteur von abseits.at, erzählt in der achten Folge des Podcasts, wie ihn schon als Jugendlicher der damalige Wechsel im Spiel vom Libero zur Viererkette interessiert habe und sich gemeinsam mit seinen Stadionfreunden die Leidenschaft zur Spielanalyse entwickelt hat. Über seine detaillierten Spieleranalysen, die er Minuten nach Neuverpflichtungen postet, sagt er: „Mein Netzwerk, das ich in 18 Jahren Fußballgeschäft aufgebaut habe, kennt eigentlich jeden Spieler auch wenn ich ihn nicht kenne. Es ist eigentlich relativ wurscht, von wo wir einen Spieler holen. Es sind immer zwei oder drei Kontakte da, die den Spieler regelmäßig sehen.“ Er wusste am Beispiel vom beabsichtigten Transfer von Filip Stojković ungefähr eine Woche zuvor aufgrund von serbischen Meldungen und konnte an der Analyse arbeiten, auch wenn es sein konnte dass er die Arbeit umsonst macht. Lob gibt es dazu für die Arbeit von Zoran Barišić im Vergleich zu ihren Vorgängern: „Zoki macht das meines Erachtens irrsinnig gut, dass er eben nichts rauslässt und man sieht es auch bei Pressekonferenzen, dass er Journalisten nicht einmal Zuckerl hinwirft. Das finde ich super. Es war doch Rapid vorher bei vielen anderen Sportdirektoren ein offenes Buch.“
Spielphilosophie brauche jedenfalls Kontinuität und diese hat Rapid in den letzten Jahren auf den Positionen von Trainer und Sportdirektor nicht gehabt. Seit 2016 wäre es auch zur Norm geworden, dass Rapid relativ teuer Spieler einkaufe und die unterschiedlichen Sportdirektoren auch unterschiedliche Vorstellungen hatten. Das Aufräumen mit Fehlern der Vergangenheit im Sommer 2019 sei sehr gut und sauber passiert. Rapid sei 2019 aber weiter keine gute Pressingmannschaft und Mandl fehlt „Detailverliebtheit in der Gruppentaktik,“ was er am Beispiel des Rapid-LASK-Spiels ausführt. Es könne bei Rapid auch schnell wieder nach oben gehen. „Rapid ist unergründlich, was das betrifft.“

In der neunten Folge spricht Heinz Deutsch mit Sportgeschäftsführer Zoki Barišić. Zunächst blickt er auf seine Fußballerkarriere zurück, vom Nachwuchs bei Rapid oder die Wintervorbereitung in der Kampfmannschaft unter Vlatko Marković 1988/99 über die bekannten Profifußballer- und Trainerstationen. Der Wechsel vom Trainerberuf zum Sportdirektor war für ihn „definitiv nie so geplant.“ Bei Olimpija Ljubljana war er bereits in Doppelfunktion als Trainer- und Sportdirektor tätig, dann wurde der Vertrag aber aufgrund Unstimmigkeiten aufgelöst (Herbst 2018). Die Position bei Rapid habe sich dann zufällig ergeben.
Was kann Rapid Red Bull entgegenhalten? „Die Reset-Taste ist gedrückt worden. Wir befinden uns am Beginn unseres Weges.“ Barišić bittet dafür um Zeit. Weitere Themen sind verliehene und verkaufte Spieler, seine Arbeit, die Erstellung einer Schattenmannschaft für mögliche Transfers und die Hintergründe der zuletzt aufsehenerregenden Verpflichtungen von Kitagawa und Stojković. Auf das Thema Schattenmannschaft und Scouting wird noch näher eingegangen und die Ausführungen klingen für den interessierten Laien sinnvoll. Im Schattenteam befinden sich nicht nur mögliche Transfers sondern auch geförderte eigene Jugendspieler.
Den Satz „Rapid holt in Kürze einen Titel, weil ...“ vervollständigt Barišić im Wordrap mit „... wir gute Arbeit geleistet haben.“

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