Dienstag, 20. August 2019

Ballesterer 144




Rezension


Ballesterer
Nr. 144, September 2019
84 S.









Unter dem Titel „Chronisch bescheiden“ portraitiert Mareike Boysen den Verein Werder Bremen und stellt Erfolge der Vergangenheit und schwierige Zeiten der Gegenwart in Zusammenhang mit Stadt und Vereinskultur.

Aus Schweden sah man jahrelang schöne Bilder einer aufblühenden Fankultur, was auch auf einer guten Gesprächsbasis von Vereinen und Verbänden mit den Behörden gründete. Aktuell gibt es eine Protestwelle aufgrund eines Strategiewechsels der Polizei hin zu Repression. Nicole Selmer berichtet darüber: „Seit dem Frühjahr setzt die Polizei bei Fußballspielen auf eine neue Strategie, die sogenannte vollkorstrappa – einen Stufenbau der Eskalation. Wird bei einem Match gegen behördliche Auflagen verstoßen, etwa durch das Zünden von Pyrotechnik, werden die Auflagen beim kommenden Spiel verschärft. Die Polizei kann dabei Maßnahmen verordnen, die von mehr Sicherheitskräften und Leibesvisitationen bis hin zur Tribünensperre reichen. ‚Wenn wir der Meinung sind, dass der Klub die Ordnung nicht aufrechterhalten kann, erteilen wir ihm keine Erlaubnis für eine öffentliche Veranstaltung. Dann gibt es ein Geisterspiel‘, sagte Polizeijuristin Maria Thulin.“

Weitere Themen im Heft sind eine Nachbetrachtung zum Verwaltungsgerichtsprozess über den Rapid-Derbykessel und der wohl FPÖ-parteipolitisch motivierten Verzögerung des Volksanwaltschaftsberichts zu diesem, ein Gespräch mit zwei der Autoren des 100-Jahre-Vorwärts-Steyr-Buchs Zebizeba und Bemühungen zur Erhaltung der historischen Tribüne in Köln-Weidenpesch.

Kleinere Veränderungen gibt es in Gestaltung und Inhalt des Hefts. Dabei verspricht vor allem Thomas Pöltls Serie Fundstücke aus der Fußballbibliothek viel Freude zu bereiten.

In meiner Amateurfußballreihe Nebenschauplätze stelle ich den burgenländischen SC Pinkafeld vor.

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