Donnerstag, 30. Mai 2019

Schwarz auf Weiß, 44




Rezension


Schwarz auf Weiß
Das Sportclub-Fanzine
№ 44, Mai 2019
36 S.









Nachdem das Fanzine Schwarz auf Weiß der Friedhofstribüne nach vielen Jahren im Herbst erstmals wieder erschien, kann man man nun bereits die nächste Ausgabe lesen.

Neben dem Fußball betreibt der Wiener Sport-Club traditionell weitere Sportsektionen, in denen sich auch Leute von der Friedhofstribüne betätigen. Zuletzt wurde die historische Eishockeysektion nach fast einem Jahrhundert wiedergegründet (1920 war sie eingestellt worden). Für jene, die keine Ahnung von Eishockey haben (wie mich), wird der Sport kurz beschrieben – „Für Zuschauer ist er ein Kälteschock und meistens zu schnell, für Spieler ein Saunagang und meistens zu schnell.“ – und von Geschichte und Gegenwart des WSC-Eishockey erzählt.

Mit Martin Roßbacher, ehemaligem Obmann des Vereins der FreundInnen der Friedhofstribüne, gibt es einen Rückblick auf seine Fanbiographie. Seine ersten Eindrücke von der FHT damals: „Das war am Anfang ein vorsichtiges Herantasten, weil am Anfang schauen die Leute hier ja alle wie Freaks aus. Es sind ja auch Freaks. Aber dann sieht man: Diese liebenswerten Freaks machen einen positiven Support.“ Für die Zukunft sieht er eine Überdachung der Tribüne als wesentlich an und tritt der Meinung von einer in den letzten Jahren schlechter werdenden Stimmung entgegen: „Ich kann nicht sagen, ob es früher besser war als jetzt. Sicher ist: Die, die am meisten über die Stimmung meckern, sind jene, die während des Spiels am meisten tratschen. Und es sind heute einfach mehr Leute auf der Tribüne, die Sänger*innen stehen verteilter.“ Diese Form des auch schon in der vorigen Ausgabe zu lesenden Rückblicks mit einer interessanten Persönlichkeit über seine Geschichte und allgemeine Themen ist eine spannende Sache.

Ein Blick über die Grenzen geht zum befreundeten Tennis Borussia Berlin, wo es einen großen Krach zwischen Vereinsführung und Fanszene gab. Dazu gibt es einen Bericht über eine Ostdeutschlandreise, bei der man ebenjenes TeBe sowie den Dresdner SC und Roter Stern Leipzig bei Spielen besuchte. Historisch interessant ist ein älterer Text eines Vienna-Anhängers über seine Eindrücke vom WSC im Lauf der Jahrzehnte. In der Kulinarik-Bewertung der Ostliga-Plätze wird Neusiedl vorgestellt und die Surbratensemmel empfohlen.

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