Sonntag, 17. Februar 2019

Rapid – Hartberg 5:2 (1:0)

ÖFB-Cup, Viertelfinale, 17.2.2019
Weststadion, 12.700

Torreiches ÖFB-Cup-Viertelfinale am Sonntagabend. Rapid siegte mit erwähnenswert schönen Toren gegen den TSV Hartberg. Ohne Unachtsamkeiten geht's nicht, so gab es auch Gegentore – im Cup allerdings ohne Belang, solange man gewinnt. Es war ein Spiel, das zufrieden stimmte.
Rund 800 Auswärtsfans füllten den Gästesektor. 450 waren im Sonderzug gekommen, wobei die Wiener Polizei für den Hartberger Familienausflug rund um den Hütteldorfer Bahnhof denselben Hindernisparcours aus Tretgittern errichtete und mit Bürgerkriegsmobilisierung an Hundertschaften mit Hubschraubereinsatz sowie Videoüberwachungs- und Wasserwerferwagen auffuhr wie bei einer Zugankunft z.B. des LASK. Dem lag wahrscheinlich eine umfangreich ermittelte Gefährderanalyse des Hartberger Anhangs zugrunde so wie jene, aufgrund derer die Polizeibehörden zukünftig straftatenunabhängige Präventivhaft verhängen möchten.
Deutlich höher als erwartet war der Zuspruch von 12.700 Zuschauerinnen und Zuschauern, immerhin fast doppelt so viel wie beim letzten Heimspiel gegen diesen Gegner. Im Cup hatte Rapid gegen Hartberg in Hütteldorf 2010 im Achtelfinale gewonnen. Verloren hatten hingegen die Rapid-Amateure 2011.
Im Semifinale geht es im April auswärts zum LASK, das zweitschwerste Los.

Samstag, 16. Februar 2019

DAC – Slovan Bratislava 0:1 (0:0)

Slowakei, 1. liga, 19. kolo, 16.2.2019
DAC Aréna, 12.135

Mit dem slowakischen Spitzenspiel des zweitplatzierten DAC (ungarisch Dunaszerdahelyi Atlétikai Club) gegen Tabellenführer Slovan Bratislava wurde im südslowakischen Dunajská Streda (slowakisch) bzw. Dunaszerdahely (ungarisch), inoffizielle Hauptstadt der ungarischen Minderheit in der Slowakei (85% der Stadtbevölkerung sind ungarisch), die Fertigstellung des neuen Stadions gefeiert. Nach ausgeglichener erster Spielhälfte entschied ein Elfmeter zwölf Minuten vor Schluss die Partie zugunsten der Gäste, die in zwei Wochen mit der Rückkehr ins neuerrichtete Štadión Tehelné Pole ebenfalls ihr neues Stadion eröffnen werden. Vorangegangen war ein Abseitstor und es folgte noch ein Lattentreffer. Das Spiel verlief für die junge DAC-Mannschaft des ehemaligen Dosenkonzern-Marketing-Mitarbeiters und Sturm Graz-Trainers Peter Hyballa also unglücklich, aufgrund des feierlichen Anlasses der Stadionfertigstellung gab es nach Schlusspfiff dennoch ein Feuerwerk.
Die Begegnung hat aufgrund des auf beiden Seiten stark ausgelebten Nationalismus im slowakisch-ungarischen Konflikt eine brisante Geschichte. „Hajrá DAC“ und „Ria Ria Hungária“ erschallte es schon vor Spielbeginn ungarisch von den Rängen und vor Supportbeginn wurde wie üblich die ungarische Staatshymne gesungen. Zu Spielbeginn gab es eine Choreographie auf der Längsseite (die u.a. das Sponsorenlogo zeigte, also wohl vom Verein kam) und in der Kurve in den Vereinsfarben mit vor der Fantribüne rauchgefüllten Buchstaben DAC 1904. Während des Spiels wurde die Haupttribüne mit den hinter dem Tor aufgenommenen Fangesängen zusätzlich aus den Stadionlautsprechern beschallt, wobei beim zwischendurch erneuten Absingen der ungarischen Hymne kurzzeitig der Lautstärkeregler schnell nach unten gedreht wurde. Es gab es hier in den letzten Jahren Verbote und Strafen wegen allgegenwärtiger Präsenz der Staatssymbole des Nachbarstaats.
Im Auswärtssektor hingen die Fetzen der Freunde von Zbrojovka Brno groß und es gab den für Slovan typischen Support ohne Besonderheiten.
Die DAC Aréna wurde seit 2016 für 22 Mio. € Stück für Stück bei laufendem Betrieb anstelle des alten Stadions gebaut. Dabei wurden Spielfeld und Stadion um 90° gedreht, sodass der früher auf der Längsseite stehende Fansektor heute hinter dem Tor steht, sich aber mehr oder weniger an derselben Stelle befindet. Das Stadiontor des alten Stadions hat man als Denkmal stehenlassen. Wie in anderen größeren ungarischen Minderheitsfußballvereinen anderer Länder (z.B. Sepsi OSK in Rumänien) steckt in Verein und Stadion viel vom ungarischen Regime hierhergeleites Geld aus Budapest, damit man als nationalistisches Identifikationsobjekt erfolgreich ist. Hier läuft dies über den Umweg des Sponsorings des teilstaatlichen ungarischen Mineralölkonzerns MOL.
Vor dem Spiel wurde auch dem DAC Múzeum ein Besuch abgestattet.