Mittwoch, 26. Dezember 2018

Blickfang Ultrà, 45



Rezension


Blickfang Ultrà
Nr. 45
2018
104 S.








„Aus meiner persönlichen Sicht haben gedruckte Magazine keine Existenzberechtigung mehr“ sagt Matteo Falcone vom Online-Informationskanal Nr. 1 zur italienischen Ultràbewegung Sport People im Interview im gedruckten Magazin Blickfang Ultrà, „aus Gründen der Aktualität, aber auch weil die Kosten nicht mehr tragbar sind.“ Er verrät aber auch das Überlebensrezept: „Die gedruckten Magazine können nur dann bestehen und einen Sinn haben, wenn sie sich in einen Raum für ‚vertiefende‘ Nachrichten verwandeln.“ Wie es das BFU ist. So hat jedes Medium seinen Sinn und Hefte wie dieses bieten durch ihre Hintergrundberichterstattung einen Mehrwert. Ohne solche Hefte zu lesen bleibt man ebenso oberflächlich ahnungslos, wie wenn man ohne Onlineberichte heute der Zeit hinterherhinken würde. Das Gespräch mit Matteo Falcone ist hier ein schönes Beispiel. Man erhält einen wahren Schatz an Wissen über die Kurvengeschichte der Manfredonia und einen Einblick in die Arbeit der Sport People.

In Übersetzung ist im Heft ein ausführliches Interview von Matteo Falcone mit den Boys Parma zu lesen. Es wurde sogar mit Anmerkungen versehen, um aus dem italienischen Zusammenhang und Sprachgebrauch erklärbare Passagen für die geneigten Leserinnen und Leser verständlich zu machen. Um Freundschaften und den wichtigen Unterschied von Gemellaggio und Amicizia geht es hier u.a. − die Tornados Rapid sind Amici, wie erklärt wird. Dazu gibt es ein online nicht veröffentlichtes Bild von der gemeinsamen Anreise zum Rapid-Auswärtsspiel gegen Sassuolo. Die Bebilderung ist überhaupt sehr schön. Auch im Erlebnis Fußball gab es zuletzt zufälligerweise ein Interview mit den Boys Parma zu lesen. Aufgrund unterschiedlicher Aspekte in den jeweiligen Gesprächen zahlt sich die Lektüre von beiden aus.

Weiters gibt es im Heft einen Update-Blick nach Polen, einen Bericht vom Stadtderby von Volos in Griechenland, Hinweise auf lesenswerte Bücher oder die Geschichte der aufgrund Vertuschung wenig bekannten Luschniki-Stadionkatastrophe von 1982, bei der 66 (offiziell) bis 300 (Schätzung) Spartak-Fans getötet wurden. Et cetera, et cetera.

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