Mittwoch, 28. November 2018

Lokomotiv Moskau – Galatasaray 2:0 (1:0)

Champions League, Gruppe D, 28.11.2018
Stadion Lokomotiv, 14.037
-9°C

In einem Match, in dem Galatasaray eigentlich nicht schlechter spielte, machte allerdings Lokomotiv die spielentscheidenden Tore. Der aktuelle russische Meister gewann am vorletzten Gruppenspieltag der Champions League erstmals Punkte.
So leer das übrige Stadion großteils war, so laut war die Heimkurve um die Ultras der United South. Während zu Beginn die rund zweihundert im Auswärtssektor zu vernehmen waren, wurden sie mit Spielbeginn lautstark übertönt.
Der FK Lokomotiv (Фк «Локомотив») wurde 1922 als Kazanka (Казанка) als Eisenbahnerverein der Moskau-Kasan-Eisenbahn gegründet. Später wurde daraus bis 1930 der KOR (КОР) „Klub der Oktoberrevolution“ (Клуб Октябрьской Революции), 1931 wieder Kazanka und 1935 zum Start der sowjetischen Meisterschaft 1936 Lokomotiv. Mit drei russischen Meistertiteln (2002, 2004 und 2018) sowie drei sowjetischen Cupsiegen (1936 und 1947) und sieben russischen Cupsiegen zwischen 1996 und 2017) gehört Loko, wie es genannt wird, zu den erfolgreichsten russischen Vereinen, hat allerdings etwas weniger Titelgewinne als die beiden großen Stadtrivalen. Während der Zeit der Sowjetunion rangierte Lokomotiv in der Fananzahl an fünfter Stelle hinter Spartak, CSKA, Dynamo und Torpedo (der traditionelle Rivale von Lokomotiv). Im Europacup erreichte Lokomotiv 1998 und 1999 das Semifinale im Cup der Cupsieger. 2003/04 kam man ins Achtelfinale der Champions League. 2005 warf Rapid Lokomotiv in zwei großartigen Spielen mit Toren von Jozef Valachovič 1:1 im Hanappi-Stadion und 1:0-Auswärtssieg hier aus der Champions-League-Qualifikation und stieg in die Gruppenphase auf. In der letzten Begegnung verlor dafür Rapid 2009 gegen Lokomotiv ein Testspiel im niederösterreichischen Lindabrunn 2:4.
Das Stadion Lokomotiv (стадион «Локомотив») wurde 2001 bis 2002 anstelle des 1966 errichteten alten Stadions als reines Fußballstadion mit heute (nach Renovierung 2017) 27.320 Plätzen gebaut. Das Stadion wurde 2017 offiziell nach der Russischen Eisenbahn RZD als RZD Arena («РЖД Арена») benannt, trägt in den internationalen Bewerben aber weiter den traditionellen Namen. Ein erster Vorstoß für die Sponsorbenennung des Stadions hatte 2012 Proteste ausgelöst, weswegen er zunächst verschoben, aber dann 2017 trotzdem durchgezogen wurde. Vor dem Stadion steht stimmig eine Dampflokomotive.
In mehreren Tagen in Moskau wurde auch die Stadt besichtigt.

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