Mittwoch, 15. Mai 2013

11 Freunde, 138


Rezension


11 Freunde
Magazin für Fußballkultur
Nr. 138, Mai 2013
130 S.






Dem 50-Jahr-Jubiläum der deutschen Bundesliga widmet 11 Freunde eine ganze Ausgabe. Interesse für die Liga und ihr Verfolgen wäre wohl Voraussetzung, um damit etwas anfangen zu können. Aus historischer Neugier war manches lesenswert, aber beim allermeisten Stoff an Personen und Geschichten habe ich hier keinerlei Bezug.

Ein einziger Artikel war allerdings sehr spannend: Alex Raack schreibt über Fans in der DDR, die für westdeutsche Bundesligamannschaften schwärmten und dies nicht verheimlichten, wofür sie sanktioniert wurden. „Wer seinem Verein von drüben die Treue halten wollte, mußte das heimlich tun oder die Konsequenzen tragen. Denn wer offen mit Bayern, Bremen oder Hamburg sympathisierte, wurde von der Stasi beschattet, verlor seinen Ausbildungsplatz, wurde verhaftet oder bekam etliche Stolperfallen in den Alltag gelegt, die sich das DDR-Regime für seine vermeintlich schwarzen Schafe ausgedacht hatte.“
Als Beispiel wird vom Mönchengladbach-Fan Steffen Andritzke berichtet: „Was mit unschuldiger Begeisterung für Günter Netzer begonnen hatte, wurde nach den immer regelmäßigeren Zusammenstößen mt der Staatsgewalt zu mehr: ,Die Borussia wurde für mich zu einem Symbol der Freiheit. Als er nach der Wende im Februar 1990 dann zum ersten Mal zu einem Spiel konnte, wurde er von der Fanszene willkommen geheißen. Seine Geschichte hatte sich bereits herumgesprochen. „In den Kneipen um den Bökelberg wurde ich herumgereicht wie ein Wanderpokal, jeder wollte mir einen ausgeben. Als das Spiel schließlich begann, war ich völlig besoffen. Aber endlich frei.“

Kommentare:

  1. Hi! Mir ging es beim Lesen der Ausgabe genau so wie dir, auch wenn ich durchaus ein Interesse für die deutsche Liga hege. Die meisten Artikel waren mir schon fast zu nah an den Vereinen/Personen dran bzw. setzten schon sehr viel voraus, als dass ich da irgendwie reingekommen wär.
    glg, Michi

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  2. Interessant, daß es dir auch so ging. Ich selbst war halt eben auch wirklich nicht Zielgruppe so eines Hefts.

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